Bio-Bauern dringend gesucht
Bauernpräsident Sonnleitner fordert auf der BioFach Länder zur stärkeren Umstellungsförderung auf
Der deutsche Bio-Markt ist ein Importmarkt. Es wird mehr konsumiert als im Land produziert wird. „Wir riskieren die Glaubwürdigkeit des Biomarktes und das grundsätzliche Vertrauen der Verbraucher in Biolebensmittel, wenn wir es nicht schaffen, langfristig zumindest die Grundnahrungsmittel in Deutschland zu erzeugen“, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf einer Pressekonferenz auf der BioFach in Nürnberg.
Bauernpräsident Sonnleitner stellte auf der BioFach in einer Gemeinschaftsveranstaltung mit der CMA und ZMP die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung deutscher Landwirte über ihre Bereitschaft zur Umstellung auf biologischen Landbau vor. Demnach können sich fast sieben Prozent der Bauern eine Umstellung des eigenen Betriebes in den nächsten zwei bis drei Jahren vorstellen, wenn wesentliche Voraussetzungen erfüllt sind: an erster Stelle werden von den interessierten Landwirten gesicherte Abnahmeverträge genannt. Dann folgen die Forderung nach höheren Erzeugerpreisen für Bioprodukte sowie nach einer besseren Förderung der umstellungsbedingten Investitionen und einer größeren Liquidität zur Finanzierung der zwei- bis dreijährigen Umstellungszeit.
„Wenn wir die Bio-Anbauflächen in Deutschland jetzt deutlicher ausweiten wollen, sind also zunächst die Verarbeitungsunternehmen und der Handel mit klaren Signalen gefragt“, folgerte Sonnleitner. Mit entsprechend attraktiven Vertragskonditionen und auch längerfristigen Abnahmegarantien liege es in ihrer Hand, die Ausweitung des Ökolandbaus in Deutschland wesentlich mit voranzubringen.
An die Bundesländer wandte sich Sonnleitner mit der Forderung, insbesondere für Umsteller die über die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz vorhandenen Förderungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen. Zusammen mit den Maßnahmen der Wirtschaft könne dies die notwendigen Voraussetzungen schaffen, „dass der Biomarkt in Zukunft wieder mehr aus heimischer Erzeugung bedient wird“, erklärte Sonnleitner.
Kritik übte der DBV-Präsident an der Vielzahl der Ökoanbauverbände: „Wir haben eine starke Zersplitterung mit zu vielen Siegeln und zu vielen Organisationen. Bio braucht eien stärkere Geschlossenheit“ Bei den Herstellern vermisst er ein führendes Unternehmen als Flaggschiff, um das herum sich viele kleine tummeln: „Wir brauchen beides, groß und klein. Wir haben heute die Ausweitung des Vertriebs von Bio-Lebensmitteln auf den LEH. Da müssen Lieferanten vorhanden sein, die Volumen garantieren können.“







