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Der Ökomarkt braucht die deutschen Bauern

Diskussionsrunden auf dem ErlebnisBauernhof der Grünen Wochen

(DBV) Öko ist gesellschaftsfähig geworden. Heutzutage sind Bioprodukte für jedermann erreichbar. Doch muss von der regen Nachfrage auch der deutsche Landwirt profitieren. Dies stellten der Ökobauern Carsten Niemann, Hubert Böhmann von der Gläsernen Meierei und Hubertus Pellengahr von Hauptverband des Deutschen Einzelhandels im Rahmen einer Diskussion zum Öko-Markt unter Moderation von Olaf Opitz, FOCUS, auf der grünen Woche fest.

Es sei die gemeinsame Verantwortung von Landwirtschaft, Verarbeitug und Einzelhandel, qualitativ hochwertige Produkte an den Kunden zu bringen. Doch müssten die Erzeugnisse angemessen bezahlt werden, forderte Niemann. Er wies darauf hin, dass die Nachfrage und damit der Wettbewerb im Biomarkt ernorm zugenommen haben, da immer größere Käuferschichten zur Bioprodukten greifen würden. Mitterweile sei Bio für ganz normale Familien bezahlbar, ergänzte Pellengahr. Seiner Ansicht nach hat es der Einzelhandel geschafft, Bioprodukte endgültig aus der Nische zu holen und die zu "demokratisieren". Bioprodukte müssten für jedermann erschwinglich sein, sie könnten sich aber auch von der allgemeinen Geizwelle abheben, betonte Pellengahr.

In Deutschland würden mehr Bioprodukten nachgefragt als Produkte vorhanden seien. Die deutliche Kluft zwischen Angebot und Nachfrage müsse zunehmend über Importe abgedeckt werden. " Es kann und darf nicht sein, dass dieses Wachstum am Biomarkt ohne die deutschen Bauern stattfindet", sagte Niemann. Die Verbraucher würden zu Bio greifen, weil sie sich Gedanken um ihre Gesundheit machten. Bio sei nicht nur eine Frage der Ernährung, sondern ein ganzheitlicher Ansatz. Die regionale Herkunft spiele hier eine entscheidende Rolle. "Mit Bioprodukten aus Australien helfen wir unsere Umwelt hier in Deutschland nicht", betonte Niemann.

Nach Einschätzung von Böhmann hat das einheitliche deutsche Biosiegel Berechtigung am Markt und hat zur Verbreitung von Bio beigetragen. Doch müsse der Kunde auch wissen, dass deutsche  Bioprodukte höhere qualitative Anforderungen erfüllten als Produkte aus dem Ausland. In diesem Zusammenhang sprach sich Niemann für die nationale Herkunftskennzeichnung für Ökoprodukte aus. Die Standards und damit die Qualitätsanforderungen in Deutschland seien eindeutig höher. Eine nationale Herkunftskennzeichnung diene also der Verbraucherinformation. Außerdem helfe es aus Wettbewerbsgründen dem Landwirt dabei, sich als deutscher Erzeuger am Markt zu positionieren.

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