Verein „Bestes Bio – Fair für alle"
Unternehmen aus der Bio-Lebensmittel-branche wollen die originären Werte der Biobewegung hervorheben
Unter dem Motto „Alle reden von Bio und Fair. Wir sind’s!" starten Unternehmen aus der Bio-Lebensmittelbranche eine bundesweite Initiative und haben den Verein Bestes Bio – Fair für alle gegründet. Die Beweggründe und Ziele des frisch gegründeten Vereins wurden anlässlich der BioFach erstmalig vorgestellt.
Die Upländer-Bauernmolkerei hat mit ihrer Erzeuger-fair-Milch 2005 den Stein ins Rollen gebracht. „Endlich wurde über faire Preise diskutiert und die Verbraucher haben die faire Milch trotz Preisaufschlag gekauft. Das hat uns gezeigt, dass Fairness funktionieren kann. Die Verbraucher müssen aber wissen, wofür sie mehr bezahlen sollen und was sie dafür erhalten. Daraus ergibt sich ein Verständnis von Fairness, das über faire Preise hinausgeht." sagte die 1. Vorsitzende des Vereins und Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei Karin Artzt-Steinbrink.
In unserer Gesellschaft wird zurzeit eine heftige Debatte um ethische Werte und Fairness geführt, Nokia oder die jüngsten Steuerhinterziehungsskandale sind hierfür negative Beispiele. Vorstandsmitglied Hubert Wall von der Dorfkäserei Geifertshofen setzt dagegen: „In der Bio-Branche gibt es erfolgreiche Unternehmen, die nicht nur auf anonymes ‚Massenbio’ setzen, sondern denen auch die originären Werte, auf deren Grundlage die Biobewegung gewachsen ist, etwas bedeuten. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass Bio mehr ist als nur eine Anbauform".
Um ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen, wollen sich die Unternehmer von einer unabhängigen Kontrollstelle überprüfen lassen, an einem Umsetzungskonzept wird derzeit gearbeitet.
Zu den Grundsätzen des Vereins Bestes Bio – Fair für alle gehören:
ein fairer wirtschaftlicher Umgang entlang der Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller;
transparente und überprüfbare Herkunft der Rohstoffe;
hochwertige, genussvolle und gesunde Lebensmittel zu erzeugen und beständig Qualitätskontrollen durchzuführen;
die Anwendung und Weiterentwicklung von Produktionsweisen, die dem Umwelt- und Klimaschutz nützen,
die Ablehnung von Gentechnik in der Land- und Lebensmittelwirtschaft;
Sozial- und Umweltengagement im eigenen Betrieb und in der Region.
Zertifizierte Mitglieder des Vereins können dann das Label Bestes Bio – Fair für alle verwenden. Damit besteht die Möglichkeit, sich auf dem zunehmend anonymer werdenden Biomarkt zu positionieren. So ist es auch folgerichtig, dass die zertifizierte Ware nicht in Discountern, sondern nur in Naturkostfachgeschäften, Bio-Supermärkten, über Direktvermarkter oder im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel mit Qualitätsausrichtung angeboten werden soll. „Wir Unternehmer wollen außerdem eigenverantwortlich dafür Sorge tragen, dass unsere Produkte nicht zu Tiefstpreisen verschleudert werden," ergänzte der Unternehmer Siegfried Schedel, ebenfalls im Vorstand des Vereins.
„Alle Unternehmen der Bio-Lebensmittelbranche, die hinter den Prinzipien des Vereins stehen und sich an die Richtlinien der anerkannten Bio-Anbauverbände halten, sind als Mitglieder willkommen. Das gilt auch für gesellschaftliche Gruppen oder Einzelpersonen, die Fördermitglieder werden können" hob die 1. Vorsitzende, Karin Artzt-Steinbrink abschließend hervor.







