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Zeit sparen mit Bio-Konserven

Fertiggerichte in der Dose bergen noch unausgeschöpftes Potenzial für den Handel

Bei Fertiggerichten in der Dose und Glas ist das Bio-Angebot noch überschaubar. Wenige Hersteller bieten jeweils eine handvoll Standardartikel. Gulasch-, Linsen-, Bohnen-, Erbsensuppe sind beliebte Sorten. Eine richtige Breite und Tiefe ist noch nicht sichtbar. Fleischlose Varianten gehören bei biologischen Angeboten auch dazu. Die Konserven sind eine Sache für Spezialisten, die Sortimentsanbieter wie Bio-Zentrale und Alnatura haben dieses Feld noch nicht besetzt. Mit Erasco ist der Marktführer aus dem konventionellen Bereich vor kurzem in das Bio-Geschäft eingestiegen.


Zwei Stunden bereitete eine Hausfrau vor einer Generation am heimischen Herd eine Mahlzeit zu. Heute sind es zehn Minuten. Mit Kost aus der Dose oder dem Glas geht alles schneller. Auch Bio-Hersteller machen dem Verwender das Leben damit einfacher. Suppen, Eintöpfe und Wurst aus der Konserven-Dose brauchen nicht gekühlt zu werden, sind lange haltbar und damit ideal für die Bevorratung. Die Dose wird oft zu unrecht abwertend betrachtet. Sie bietet Lichtschutz für das Produkt, ist leicht recyclebar und energiesparend, da leicht beim Transport. Die Blech-Dose lässt sich heute durch den Ring-Pull-Deckel ohne Werkzeug öffnen, ist also durch und durch convenient. Viele Bio-Hersteller versuchen sich durch Glasware von den konventionellen Konkurrenz abzusetzen und den Premium-Charakter zu unterstreichen. Glas hat jedoch eine deutlich schlechtere Ökobilanz.

Zeit und Energie sparen

Mit Konserven wird in der Küche richtig viel Zeit und Energie gespart. Der Inhalt muss nur erwärmt werden. Das ist ein echter Convienience-Vorteil. Mit gerösteten Brotwürfeln, frischen Kräutern oder Sahne kann individuell verfeinert werden. Suppen und Eintöpfe entweder vegetarisch oder mit Fleisch werden angeboten. Außerdem sind Wurst und Würstchen als Glas- oder Dosenware auf dem Markt.

Ökoland beliefert den Fachhandel seit Jahren erfolgreich mit einem breiten Sortiment an Konserven. Der Hersteller bietet alles von Würstchen und Wurst im Glas über Fertiggerichte mit Fleisch wie Linsensuppe mit Würstchen bis hin zu vegetarischen Varianten wie Mexikanische Bohnensuppe.

Im klassischen LEH sind die Fleischwerke Zimmermann aus Thannhausen Pionier bei Bio- Fertiggerichten und -Dosenwurst. Der ehemalige bayerische Hoflieferant ist dort Marktführer. Im Konserven-Bereich haben die Bayern verschiedene Eintöpfe im Programm: Bio-Bohneneintopf mit grünen Bohnen und Rindfleisch, feurige Bio-Gulaschsuppe mit Rindfleisch und Bio-Gemüseeintopf mit einer mageren Einlage an Bio-Rindfleisch. Die Bio-Eintöpfe bietet die Fleischwerke als 400 Milliliter Konserve an. Diese Portionsgröße ist besonders für Single und Senioren geeignet. Die Bayern sind national bei den großen Handelsketten vertreten.


„Schneller, leicht zu zubereitender und gesunder Genuss liegt beim Konsumenten hoch im Kurs. Die Nachfrage für Convenience-Produkte steigt stetig. Unsere Eintöpfe sind mit ein Prozent und vier Prozent Fett sehr gut für eine kalorienbewusste, leichte Ernährung geeignet", erklärt Bettina Felix aus der Marketing-Abteilung. Durch den eigenen Internet-Auftritt, Anzeigenwerbung, Messen und den Außendienst werden die Produkte unterstützt.

Zimmermann steht für Geschmack. „Durch die Verarbeitung von besten Rohstoffen und perfekt abgestimmten Rezepturen können wir unseren Kunden Bio-Produkte in bester Qualität liefern", so Felix weiter. Die Bio-Linie spricht Familien, Singles und Senioren an.

Im Bereich der Bio-Eintöpfe sieht der Hersteller noch große Potenziale. Bio-Wurst in der Dose gibt es in den fünf Sorten Lyoner, Jagdwurst, Schinkenwurst, Leberwurst und Wiener.

Neu als Anbieter für den LEH ist Bitamo aus Emmerthal mit vegetarischen Suppen in der Dose mit dem praktischen Ring-Pull. Die Produkte werden von der bioVlog vertrieben. Die vier vegetarischen Sorten Kartof- fel-, Tomaten-, Erbsen- und Möhrencreme-Suppe mit 360 Milliliter Inhalt sind im Sortiment. Die Zutaten stammen zu 100 Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Die fettarmen Suppen sind püriert und enthalen Sahne für den cremigen Charakter. Auf Konservierungsstoffe wurde verzichtet.

Vitagermine aus Frankreich zeigte auf der Anuga haltbare Suppen in der Flasche. In Frankreich gängig, in Deutschland hat diese Angebotsform noch nicht den Durchbruch geschafft. Sie bietet Sicht auf das Produkt, hat aber den Appetit noch nicht richtig geweckt.

Global Player auf dem kleinen Bio-Markt


Mit dem amerikanischen Campbells Konzern wendet sich ein global tätiges Unternehmen dem kleinen Bio-Segment zu. Unter der Marke Erasco, die Nummer eins bei Suppen in Deutschland, wurde ein Bio-Sortiment auf den Markt gebracht, das sich vor allem an Verbraucher wendet, die bei Convenience nicht auf ökologische Lebensmittel verzichten wollen. Die Bio-Eintöpfe ohne Zusatzstoffe erfüllen den Wunsch nach einer natürlichen und bewussten Ernährung. Alle Produkte tragen das EU-Bio-Siegel. Marktstudien des Konzerns belegen das große Potenzial des neuen Sortiments: Eine Kaufbereitschaft von 74 Prozent zeigt die hohe Akzeptanz der Bio-Eintöpfe beim Verbraucher. Vier verschiedene Varianten werden angeboten: Hühner-Nudeltopf, Linsen-Eintopf, Sommergemüse-Topf und Gemüse-Nudeltopf. Die Dosen enthalten 800 Gramm und sollen nach der unverbindlichen Preisempfehlung 2,69 Euro kosten. Mit dem Konzept „beste Bio-Zutaten für reinsten Genuss und reinstes Wachstum" will Erasco sich und dem Handel ökologisch und ökonomisch wertvolles Absatzplus bescheren.

Der Tegut Tochterbetrieb kff aus Fulda plant für 2008 drei Bio-Suppenkonserven in den Handel zu bringen: Gemüsesuppe, Rhöner Kartoffelsuppe mit Schmand und Gemüseeintopf mit Rindfleisch und Kartoffeln. kff wählt das Glas mit 350 Milliliter und wendet sich mit dem kleinen Gebinde an Ein-Personen-Haushalte. Unter der im Oktober gestarteten Marke Buchonia kann der Großhandel auch drei Glaswaren-Produkte mit Leber-, Schinken- und Jagdwurst bestellen.

Meica macht Bio-Würstchen

Der Würstchenhersteller Meica aus dem Ammerland bietet dem LEH drei Bio-Konserven in Bioqualität an. Kleine Knackzarte in der Ring-Pull-Dose sowie Wiener und Bockwurst im Glas. Die Würstchen können kalt oder warm verzehrt werden.


Die Nürnberger Bio-Originale (NBO) führen die Bratwurst mit geschützter geografische Angabe (g.g.A) auch in der Dose. Sie ist servierfertig gebrüht und gebraten zu zehn Stück mit 160 Gramm Nettogewicht abgepackt und hat eine Haltbarkeit von 300 Tagen. Die Bio-Rostbratwürste sind ideal für die kalte oder schnelle warme Küche und dienen auch als Geschenkartikel. „Der Klassiker in der Dose ist das ideale, ungekühlt haltbare Ergänzungsprodukt im Bio Fachhandel und im Spezialitäten-Fachhandel", erklärt Geschäftsführer Stefan Aster. Gemäß dem Motto: Natürlich – Bio – schmeckt! betont das fränkische Bio-Unternehmen die Premium-Qualität. „Wir könnten uns vorstellen, noch weitere regionale Bio-Premium-Wurstspezialitäten, wie zum Beispiel die Bio Räucherknirpse, als Konservenprodukt herzustellen", blickt Stefan Aster in die Zukunft.

Das Hofgut Görlitz hat als einen Schwerpunkt Bio-Konserven im Programm. Bio-Gulasch vom Rind, Rindfleisch mit Brühe, Bio Bolognese, Hühner-Frikassee, Hühnerfleisch mit Brühe und Ragout vom Huhn sind im Glas konserviert. Die Schlachttiere sind vom eigenen Hof, die Produktion erfolgt in reiner Handarbeit. Verkauft wird regional über Feinkost-Geschäfte, SEH, Bio-Bäckereien, und Abokisten. Außerdem über die Naturkost-Großhändler Kormoran, Terra, Naturkost Elkershausen, Speisekammer und Naturmarkt Dresden. „Insgesamt verspüren wir seit drei Jahren eine stark gestiegene Nachfrage nach unseren Bio-Konserven. Wir freuen uns über das große Interesse, das bislang auch diverse Nachahmer-Produkte unbeschadet überstanden hat", erläutert Sella Mevert.

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) hat eine biologische Wurst-Range im rustikalen Bügel-Glas. Hausmacher Sorten wie Leberwurst und Blutwurst als Halbkonserve sind dabei.

Der Bio-Markt befindet sich bei Fertiggerichten in der Dose erst am Anfang. Noch steht in den Supermärkten nur in wenigen Fällen die Bio-Alternative neben dem konventionellen Produkt.

Anton Großkinsky


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