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Von Matcha bis Kombucha: Streiflichter Biofach 2026

Weltleitmesse setzt Impulse – und will auch künftig Bio bleiben

Von Matcha bis Kombucha: Streiflichter Biofach 2026 © NürnbergMesse / Thomas Geiger

Vom 10. bis 13. Februar wurde die Biofach in Nürnberg erneut zum Treffpunkt der internationalen Bio-Community. 2.200 Aussteller aus fast 90 Ländern trafen auf knapp 32.000 Fachbesucher – womit die Teilnehmer- Zahlen erneut zurückgingen. Jeder zweite Besucher reiste aus dem Ausland an. Ein Fazit der Messeleitung: Auch in der Weiterentwicklung soll die Biofach nicht verwässert werden. 

„Die Biofach hat eindrucksvoll gezeigt, was Bio‑Branche ist. Dieser Spirit war in allen Hallen spürbar“, zieht Biofach-Leiter Dominik Dietz als Resümee. Zu den stärksten internationalen Beteiligungen zählten neben Deutschland unter anderem Italien, die Niederlande, Indien, Österreich und Spanien. Für 2027 seien über zwei Drittel der Fläche bereits gebucht. 

Von indischen Gewürzen zu dänischem Fleischersatz

Passend zum Leitthema ‚Growing Tomorrow: Young Voices, Bold Visions‘ (‚Zukunft gestalten: Junge Stimmen, mutige Visionen‘) richtete die Biofach 2026 mit Indien als Land des Jahres den Blick auf einen Bio-Markt, der von jungen Akteuren, neuen Initiativen und starkem Wachstum geprägt ist. Mit fast 2,4 Millionen Bio-Landwirten ist Indien weltweit mit Abstand Spitzenreiter. Am Gemeinschaftsstand der indischen Exportförderbehörde Apeda präsentierten 95 Aussteller ihre Produkte – von Reis und Gewürzen bis zu Hülsenfrüchten und Hirse. 

Auch Europas führende Bio-Exportnation Italien (siehe auch Interview Seite 22) war erneut mit einer starken Präsenz vertreten. 65 Aussteller nahmen am Gemeinschaftsstand der Italian Trade Agency (ITA) teil, auf einer Fläche von 640 Quadratmetern. Sie kamen aus 16 von 20 italienischen Regionen und brachten Spezialitäten wie Olivenöl und Essig, Pasta und Reis, Saucen, Pesto und Brotaufstriche, eingelegtes Obst und Gemüse, Backwaren, Snacks und Trüffel. Auch Fertigmischungen und Instantgerichte, glutenfreie Mehle, Gewürze, Heil- und Arzneipflanzen zählten zu den Highlights.

Am dänischen Gemeinschaftsstand waren 23 Unternehmen mit von der Partie, darunter etwa Matr Foods, die ihren Bio-Fleischersatz aus Kartoffeln, Roter Bete, Hafer, Spalterbsen und Lupinen präsentierten. Das Produkt wird ausschließlich mit natürlichen Pilzsporen versetzt, die durch Fermentation für Geschmack und eine saftige Struktur sorgen. Laut Geschäftsführerin Randi Wahlsten ist der Fleischersatz speziell auf deutschsprachige Verbraucher ausgerichtet, die zunehmend Interesse an pflanzlichen Bio-Alternativen „ohne E-Nummern“ hätten. 

Der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) nutzte die Biofach, um seine Position im europäischen Bio-Apfelmarkt zu unterstreichen und eine positive Zwischenbilanz der laufenden Saison zu ziehen. Neben einer hohen Produktqualität sei die Lagerfähigkeit der Äpfel weiter verbessert und das Produktionspotenzial der 300 Bio-Betriebe des Verbands erhöht worden, sodass die ganzjährige Belieferung des Handels möglich sei. Zum Produktportfolio gehören sowohl traditionelle süße Sorten wie Gala, Fuji und Inored Story als auch süß-säuerliche wie Braeburn, Topaz und Bonita sowie die säuerlichen Varianten Golden Delicious und Granny Smith. Ergänzt wird das Angebot durch Clubäpfel wie Pink Lady und Kanzi sowie die innovativen Sorten Natyra, Cosmic Crisp, RedPop und Giga. 

 

Der LEH braucht starke Bio-Marken
„Wir haben uns sehr über die jüngsten positiven Marktdaten des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft gefreut. Sie machen deutlich, dass Bio in sämtlichen Vertriebskanälen weiterhin erhebliche Wachstumsmöglichkeiten hat. Gleichzeitig besteht aus meiner Sicht weiterhin Bedarf an Bio-Marken mit hoher Reichweite, starker Ausstrahlung und größerer Bekanntheit. Gerade im LEH sind sie wichtig für die Differenzierung geworden.
Ein starker Trend auf der Messe waren praktische, schnell zubereitbare Bio-Produkte. Das zeigte sich in den Neuheiten, den Startup-Pitches und in vielen Gesprächen – auch an unserem Stand: Unsere neuen Couscous-Salate waren bei den Verkostungen an der Foodbar besonders gefragt. Dabei zeigte sich ein großes Interesse an der Verbindung aus schneller Zubereitung und dem Ansatz ‚Klarheit statt Komplexität‘ – mit klaren Rezepturen und wenigen Zutaten.
Der Kongress hat mich durch seine thematische Breite und die unterschiedlichen Perspektiven beeindruckt. Besonders hat mich die Frage beschäftigt, wie wir gemeinsam mit dem Handel die Bio-Marken aus der Nischenplatzierung befreien – denn solange sie im grünen Eck stehen, erreichen sie schließlich nur die, die ohnehin schon überzeugt sind. 
Beim Sustainable Future Lab wurde deutlich, dass die Branche zwar weiterhin auf ihrer pionierhaften Grundlage aufbaut, sich unternehmerisch jedoch zunehmend diversifiziert. Das Spektrum reicht heute von traditionellen Familienunternehmen über junge Startups bis hin zu neuen Finanzierungsformen und Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gemeinsame Orientierungspunkte bleiben dabei Werte, Qualität und messbarer Impact – auch in einem zunehmend breiteren Marktumfeld.“ 
Ralf Koch, Geschäftsführer Bohlsener Mühle

 

Meetingpoint BIOimSEH gibt Inspiration für Vollsortimente

Einen markanten Akzent für die Kaufleute im selbstständigen Einzelhandel setzte die Messe mit dem Meetingpoint BIOimSEH, der 2026 erstmals als Sonderfläche gelistet war. Wie gewohnt bot der Treffpunkt eine Produktschau zur Inspiration für mehr Bio-Markenvielfalt für Kaufleute. Gut 30 verschiedene Unternehmen nahmen dieses Jahr teil. Blickfänge waren die Bio-Bäckerei-Auslagen von Slottke inklusive Baguette und glutenfreiem Vollkornbrot sowie eine Bio-Fleisch-Theke von Biopark. Obst und Gemüse wurde von der Franken-Gemüse Vertriebs eG sowie dem Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau gestellt. Besucher konnten außerdem die ganze Messe über den Koffein-Kakao des Unternehmens Kolakao mit dem Kraftspender Kolanuss verkosten.

Fruchtige Erfrischung im Getränkeregal

In den Regalen zeigte ‚Bio Aus Dänemark‘ Präsenz, etwa mit Rawbites sättigenden Frucht-Nuss-Riegeln oder Co-Ros Wassereis zum Selbereinfrieren, Marke Sun Lolly. Einen Limonadenersatz ohne raffinierten Zucker, künstliche Zusätze oder Süßstoffe, dafür mit viel Geschmack präsentierte der Hersteller Noda (‚not a soda‘): in den Varianten Grapefruit, Ingwer-Zitrone und Mango-Passionsfrucht. Ebenfalls ohne Zusätze kommt Bangs bei seinen Bio-Ingwershots mit Kurkuma, Granatapfel oder Apfel-Zitrone aus, entweder im kleinen 60-Milliliter oder im 0,3-Liter-Format. Dazu stellt der dänische Hersteller Limonaden in der 0,5-Liter-Flasche.

Fruchtige Erfrischung war auch regional aus Bayern geboten. Mit der Marke Lilo ist der Bioland-Streuobsthof Stöckl vor zwei Jahren in die Schorlen-Produktion eingestiegen. Enthalten sind 50 Prozent Saft und 50 Prozent Mineralwasser, „nichts sonst“. Die Abfüllung erfolgt bei Riedenburger. Apfel mit Quitte, Birne und Johannisbeere gibt es im Sortiment, wobei Apfel-Birne 2026 von der LVÖ Bayern als eines der fünf besten bayerischen Bio-Produkte 2026 ausgezeichnet wurde.

Dohrn & Timm aus Brandenburg stellten neben Obstsäften auch Rote Bete-, Karotten-, Tomaten- oder Sauerkraut-Direktsaft mit Naturland-Zertifikat. Wein und Sekt in Bioland-Qualität brachte das Bleimer Schloss auf die Sonderfläche. Und auch die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser war mit verschiedenen Herstellern wieder mit am Start. 

Müsli-Fülle und Kürbiskernspezialitäten aus Bayern

Für Abwechslung im Trockensortiment sorgte die Antersdorfer Mühle mit Müsli-Fülle, Fertigmischungen, Linsen, Reis oder Roggenschrot. Noch mehr Müsli gab es von Detmers: ob Amaranth-Granola, Honig-Crunchy oder Porridge. Auch ‚Lechtaler Kürbiskerne‘ hat verschiedene Müsli-Mischungen im Gepäck. Spezialisiert ist der bayerische Hersteller auf den Anbau und die Veredlung von Ölsaaten – insbesondere Kürbiskerne. Bestseller sei das ganze Jahr über die eigentlich für die Weihnachtszeit entwickelte Geschmacksrichtung ‚Vanille und Zimt‘. Daneben gibt es die Kürbiskerne geröstet aus dem Kupferkessel, gesalzen, honigsüß kandiert oder als Salatkernmix. Kürbiskernöl aus eigenem Anbau präsentierte der ebenfalls bayerische Biolandhof Schmid als regionale Alternative zur Pistazie, „nur viel nachhaltiger“. Am besten mache es sich im Sommer auf Vanilleeis. Frühjahrsblütenhonig und Honig-Balsam-Essig brachten die mehrfach ausgezeichneten Honiglandschaften aus Bayern auf den Meetingpoint und auch Nürnberger Bio-Elisen-Lebkuchen durften nicht fehlen.

 

Auch für Herstellermarken geht es bergauf
„Wir waren mit der Biofach 2026 rundum zufrieden. Besonders eindrucksvoll fand ich die Eröffnungsveranstaltung mit der Keynote von Luisa Neubauer. Mit Blick auf die Bio-Marktentwicklung geht es weiter bergauf – nicht nur wie zuletzt für Handelsmarken, sondern auch für authentische Herstellermarken. 
Zu einer potentiellen Öffnung der Biofach für Nicht-Bio-Produkte hat sich unser Bio-Spitzenverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft stellvertretend für seine Mitglieder klar geäußert. Inzwischen kam die Info von der Messe, dass es keine Verwässerung geben soll. Die Biofach bleibt Bio.“ 
Matthias Sinn, Head of Omnichannel Category Development bei Rewe

 

Von Feinkost bis Hähnchen-Kebab

Als Besonderheit stachen Produkte mit Biozyklisch-Vegan-Zertifikat heraus (siehe dazu auch Interview Seite 24): griechisches extra natives Olivenöl, Granatapfelsaft oder Oregano-Öl. Weiteres Olivenöl aus Italien, Spanien, der Türkei oder Griechenland sowie verschiedene Balsamessige stellte Corovita. Auch Just Taste zeigte mit seinen glutenfreien veganen Spaghetti aus Edamame, schwarzen Bohnen oder Süßkartoffeln Präsenz. Und D'Angelo präsentierte gefüllte semifrische Pasta für das Trockenregal, von veganen Steinpilz-Tortellini bis zu Cappelletti mit Räuchertofu.

In den Kühltheken demonstrierte Biofino seine Geflügel-Sortimentsvielfalt von Bratwurst bis Hähnchen-Kebab. Passend zur Grillsaison stellte Grünhof die Neuheiten Coleslaw (Krautsalat) und Tzatziki vor, während Gazi Feta im Gepäck hatte. Auch die Gläserne Molkerei war mit von der Partie und zeigte ihren neuen Mopro-Koffeindrink ‚hellwach‘, der ihr bereits den pro-agro-Marketingpreis bescherte. Die TK-Auslagen füllte Schwarmstedter mit Puffer, Kroketten und Pommes.

Von radikaler Einfachheit bis Darmgesundheit

Als Branchentrend identifizierte die Biofach-Trendjury dieses Jahr das Thema ‚Reframing Organic‘ (‚Bio neu definieren‘), bei dem es angesichts der zunehmenden ‚Mainstreamisierung‘ des Sektors darum gehe, ursprüngliche Branchenwerte zu bewahren und in die Zukunft zu tragen, bei neuen Entwicklungen mitzunehmen. Zweitens hebt der Trend ‚Perfectly simple‘ eine radikale Einfachheit mit kurzen Zutatenlisten und möglichst wenigen Zusatzstoffen hervor.

Daneben hat die Jury vier Produkttrends definiert. Das Schlagwort ‚Colourful by nature‘ rückt bunte Produkte auf Basis von natürlichen Stoffen und auch Marken, die sich bunt präsentieren, in den Mittelpunkt. Die ExpertInnen erkennen eine neue Relevanz moderner Fermentations- und Präzisionsverfahren (‚Precision meets tradition‘). Außerdem stünden unter dem Motto ‚Wellbeing in a bottle‘ Getränke vom Immunshot bis zur Trinknahrung im Fokus, während sich unter der Parole ‚Oh my gut!‘ alles um Darmgesundheit, ballaststoffreiche Ernährung, Probiotika und das Mikrobiom dreht.

Grün, grüner, Matcha

Als voll im Trend zeigte sich am Neuheitenstand der pulverisierte japanische Grüntee Matcha – wobei das pure Pulver die Ausnahme bleibt. Im Gepäck hatte es etwa die goodmoodfood GmbH aus Berlin. Einen Erdbeer-Matcha in Pulverform und eine Matcha-Mischung ‚Beauty‘, die einer schönen Haut zugutekommen soll, brachte die ebenfalls Berliner ‚Happy Matcha GmbH‘ zur Biofach. Bei ‚Mein Matcha Spice‘ von Biovegan, wird Matcha mit ausgewählten Gewürzen kombiniert. Aiya aus Hamburg bietet unter der Marke Kissa Matcha-Latte-Sticks, mit denen man einen ungesüßten Matcha-Mischdrink zubereiten kann – auch mit Vanille-Geschmack erhältlich. Die tschechische Marke Fluidum hat gar Matcha-Kapseln für die Kaffeemaschine konzipiert. Und von Sonnentor gibt es einen neuen Matcha-Bio-Sirup – „ein Gedicht in Grün“. Wenig verwunderlich darf von Voelkel ein Matcha-Shot nicht fehlen, der viel Koffein mit Trauben, Äpfeln, Limetten und Kiwis kombiniert. Einen Ingwer-Shot mit Mango und Matcha hat wiederum InnFood aus Oberbayern entwickelt. Interessante Erfrischung verspricht auch der ‚Super Soda Apfel Matcha‘ vom belgischen Unternehmen Yugen – ein „vollmundiges fermentiertes Getränk“ mit Ballaststoffen, Kräutern und Apfelessig. Als Mahlzeit, etwa zum Frühstück, geeignet ist schließlich Wholeys fruchtige Matcha Smoothie Bowl. 

 

Die Biofach hat an Stärke eingebüßt 
„Die Biofach ist wichtig für uns, um den Austausch mit bestehenden Geschäftspartnern, national und international, zu pflegen und neue Kunden zu gewinnen. Wir sind als Aussteller mit dabei, da die Messe international aufgestellt und letztendlich ein wichtiger Beitrag für die europäische und deutsche Wirtschaftsentwicklung ist.
Leider muss man beobachten, dass die Biofach an der ehemaligen Stärke eingebüßt hat, was man nicht pauschal Corona anhaften kann. Während der letzten Jahre haben sich mehr und mehr Aussteller zurückgezogen. Messehallen werden mit weniger Ausstellerflächen bestückt, leere Flächen kaschiert oder Hallen sind nicht mehr belegt.
In diesem Jahr war der Anteil an Besuchern, die uns als Aussteller Waren verkaufen wollten, deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Erschreckend war jedoch der Ansturm an Privatleuten, die vom ersten Tag an stärker präsent waren als jemals zuvor.
Auch wenn die Biofach seit einigen Jahren schwächelt, muss wohlüberlegt sein, welche künftige Ausrichtung zielführend ist, damit die Messe wieder zu ihrer alten Stärke zurückfindet – mit einer qualitativ hochwertigen und attraktiven internationalen Präsentation für die Fach-Community. Das Konzept zu erweitern und konventionelle Produkte zuzulassen ist ein Widerspruch in sich. Fairtrade ist kein Synonym für Bio. Damit würde sich die Biofach unweigerlich in Richtung ‚Gemischtwarenladen‘ entwickeln. 
Die Leitung der Biofach sollte sich mit Ausstellern konstruktiv austauschen. Denn wem, wenn nicht den ausstellenden Unternehmen, ist daran gelegen, sich auf einer starken Biofach zu präsentieren? Vom Erfahrungsschatz und der Beobachtung des Messe-Geschehens der Aussteller kann die Messeleitung nur profitieren.“ 
Anonyme Ausstellerin mit 19 Jahren Biofach-Erfahrung

 

Getränkeneuheiten: alkoholfrei, belebend und funktional

Auch 2026 haben sich Bio-Getränke-Hersteller erneut ins Zeug gelegt: ob mit Wein, Bier, alkoholfreier Erfrischung oder vitaminreichen Säften. Die Vulkan Brauerei hat eine Reihe neuer Biere mit zur Biofach gebracht: vom süffigen ‚1875 Hell‘ über ein hopfiges IPA bis zum alkoholfreien Weizen-Mix Grapefruit. Auch Neumarkter Lammsbräu hat seine Range alkoholfreier Biere erweitert: um die Sorten ‚glutenfrei Zitrone‘ sowie ‚Bio Hell‘. 

Einen neuen Bio-Aperitif auf Basis von Weißwein gibt es von Riegel als ‚Landpartie Spritz Himbeer & Limette‘, ebenso wie den alkoholfreien Schaumwein Keth aus Rheinhessen. Weitere alkoholfreie Aperitifs präsentierte das Startup ‚Aperitivo Kollektiv GmbH‘ unter der Marke Sankt Sprizz: ohne Zucker oder künstliche Zusätze, auch in der Variante ‚Espresso Tonic‘ oder ‚Barista Tonic‘ (entkoffeiniert) mit Mount Hagen-Kaffee erhältlich.

Eine alkoholfreie Alternative zum Perlwein Pét Nat mit Hibiskus, natürlich sprudelnd durch Fermentation, hatte Bouche im Gepäck, neben einem Kombucha in der Geschmacksrichtung Mandarine. Wasserkefir mit Zitronenverbene oder Ingwer und Zitrusfrüchten brachte der Hersteller Labo Dumoulin aus Frankreich auf die Biofach. Voelkel ist auf den Zug aufgesprungen und bietet nun Wasserkefir in den Geschmacksrichtungen Himbeere-Rosenblüte sowie Ingwer-Zitrone und Kombucha in den Varianten Grapefruit-Hopfen und Heidelbeere-Lavendel.

Bei den Saft-Neuheiten heben die Bio-Hersteller bevorzugt die gesundheitlichen Mehrwerte hervor. Voelkel erweitert seine Shot-Range um Immun-, Eisen- und Ballaststoff-Shot. Amecke stellt einen ‚Bio Plus Eisen‘-Saft und Beutelsbacher ein ‚Pro Vitamin D‘-Getränk aus Apfel- und Karottendirektsaft, neben einem Apfel-Granatapfelsaft. Freunde von Tomatensaft können auf eine neue Bio-Variante von Canú (Coop Campo) aus Italien zurückgreifen. Eine neue Bio-Alternative zu Energy-Drinks und Sportsgetränken auf Basis von Kokoswasser hat Green Coco Europe auf den Markt gebracht. Für veganes Protein-Shake in Bio-Qualität sorgt die Biovegan-Marke Purya!, die einen neuen Artikel mit Kakao-Geschmack gelauncht hat. 

Von Schwarzkümmelöl bis Asian Sprinkle

Zum Selberkochen präsentierte dieses Jahr etwa La Selva drei neue Pastasorten: klassische Linguine sowie verspielte Pipette rigate (‚kleine Pfeifen‘) und Treccine (‚kleine Zöpfchen‘). Der italienische Hersteller Castagno hatte als Gewürzinnovation Trüffel-Sesam im Gepäck. Daneben stand für viele Unternehmen die asiatische Küche im Fokus: Schwarzkümmelöl für eine orientalisch-indische Note brachten Naturata, Byodo, die Wasgau Ölmühle und Bordoni aus der Schweiz zur Biofach. Eine Variante des süßen japanischen Würzmittels Mirin aus österreichischer Gerste hat Genusskoarl entwickelt. Und neue asiatische Gewürzmischungen wurden von Sonnentor vorgestellt: Asian BBQ für koreanische, Asian Sprinkle für japanische und Easy Goreng für indonesische Gerichte. Eine neue Umami-Gewürzzubereitung präsentierten die ‚Österreichischen Bergkräuter‘. Außerdem eine interessante Länderspezialität: Produkte aus der nährstoffreichen Baru-Nuss liefert der brasilianische Hersteller Copabase

Auch zum Backen gab es Neuheiten auf der Messe zu finden. Lecker's hatte einen neuen Dekor-Streusel-Mix, gefärbt mit natürlichen Lebensmittelkonzentraten, im Gepäck. Auf innovative Zuckeralternativen setzt Naturata, mit Ahorn-, Agaven- und Himbeersüße in Pulverform. Und Bauck hat sein umfangreiches Backmischungen-Portfolio um zwei neue Kandidaten erweitert: Lemonies (‚Zitrone trifft Brownies‘) und Banana-Bread-Muffins.

Schnelle Küche in Bio-Qualität

Fürs Frühstück stellt Brinkers unter der Marke ‚So Vegan So Fein‘ neue ‚crunchy‘ Nuss-Aufstriche und Mount Hagen (Wertform) Demeter-Single-Origin-Kaffee aus Honduras. Nabio präsentierte als Fertiggericht fürs Frühstück neue Porridge-Bowls und als herzhafte Mahlzeit ein Golden Soul Curry im Glas – Kichererbsen-Erdnuss-Eintopf nach afrikanischer Art. Zum schnellen Aufwärmen geeignet sind die Konjak-Nudeln mit schwarzem Sesam vom niederländischen Hersteller Terra Sana. Und Bauck erweitert sein Fertiggerichtssortiment um Couscous-Bowls mit Linsen oder Curry sowie Falafel- und VeggieMix-Linsen-Burger.

Für die TK-Truhe liefert Ökofrost unter der Marke BioPolar eine neue Garnelen-Pizza, die Pizza-Snacks ‚Pizzicato‘ in drei Varianten und Chicken Nuggets mit reduziertem Salzgehalt. Die Mini-Gemüsefrikadellen von Soto sind jetzt auch für den Food Service erhältlich. Demeter-Felderzeugnisse ergänzt sein bio inside-Portfolio um vegane Veggie Sticks, Blumenkohl-Falafel und Kartoffelpüree. Unter der Marke Wild Ocean präsentierte das Unternehmen Thunfisch-Steaks und Seehecht-Filets aus nachhaltiger Fischerei. Und Followfood hatte neue Wildlachs-Würfel (Airfryer Fish Bites), Lachs-Filets und Protein-Käsespätzle mit Linsenmehl im Gepäck.

Innovationen im Bereich von Wurst und Käse waren auf der Biofach 2026 nur vereinzelt zu entdecken. ‚Hohenloher Bio-Rindswurst‘ und ‚Echt Hällische Bio-Würstchen‘ im Glas stellte die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) als Neuheiten im Zuge der Ganztierverwertung vor. Pichler Biofleisch präsentierte als praktischen ‚Notvorrat‘ einen Aufback-Leberkäse im Glas. Die Käserebellen haben einen neuen Bockshornklee-Käse im Programm – und für Kinder den milden, mit Möhrensaft veredelten ‚Pumuckl Köhse‘. Mit Ingwer, Kurkuma und Knoblauch will dagegen Söbbekes neuer ‚Bio Rocker‘ überzeugen, mit dessen Verkauf der Käse-Hersteller die Udo Lindenberg-Stiftung unterstützt.

Best New Product: Biovegan und Followfood punkten

Insgesamt konnten Besucher dieses Jahr 480 Produkte am Neuheitenstand entdecken. Wie gewohnt wurde aus diesen Kandidaten per Besuchervoting der Best New Product Award ermittelt, in zwölf verschiedenen Kategorien. 
Wiederum gehörte Biovegan zu den Publikumslieblingen und konnte sich gleich in zwei Kategorien durchsetzen: bei ‚Kochen und Backen‘ mit ‚Meine vegane Jägersauce‘ und bei den Getränken mit der veganen Trinkmahlzeit ‚Real Meal Berry‘. Auch Followfood wurde als Wiederholungstäter erneut ausgezeichnet, in der Kategorie TK-Produkte für sein Figgo-Eis Himbeere Vanille, das vom Comedian Teddy Teclebrhan beworben wird. Bei den Frischeprodukten gewannen Hermann Bio mit seinem ‚Fungi Pad Mare‘, einer Fleischalternative auf Basis von Kräuterseitlingen, sowie Complete Organics mit seinem Mediterranen Kimchi auf Weißkohl-Basis. Weitere Sieger waren etwa Genusskoarl mit Shiitake Miso (‚Kochen und Backen‘) und Biostyle mit einem Low Carb-Himbeerriegel (‚Snacks und Süßigkeiten‘).

31 junge Unternehmen stellten auf der Innovation Stage im Rahmen der Start-up- Pitches ihre Ideen und Geschäftsmodelle vor. Im Finale konnte sich der Hersteller ‚pack & satt‘ durchsetzen, der mit seinem ‚einpott‘ bio-vegane Fertiggerichte in Papierverpackung auf den Markt bringt.

Die Biofach bleibt Bio 

Im Vorfeld der Biofach 2026 hatte die Messeleitung angekündigt, sich ab 2027 in einer eigens dafür vorgesehenen Halle auch für Aussteller ohne Bio-Zertifikat zu öffnen, sofern diese bestimmte Kriterien erfüllen, die zum Bio-Kern-Gedanken passen. Nach Gesprächen rund um diese Weiterentwicklung auf der Biofach ruderten die Organisatoren wieder zurück. „Wir haben verstanden: Die Biofach wird nicht verwässert. Die Biofach bleibt Bio“, so Biofach-Leiter Dominik Dietz. Wie die Messe und das Themenfeld nachhaltige Ernährung zukunftsfest aufzustellen ist, soll im Frühjahr gemeinsam mit der Branche besprochen werden. 
Die nächste Biofach findet vom 16. bis 19. Februar 2027 in Nürnberg statt.

Lena Renner

Bildstrecke: Biofach 26_Produkte/Neuheiten

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