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Bio als politische Aufgabe

IFOAM-Kongress in Brüssel fordert Verankerung in der europäischen Agrarpolitik

Klare Empfehlungen für eine künftige gemeinsame Agrarpolitik entwickelten die 300 Teilnehmer  der Europäischen Bio-Konferenz der IFOAM, dem Weltverband der Bio-Bewegung, in Brüssel. Die hochrangige Veranstaltung, die EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel eröffnete, nannte die künftigen Herausforderungen, denen sich die Bio-Branche gegenübersieht, welche Lösungen es gibt und wie die Politik gewährleisten kann, dass die Gesellschaft von der biologischen Erzeugung profitiert.

Sprecher der Umweltschutz-, der Landwirtschaftskommission und Naturschutztverbände unterstrichen die Leistung der biologischen Landwirtschaft für Klimaschutz, Artenvielfalt und Wasserwirtschaft. Das sind Schlüsselthemen im Umweltschutz, die ganz oben angesiedelt sind in der gegenwärtigen Agrarpolitik.

Eine vernünftige Bio-Landwirtschaft  rechtfertige die Investition in das einzige Anbau-System, das alle Anforderungen der gemeinsamen Agrarpolitik erfüllt und den Erwartungen der Bürger entspricht, wie Francis Blake, Präsident der IFOAM Europa erklärte. „Wir rufen die Kommission auf den Europäischen Bio-Aktionsplan zu aktualisieren, um für eine kontinuierliche Politik zu sorgen“, betonte Blake. Der Aktionsplan aus dem Jahr 2004 sei ein guter Start gewesen, aber viele wichtige Felder blieben unberücksichtigt. Insbesondere werde nicht erörtert, wie Gentechnikfreiheit sichergestellt werden könne.  

Während des Kongresses zeigte die Bio-Branche ihre Stärke und trat den Beweis an, dass Bio-Lebensmittel im Zentrum der agrarpolitischen Debatte stehen. Die große Zahl der Vertreter der Kommission waren ein Zeichen dafür, wie ernst der Bio-Anbau inzwischen genommen wird.

Mehrere Schritte werden als notwendig erachtet unter anderem,

  • in die Umweltschutzmaßnahmen den Bio-Anbau einbeziehen, 

  • die Förderung des Bio-Anbaus im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raumes,

  • die Unterstützung der einschlägigen Forschung,

  • die Markteilnehmer stärker in den Gesetzgebungsprozess einzubeziehen und

  • die Sicherheit der Bio-Produkte in einem wachsenden Markt zu bewahren.  


 


 

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