Biomarkt weiter im Aufwind
Auch 2008 wieder hohe Wachstumsraten zu erwarten
Das rasante Umsatzwachstum auf dem deutschen Biomarkt geht weiter. Wie der Deutsche Bauern Verband meldet, sind die Bioumsätze 2007 um fast 20 Prozent auf etwa 5,5 Milliarden Euro gestiegen. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass 2008 mit einem weiteren dynamischen Marktwachstum gerechnet werden kann. Genaue statistische Zahlen wird es erst Mitte des Jahres geben.
In einigen Produktbereichen, zum Beispiel Kartoffeln, wirken die zu geringen Erzeugungsmengen im In- und Ausland Umsatz begrenzend. Da die Umstellung von Flächen und landwirtschaftlichen Betrieben auf ökologischen Landbau weitehin hinter dem Marktwachstum zurückbleibt, werden bei den den meisten Produktgruppen Bio-Importe weiterhin an Bedeutung gewinnen.
Der DBV geht davon aus, dass die Bio-Milch- und Bio-Getreidepreise sich voraussichtlich auf hohem Niveau halten werden. Für die Ernte 2008 seien bereits erhebliche Getreidemengen nur knapp unter den aktuellen Marktpreisen kontraktiert worden. Schwierig stelle sich dagegen die Situation auf den Rind- und Schweinefleischmärkten dar. Die Veredelung leidet unter den hohen Kosten für Bio-Futtergetreide.
Nach Ansicht des DBV wird eine marktkonforme Ausdehnung des Bioangebots aus deutscher Erzeugung wesentlich davon abhängen, dass die Bundesländer die Förderung der Umstellung auf ökologischen Landbau an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen und ob auch Verarbeiter und Handel ihrer Verantwortung nachkommen und die Umstellung des ökologischen Landbaus durch geeignete Maßnahmen flankieren.
Europaweit ist die Entwickung nicht einheitlich. Die deutsche Zurückhaltung bei der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft wird in Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien und den osteuropäischen Ländern nicht geteilt. Dort sind dann auch die Rohstoffe in guter Qualität vorhanden, um den Bedarf hier zu decken. Ähnlich stark wie in Deutschland beginnt sich die Bionachfrage ansatzweise bisher nur in Frankreich zu entwickeln. In Italien wird der aktuelle Umsatz auf 2,5 Milliarden Euro geschätz, bei einem Binnenumsatz von unter 1,8 Milliarden und einer Ökoanbaufläche von mehr als 1,1 Millionen Hektar (BRD rund 850 TSD). Eine wirkliche Behinderung der Umsatzsteigerung wegen fehlender Rohstoffe ist also nicht zu erwarten.







