Start / Ausgaben / bioPress 113 - Oktober 2022 / Streiflichter der Biofach 2022

Messe

Streiflichter der Biofach 2022

Qualität statt Quantität: Weniger ist mehr

Streiflichter der Biofach 2022

Nach über zwei Jahren Präsenzpause gab es für die Bio-Branche vom 26. bis 29. Juli endlich ein Wiedersehen in Nürnberg. Mit 2.276 Ausstellern und 24.000 Fachbesuchern war die pandemiebedingt in den Sommer verschobene Ausgabe etwas kleiner als gewohnt. Bei 94 ausstellenden Ländern und 70 Prozent internationaler Beteiligung konnte die Biofach auch in dieser außergewöhnlichen Situation ihren Titel als Weltleitmesse für Bio-Produkte behaupten.

„Der Termin ist nicht ideal, aber der bestmögliche“, sagte Petra Wolf aus der Geschäftsleitung der Messe Nürnberg in der Eröffnungs-Pressekonferenz. Durch die Pandemie seien die Teilnehmerzahlen bei allen Messen zurückgegangen, man wolle das aber positiv nutzen und künftig mehr auf Qualität statt auf Quantität setzen – ohne zwingend jedes Mal neue Besucherzahlrekorde aufzustellen.

Nach der rein digitalen Messe-Ausgabe 2021 sollte die Biofach 2022 im hybriden Format, mit Schwerpunkt vor Ort und einer intelligenten Verzahnung zum digitalen Bereich stattfinden. So wurden Teile des Kongresses livegestreamt und standen anschließend noch als on-demand-Videos zur Verfügung.

Ob die Matchmaking-Funktion der Online-Plattform talque für Besucher wirklich einen ersichtlichen Zusatznutzen brachte, ist dagegen fraglich. Viele Treffen wurden wie gewohnt per Mail vereinbart. Der analoge Kontakt und Austausch stand für Besucher und Aussteller im Vordergrund. Negativ fiel die fehlende Möglichkeit auf, die Aussteller nach Warengruppen, Ursprungsland oder Sonstigem in Listen zu sortieren, was einen echten Zusatznutzen durch das digitale Format bedeutet hätte und in der Vergangenheit noch üblich war.

Als Messe-Trends wurden dieses Jahr die Kategorien ‚Klimabewusste Produkte‘, ‚Nachhaltige Verpackungskonzepte‘, ‚Heimische Rohstoffe‘ und ‚Authentisches Tierwohl‘ identifiziert, passend zum Oberthema Klimaschutz.

Jetzt erst recht: Bio aus der Ukraine

Während russische Aussteller auf der diesjährigen Biofach nicht zugelassen waren, war das ukrainische Pavillon mit seinen 27 Ausstellern gut besucht. Honig von U’Bee, Beeren von der Ukrainian Berries Association, Walnüsse, Getreidevielfalt, Leguminosen oder Sonnenblumensaaten konnten die Einkäufer dort erkunden. Noch 2020 war die Ukraine der viertwichtigste Bio-Importeur für die Europäische Union, ein Großteil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wird normalerweise exportiert. Schon seit 2014 sind ukrainische Produzenten auf der Biofach vertreten.

Zum Zeitpunkt der Messe waren 20 Prozent der Ukraine von russischen Gruppen besetzt. Die Kriegsschäden in der Landwirtschaft beziffert Andrii Remizov, amtierender Direktor des ukrainischen Exportbüros, auf 4,29 Milliarden Dollar. Knapp 70 Prozent der Betriebe operieren trotz der zerstörten Infrastruktur, dem Treibstoffmangel und unterbrochenen Logistikstrukturen weiter und 42 Prozent konnten ihren Bio-Status behalten.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Produzenten“, sagte Olena Deineko, Koordinatorin der Organic Initiative Ukraine. Nach dem ersten Schock hat die ukrainische Bio-Plattform bereits im März begonnen, die am meisten betroffenen Erzeuger zu unterstützen. „Alle leiden, aber die Kleinen sind besonders oft in ihrer Existenz bedroht.“ 30 Prozent werden den Markt vielleicht verlassen, schätzt Deineko. Mit Hilfe von Fundraising konnte ihre Organisation über 100 Unternehmen mit einer Summe von 180.000 Euro unter die Arme greifen, in der zweiten Phase des Hilfsprogramms wurden schon weitere 150.000 Euro gesammelt.

Bio aus Bella Italia

Auf dem Gemeinschaftsstand der Italian Trade Agency (ITA) präsentierten 60 Aussteller aus ganz Italien den Biofach-Besuchern ihre Spezialitäten: erlesene Olivenöle und Aceto Balsamico, frische und getrocknete Nudeln, Kaffee, Backwaren, Trüffel, Pasta-Saucen, Weine und Tomatenprodukte.
„Die Stimmung in den Hallen war beeindruckend und alle unsere Aussteller haben sich sehr glücklich geschätzt, ihre Geschäftspartner wieder persönlich zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Aufgrund des hohen Stellenwerts des Biosektors in Italien, bleibt für uns die Biofach als Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel eine unabdingbare Plattform für den persönlichen Austausch und das Networking“, resümierte Francesco Alfonsi, Direktor des Berliner Büros der ITA.

Laut den Daten vom Sinab (Nationales Informationssystem für ökologischen Landbau) hat die Bio-Anbaufläche in Italien im letzten Jahr um 4,4 Prozent zugenommen und Ende 2021 die Marke von fast 2,2 Millionen Hektar geknackt. Wenn diese Wachstumsrate in den kommenden Jahren anhält, könnte im Jahr 2027, dem letzten Jahr der GAP, ein Wert von 2,7 Millionen Hektar und im Jahr 2030 von drei Millionen Hektar erreicht werden. Bei den Bio-Betrieben wird dank 4.413 Neuzugängen im Zertifizierungssystem ein Zuwachs von mehr als fünf Prozent im Vergleich zu 2020 geschätzt, wodurch sich die Gesamtzahl der Bio-Erzeuger, -Verarbeiter und -Importeure auf 86.144 erhöht.

Qualität aus Peru, Dänemark und Belgien

Eine breite Palette von Produkten – sowohl was pflanzliche, als auch tierische Lebensmittel angeht – zeigte der dänische Gemeinschaftsstand, gestaltet von ‚Bio aus Dänemark‘, dem Verband Organic Denmark und 26 ausstellenden Unternehmen. Flüssige Gewürze von Northern Greens, Holunderblütenextrakt von Berrifine, Vollmondkäse von Thise oder täuschend echten Fleischersatz aus Erbsen und Ackerbohnen von Organic Plant Protein konnten Besucher hier bewundern.

30 Aussteller aus Peru präsentierten Superfood, Rohstoffe und Trockenfrüchte aus Südamerika: ob Ingwerpulver und -saft, Quinoa und Amaranth, gelierte Maca oder Öl und Pulver aus der Pflanze Sacha Inchi. Eine große Vielfalt an Pulvern von Zimt bis Kurkuma aus Indien und China bündelt auch der zwei Jahre junge Großhändler aakansha mit Sitz in Hamburg. Die CO2-neutrale Herstellung von kaltgepressten Pflanzenölen wird mit der neuen Solar-Ölpresse der Anton Fries Maschinenbau GmbH möglich: besonders interessant für Unternehmen in Entwicklungsländern, die nicht über eine zuverlässige Energieversorgung, aber dafür über viel Sonne verfügen.

Handwerklich verarbeitete Chips aus Bio-Kartoffeln der Region boten die wallonischen Unternehmen ‚Les Chips de Lucien‘ und ‚Chips Rebel‘. Beim Schlemmen auf Belgisch helfen auch die Bio-Fairtrade-Schokolade von Belvas oder Biere von der ‚Brasserie des Legendes‘ und ‚SuperfoodBeers‘. Eine spannende Produktneuheit stellte dazu der wallonische Brühen-Hersteller Belfond mit ‚Brothway‘ – einer Brühe zum Trinken aus der Flasche – vor.

Bio-Apfel-Vielfalt aus Südtirol

Der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) – gegründet 1945 und mit 4.600 Bauern die größte Vermarktungsorganisation für Äpfel in Europa – war ebenfalls auf der Biofach vertreten. Sortierung, Verpackung und Vermarktung werden von seinen zwölf zugehörigen Genossenschaften übernommen. Vor 30 Jahren wurde der Bio-Anbau koordiniert gestartet.

Werner Castiglioni, Geschäftsführer der Bio-Genossenschaft (Biosüdtirol), erwartet dieses Jahr eine sehr gute Ernte mit rund 42.000 Tonnen Äpfeln. Die Ware der 300 zugehörigen Bio-Bauern mit durchschnittlich drei Hektar Anbaufläche sei durchweg verbandszertifiziert, 30 bis 40 Millionen Euro Umsatz werden damit jährlich erzielt. Geliefert wird nach ganz Deutschland, in den Fachhandel, aber auch den LEH – teilweise mit verschiedenen Sorten.

Wichtig seien langfristige Partnerschaften, um etwa bei Hagelschäden abgesichert zu sein. Insgesamt reicht das Sortiment von Royal Gala bis zu Gold Rush und umfasst 20 Sorten mit unterschiedlichen Erntezeiten, die über das ganze Jahr verteilt sind. Auch in puncto Verpackung werden vielfältige Optionen angeboten: ob heimkompostierbare Beutel mit bis zu einem Kilogramm oder große 2-Lager-Kartons mit bis zu 14 Kilogramm Nettogewicht.

„Die Landwirtschaft in Südtirol ist sehr wichtig für das Fortbestehen der Kulturlandschaft“, erklärt Castiglioni, „auch wegen des Tourismus.“ Viele Landwirte böten etwa Urlaub auf dem Bauernhof an. Aktuell werde es aber immer schwieriger, Mitarbeiter zu finden. „Familienbetriebe ha-ben es noch leichter – da ist das Personal schon im Haus.“ Positiv sei auch, dass in den letzten Jahren immer mehr Jungbäuerinnen ins Geschäft eingestiegen sind.

Schokolade made in Ghana

Eine Bio-Schokolade, die von der Bohne bis zur Verpackung in Ghana entsteht, hat das Startup fairafric etabliert und ist damit ein Vorzeigeunternehmen für die Wertschöpfung im Ursprungsland geworden. Bislang gibt es noch kein anderes Schokoladenunternehmen, das komplett in Westafrika produziert.

2020 hat das Startup seine eigene, solarbetriebene Fabrik in Ghana gebaut, die erste Produktion konnte bereits Ende des Jahres im November starten. Heute erzeugen 861 Bio-Bauern ihren Kakao exklusiv für das Unternehmen, in der Fabrik sind 88 Mitarbeiter inklusive Management angestellt. Sie bekommen das Vierfache des ghanaischen Mindestlohns, sind kranken- und rentenversichert. Mit 600 US-Dollar pro Tonne Kakao bezahlt fairafric den Landwirten die höchste Kakaoprämie in Westafrika.

Für Milchschokolade wird aktuell Magermilchpulver von Schrozberger verwendet, eine vegane Tafel mit Cashewmilch steht gerade in den Startlöchern. Zusatzstoffe sind auf der Zutatenliste tabu. Eine lange Conchierzeit von 28 Stunden garantiert ein besonders zartes Schmelzergebnis. Die fertigen Tafeln werden unverpackt nach Deutschland transportiert – die Papierverpackungen in Ghana bedrucken zu lassen, sei aktuell noch ein Traum.

„Während Covid haben wir eine Sondereinreisegenehmigung bekommen“, erzählt Melanie Frassen, Sales Managerin von fairafric. Als größtem Lebensmittelverarbeiter der Region ist dem Unternehmen die Unterstützung der Regierung sicher.

In einer Chocolaterie-Schule, die an die Fabrik angegliedert ist, lernen fünf Auszubildende das Schokoladen-Handwerk kennen und bekommen so eine berufliche Perspektive außerhalb der Landwirtschaft. Gleichzeitig wird dort an neuen Produkten gearbeitet, wodurch bereits Mango- und Ananas-Kugeln mit Früchten aus Ghana entstanden sind. „Über Pralinen lassen sich gut Reste der Schokoladenproduktion verwerten“, erklärt Frassen.

Den Verkauf hat fairafric über die Weltläden in Deutschland gestartet. Heute läuft viel über einen eigenen Webshop und die Produkte sind auch in Österreich, Frankreich, Tschechien, Italien und Ghana verfügbar. Vereinzelt gibt es die Tafeln bereits im deutschen LEH: in ausgewählten Edeka-Filialen und seit kurzem auch bei tegut. Darüber hinaus arbeitet fairafric mit über 100 Unverpackt-Läden zusammen.

Innovation in der Verpackung

Eine nachhaltige Alternative zu Styropor hat das Unternehmen Landpack mit seiner Isolierverpackung aus Stroh geschaffen. Seit 2020 arbeitet es dafür mit dem Versandhändler ratioform zusammen, wodurch auch die Belieferung von kleinen und mittleren Unternehmen sichergestellt werden könne.

Globale Strukturen in der Beschaffung gebe es bei Landpack nicht. Das Gerstenstroh, das sowohl aus Bio- als auch konventionellen Resten stammt, werde als lokaler Rohstoff aus dem Umkreis von Alling bei München bezogen, wo die Verpackungen gefertigt werden. In der Herstellung wird es entstaubt, von gröberen Körnern gereinigt und unter Druck mit Wasserdampf desinfiziert. Nur zwei Prozent des Energieaufwands, der für die Herstellung von Styropor vonnöten ist, werde für die Produktion gebraucht.

„Stroh ist formstabil und stoßdämmend“, erklärt Thea Hintermeier, Senior Sales Managerin bei Landpack. Die Isolierungswirkung komme auf natürliche Weise durch die im Halm eingeschlossene Luft zustande. Auch ein natürlicher UV-Schutz ist durch die Strohverpackung gewährleistet. Mit der ökologischen Thermobox will das Unternehmen zur Lösung des globalen Plastikproblems beitragen.

Plastikfrei und Unverpackt

Mit der Vermeidung von Plastik beschäftigten sich viele Unternehmen auf der diesjährigen Biofach. Jürgen Eberle aus Bodnegg bei Ravensburg präsentierte als Messe-Neuling erstmals seine RolliCoats – nachhaltige Ummantelungen von Rollcontainern aus einem wiederverwendbaren, zu 100 Prozent recyceltem Textilgewebe. Im Unverpackt-Bereich in Halle 8 zeigten diverse Anbieter, dass die junge Branche trotz Corona nicht stillsteht. Der Großhändler und Bio-Produzent Bananeira liefert sein Sortiment, das von veganer Passata über gefrier-getrocknete Himbeeren bis hin zu Bio-Fruchtgummi reicht, in Mehrweg-Pfandsystemen aus. Die Ökofrost GmbH hat eine Tiefkühlpizza ohne Verpackung auf den Markt gebracht. Und in die Breite trägt das Thema Unverpackt das Unternehmen Eco Terra, das mit seinem Trockensortiment als Lieferant von großen Einzelhandelsketten wie Kaufland, Rewe, Edeka und tegut fungiert.

Neuheiten mit viel bio-vegan

Am Neuheitenstand mit 364 Innovationen machte sich der Trend zu vegan weiter bemerkbar, dem auch ein eigener Ausstellungsbereich gewidmet war. Die Züger Frisch- käse AG hat jetzt mit Bio-MozzaVella auf Basis von Mandel und Hafer oder veganen Cottage Drops auch Käsealternativen im Sortiment. Brinkers präsentierte seine neuen ‚So Vegan So Fein‘ Nusscremes in den Geschmacksrichtungen Crunchy Cashew, Haselnuss und Mandel. Die mit Datteln gesüßten Cremes verfügen über einen hohen Nussanteil von 85 Prozent und wurden in Gläsern mit 180 Gramm Inhalt und Metalldeckeln vorgestellt.

Innovationen aus der Käsewelt gab es mit dem Senf Rebell der Käserebellen, der ‚Herzigen Marie‘ – einem würzigen Gouda der Molkerei Söbbeke –  oder den Produkt-Neuheiten von Baldauf: Pfeffertrio (mit grünem, rosa und schwarzem Pfeffer), Gartenkräuter, einem cremig-milden ‚Käse für Kids‘ oder dem Käse ‚Kalb & Kuh‘ mit Heumilch aus kuhgebundener Kälberaufzucht.

Ab Oktober launcht die Wertform GmbH nicht nur einen neuen Kaffee ‚Barista‘ Crema (ganze Bohnen im 500-Gramm-Pack), sondern auch zwei vegane Cappuccini auf Haferbasis, einmal mit Schokogeschmack, einmal pur (in der 225-Gramm-Dose). Der beliebte konventionelle Hersteller Lavazza bietet derweil auch seine ersten drei Bio-Kaffees an: mit Arabica-Bohnen aus Mittel- und Südamerika sowie aus Ostafrika.

Schwäbische Knöpfle aus Dinkel und glutenfreie Bio-Hafer-Fusilli hat der Hersteller Alb-Gold neu im Gepäck. Nudel-Neuheiten gibt es auch von byodo, mit Cellentani aus grüner Erbse, Spirelli auf Kichererbsenbasis sowie den glutenfreien Varianten Sedani und Casarecce aus Reis-Mais. Dabei, Kindern mehr Gemüse unterzumogeln, hilft die Wiener Rebel Meat GmbH, die in ihren (Rind-) Fleischbällchen und Hühnernuggets unauffällig auch hohe Anteile an Blumenkohl versteckt – ohne Geschmacksverstärker und Zuckerzusatz.

Eine große Auswahl an Demeter- und Bio-Tiefkühlkost verspricht die hessische Erzeugergemeinschaft Demeter-Felderzeugnisse mit ihrer Marke Natural Cool: ob Reibekuchen, Holzofen-Pizza oder eine Fülle an gartenfrisch eingefrorenem TK-Gemüse. Von der Qualität der Demeter-Eismarke Rachelli konnten sich Biofach-Besucher durch Verkostung am Stand selbst überzeugen.

Innovative Publikumslieblinge

Auch bei den Gewinnern des New Product Awards war das Thema vegan vorherrschend. Wie jedes Jahr konnten die Besucher dafür ihre Lieblinge vom Neuheitenstand auswählen. In der Kategorie der Frischeprodukte gewann Beetgold mit einem knall-orangen Vollgemüse-Pizzaboden. Bei den Tiefkühlprodukten machten tiefgekühlte Eis-Törtchen auf pflanzlicher Basis von NaschNatur das Rennen. Und im Bereich der ‚Trockenproduk-te, Kochen und Backen‘ kon-nte sich die Firma BioVegan mit ihren süßen Backmischungen durchsetzen.

Hans Brainfood wurde gleich zwei Mal ausgezeichnet: einmal für seinen Bio-Schoko-Riegel White Nougat als bester Snack und einmal für die Schoko Protein Creme in der Kategorie ‚Weitere Trockenprodukte‘. Für ihren innovativen Spirit belohnt wurde auch die österreichische Kern Tec GmbH. Aus dem (vermeintlichen) Abfallprodukt Aprikosenkerne hat das Startup einen – vom giftigen Amygdalin bereinigten – ‚Kern Drink‘ kreiert, der erst im Juli 2022 seinen Markteintritt gefeiert hat und nun in der Kategorie Getränke gewann, gemeinsam mit dem Kikari Bio-Eierlikör der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof GmbH.

Dass Bio nicht Enthaltsamkeit bedeuten muss, zeigt auch der Händler und Importeur Dschinn, der ein breites Angebot von Bio-Spirituosen bündelt, ob Gin, Whisky oder Amaretto. Die renommierte Brennerei Schladerer aus dem Schwarzwald hat mit ihrem Naturschnaps in den Geschmacksrichtungen Birne, Blutorange und Aprikose ebenfalls eine erste Bio-Range gestartet. Für die gesundheitsbewusste Bio-Kundschaft habe man den gewohnten Alkoholgehalt dabei von 40 Prozent auf 30 Prozent gesenkt. Wer es lieber ganz ohne Alkohol mag, kommt mit dem neuen alkoholfreien Sekt von Furore auf seine Kosten.

Die nächste Biofach findet vom 14. bis 17. Februar 2023 statt. Während der Juli-Ausgabe hat die Messeleitung mit dem bioPress Verlag dafür die neue Sonderschau auf der  Biofach ,Meeting Point: Bio im SEH‘ vereinbart. Schon im Februar 2023 soll es rund 300 Quadratmeter Fläche neben der kleinsten Biofach-Bühne geben: mit Programm rund um Bio-Anliegen der selbstständigen Lebensmittelkaufleute, einer Bio Lounge, Beratungstischen und matchmaking-Blöcken sowie einer Präsentation von Markenlogos. Teilnehmen können alle Bio-Anbieter, die den SEH als Zielgruppe nicht scheuen.

Kaufleute aller Verbünde treffen direkt mit Bio-Experten aus allen Bereichen zusammen und diskutieren und informieren sich über lokale und regionale Beschaffung ebenso wie über Sortimente und die Schulung von Bio-Fachverkäufern.

Teilnehmer-Anfragen können ab sofort gerichtet werden an:
BIOimSEH@biopress.de

Lena Renner

Bildstrecke: Biofach 2022_New Product Award