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Schweiz

Naturaplan bietet Vollsortiment

Coop besonders stark bei frischer Convenience

In der Grenzstadt Basel ist die Heimat des Lebensmittelfilialisten Coop. Im großflächigen Markt in der Güterstraße in einem Wohn- und Geschäftsviertel ist die ganze Breite und Tiefe des Bio-Angebots der Supermarktkette zu sehen. Rund 2.100 Artikel, davon 1.700 der Handelsmarke Naturaplan, führt der Supermarkt. Das Bio-Sortiment wirkt stimmig und deckt alle Warengruppen ab. Bio-Convenience und Milchprodukte spielen eine deutlich größere Rolle als in Deutschland. Insgesamt bildet der Schweizer Filialist ein Bio-Vollsortiment ab.

Im vorderen Teil des Marktes stehen Kühlregale mit Convenience. Reich bestückt mit frischen Eistees, Säften, Smoothies, Sandwiches und  Suppen in Bio-Qualität locken sie die Kunden. Sushi ist ein Trend, der auch auf Bio übergegriffen hat. Coop hat die japanische Spezialität in Bio. Geschnittene Salate gibt es in verschiedenen Mischungen. Da hat der Verbraucher richtig Auswahl: Misch-, Garten-, Nüssli-, Royal-, und Gourmetsalat heißen die Artikel. Frische Convenience ist weit entwickelt.  Der Markt hat als Nahversorger mit Anwohnern und Beschäftigten im Umfeld genügend Kundschaft für verzehrfertige Angebote.

Veggie- und Rohkost sind gefragt. Bei diesen Zielgruppen-Sortimenten gibt es Produkte mit und ohne die Bio-Knospe. „Veganer wollen viele Infos. Die Verpackungen sind großzügig mit Auslobungen und Piktogrammen versehen. Wir machen aber auf Mineralwasser kein V-Zeichen“, erläutert Conradin Bolliger, Leiter der Nachhaltigkeits-Eigenmarken bei Coop.

Schweiz setzt auf heimische Ware

In der Obst- und Gemüse-Abteilung ist Bio in einem separaten Block. „Wir haben bei O+G eine historische Trennung aus der Startphase“, erklärt Bolliger. Das grüne Sortiment wird ansprechend präsentiert. Frische und Optik stimmen. Verschiedene Apfelsorten sind vorhanden, teils lose gelegt und gelabelt, teils im Sechser-Karton. Im März kommen die Erdbeeren aus Spanien. Wenn die einheimische Saison beginnt, verschwindet die ausländische Ware wegen der hohen Import-Zölle aus den Regalen. Die Preise liegen deutlich über dem deutschen Niveau. Ein Grund für viele Schweizer in Deutschland einzukaufen. „Das ist ein Problem für uns. Rund zehn Milliarden Franken an Kaufkraft fließen jährlich ab“, so Bolliger.

Milchprodukte sind eine Domäne von Coop. Jogurt ist in Hülle und Fülle vorhanden. An Milcharten gibt es Kuh- und Schafsmilch. Neben den klassischen Jogurts sind einige  Sorten an Kefir vertreten. Bei Fruchtjogurt wird die ganze Bandbreite geführt. Eine Reihe von Saison-Artikeln sind im Sortiment, um immer wieder Kaufimpulse zu geben. Die sahnigen griechischen Varianten sind aktuell gefragt. In der Schweiz sind Schoko- wie Stracciatellasorten beliebt. Die Jogurt-Preise sind mit deren Bio-Marken vergleichbar.

180 Gramm Fruchtjogurt kosten 0,75 Franken. Bei einem Erzeugerpreis für Milch von 0,75 Rappen im Vergleich zu 48 Cent in Deutschland ist Jogurt unerwartet günstig. Bei Butter sind neben dem Standardprodukt zusätzlich Kräuter-Butter und Portionspackungen vorhanden.

Eigenes Fleischwerk sorgt für Bio

Mit dem Tochterunternehmen Bell verfügt Coop über ein eigenes Fleischwerk. Die Fleischkompetenz nutzt das Haus für Bio und bietet ein umfängliches Sortiment an. In Selbstbedienung gibt es Frischfleisch vom Schwein, Lamm, Kalb und Hähnchen. Verarbeitete Produkte wie Speck und regionale Spezialitäten wie Bündner-Fleisch stehen zur Verfügung.

Im Markt befindet sich eine Haus-Bäckerei. Das sorgt für hohe Frische, bedarfsgerechte Produktion und kurze Wege. Saatenbrote, Zopf und Croissant kommen ofenfrisch ins Regal. Bei frischen Bio-Backwaren ist Coop gut aufgestellt.

Bei TK überzeugen die Basler mit einem guten Fisch-Sortiment. Pangasius, Regenbogenforelle, Fischstäbchen und verschiedene Meeresfrüchte wie Crevetten und Tiger-Garnelen sorgen für Vielfalt und Fülle. In der Fischtheke gibt es als Naturaplan Forelle, Lachsforelle, Lachs und Wolfsbarsch. Mit MSC-Siegel führt der Markt Dorsch, Rotbarsch und Zander. Die Basler Kundschaft bekommt hier hochwertigen, ausschließlich nachhaltigen Fisch.

Bei den Getränken gibt es die ganze Breite von Wein, Sekt, Prosecco, Bier, Sirup und Säften in Bio-Qualität. Bio-Wein ist hochpreisig im Vergleich zum deutschen Markt. Da geht nichts unter zehn Franken. Feldschlösschen-Bier wird im Zehnerpack abgegeben und Unser Bier im Sechserpack. Das macht mehr Sinn als der Verkauf einzelner Flaschen. Bei den Säften ist einer der wenigen Marken-Hersteller zu finden. Ramseier, ein Schweizer Traditionshersteller, ist neben seinen konventionellen Varianten auch mit den Bio-Produkten Apfelsaft und  Fruchtschorlen vertreten.

Das ökologische Non-Food-Sortiment ist vorbildlich. Naturtextilien aus Bio-Baumwolle, Naturkosmetik, ökologische WPR, Haushalt- und Gartenartikel werden angeboten. Nachhaltigkeit und Ökologie wird hier nicht nur beim Essen gelebt.

Eine Rarität ist die Bio-Orchidee aus Holland. „Das Produkt kam auf unser Bestreben zustande. Wir waren der Initiator“, klärt Bolliger auf. Bio-Blumen sind die nächste Stufe in der Nachhaltigkeitsentwicklung der Coop.

Obwohl Coop im Bio-Bereich fast nur die Eigenmarke Naturaplan zelebriert, ist das Sortiment nicht langweilig. Die Frische wird ausgiebig berücksichtigt, Dubletten werden vermieden. Naturaplan wächst weiter mit neuen Produkten und höheren Umsätzen. Der Kunde kann für die heimische Küche und die Verpflegung unterwegs fast alles auch in Bioqualität kaufen.

Anton Großkinsky