Start / Ausgaben / BioPress 50 - Februar 2007 / Bio-Molkereiprodukte für den Supermarkt

Bio-Molkereiprodukte für den Supermarkt

Vielseitges Bio-Angebot auf der Intermopro 2006

Bio-Molkereiprodukte sind nach den neuesten Daten aus dem AC Nielsen Handelspanel - die unter Mitfinanzierung durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau von der ZMP und CMA in Auftrag gegeben worden sind - auch in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 enorm gewachsen. Diese Entwicklung hat sich auf der Intermopro im Oktober 2006 deutlich niedergeschlagen. Viele bekannte Unternehmen waren mit Bio-Milchprodukten präsent.


Der Absatz von Bio-Trinkmilch wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent (plus 16.000 Tonnen) und im Umsatz um 30 Prozent auf einen Gesamtwert im LEH inklusive Aldi von 59 Millionen Euro. Dies ist ein Umsatzanteil am gesamten Trinkmilchmarkt von gut vier Prozent. Bio-Frischmilch liegt da noch besser mit einem Marktanteil von inzwischen über acht Prozent. Da diese Daten nur den LEH betrachten, liegt der gesamte Bio-Marktanteil noch höher, wenn man die über Naturkosfachgeschäfte und Reformhäuser vermarktete Bio-Milch mit einbezieht.

In dem aktuellen Wachstumsprozess gewinnen vor allem die Eigenmarken des Handels. Bio-Wertkost, Füllhorn, BioBio, Naturkind und neuerdings auch Bio Sonne, Prima Bio, Bioness und wie sie alle heißen, haben inzwischen einen Umsatzanteil am Bio-Absatz im LEH von fast 80 Prozent erreicht. Die traditionellen Herstellermarken verlieren derzeit am Markt Umsatzanteile. Viele Markenhersteller müssen sogar absolute Umsatzrückgänge hinnehmen, da die Handelsunternehmen ihre Eigenmarken so stark pushen.


Am stärksten wachsen die Discounter mit über 70 Prozent Zuwachs im Absatz und Umsatz. Danach folgen Edeka und Tengelmann mit noch beachtlichen zweistelligen Steigerungsraten. Allerdings bedienen noch die Verbrauchermärkte mit einem Umsatzanteil bei Bio-Trinkmilch von knapp 50 Prozent die meisten Kunden mit Bio-Milch.

In den Verbrauchermärkten ist jedoch ein Rückgang der Verkaufspreise erkennbar. Um knapp ein Prozent wurde die Milch im Schnitt billiger an den Kunden abgegeben, eine Reaktion auf die Discountkonkurrenz. Die kleineren Supermärkte und Edeka haben demgegenüber die Verkaufspreise leicht erhöht, was sich angesichts der knappen Versorgungssituation mit Bio-Milch und steigenden Erzeugerpreisen eher an der derzeitigen Marktsituation orientiert. Und da Edeka dennoch hohe Zuwachsraten generieren konnte zeigt, dass man trotz Billig-Konkurrenz mit einem passenden Konzept nicht immer dem Preisdruck nachgeben muss.

Bio aus Überzeugung

Bei der Genossenschaft Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG gibt es Bio-Milch- und Molkereiprodukte unter der Marke „Berchtesgadener Land". Es wird ausschließlich Milch aus der Region unter dem Label „Berchtesgadener Land - BIO" zu den verschiedensten Molkereiprodukten verarbeitet. „Bio ist unsere lebendige Überzeugung – seit nunmehr 33 Jahren", so das Bekenntnis des Unternehmens. Die 1973 gegründete Bio-Molkerei war die erste ihrer Art in Bayern.

Gestartet wurde mit Demeter-Betrieben. Das Sortiment umfasst heute nach 33-jähriger Pionierarbeit nahezu alle wichtigen Grundprodukte wie frische Alpenmilch (1,5% und 3,8% Fett), Sauermilcherzeugnisse wie Naturjogurt, Kefir, Sauerrahm und Crème fraîche, außerdem Schlagrahm und Speisequark natur umfasst. Aufgrund der starken Nachfrage nach Bio-Milchprodukten bei gleichzeitiger Demeter-Rohmilch-Knappheit entstand 1998 der Entschluss, eine zweite Bio-Milchsorte von Naturland Höfen zu erfassen und zu vermarkten. Die Naturlandprodukte, hauptsächlich Bio-Buttermilch, Bio-Frucht- und Kräuterquark, Fruchtjogurt, Alpenbutter sowie haltbare und extra länger frische Alpenmilch ergänzen seither das Demeter-Sortiment.

Heute liefern 100 Demeter- und 200 Naturlandbauern ihre Bio-Milch an die Molkerei. In diesem Jahr sind Landwirte aus dem Trinkwassereinzugsgebiet für München hinzugekommen, wo spezielle Prämien für den Bio-Anbau im Trinkwasserschutzgebiet gezahlt werden. 2005 hat die Molkerei 25 Millionen Kilo Bio-Milch, in 2006 dann 36 Millionen Kilo verarbeitet, was einem Bio-Anteil an den insgesamt 250 Millionen Kilo verarbeiteter Milch von 14 Prozent entspricht. Das starke Wachstum erklärt sich hauptsächlich durch 50 neue Erzeuger, überwiegend von einer benachbarten Käserei, die nicht sämtliche Milch als Bio-Milch vermarkten konnten. Der Umsatz lag in 2006 bei 132 Millionen Euro, wovon laut Barbara Steiner 18 Prozent über die Bio-Sparte generiert wurden. Das entspricht einem Umsatzwachstum in 2006 von 20 Prozent.

Das Unternehmen bietet mit Verkostungsaktionen einen besonderen Service für den Handel. Das unternehmenseigene Team wurde jetzt auch für Bio geschult. Aktuell wird der Fruchtquark in verschiedenen Sorten, der bislang ausschließlich in Zwölfer-Steige gemischt geliefert wurde, als Serviceleistung für den Handel nun auch in der Achter Steige sortenrein angeboten. Damit kommt das Unternehmen dem Wunsch nach, bedarfsgerechter ordern zu können.

Die Anlieferung geschieht an das Zentrallager bzw. über den Großhandel. Die Bio-Produkte werden national über den Naturkostfachhandel und den Reformwarenhandel vertrieben, sowie nach Österreich, Italien, in die Benelux-Länder und sogar nach Spanien und Griechenland exportiert. Beliefert werden neben dem Bio-Fachhandel auch die Edeka Südwest.

Neue Produkte wie zum Beispiel die fettarmen Fruchtbiogurts ohne Aromazusatz greifen den Trend zu fettarmen Produkten auf. KonsumentenfreundlicheVerpackungslösungen wie ein praktischer Schraubverschluss für die „Naturland Haltbare Alpenmilch" im Tetrapak oder der Cremige Quark, der im Zuge des Verpackungsrelaunches statt wie bisher im weißen 500 Gramm Tiefziehbecher - nun in bedruckte Becher gefüllt wird. Damit will man dem Trend zu kleineren Haushalten gerecht werden. Zudem wird das Produkt nun neu mit einem Stülpdeckel zum Wiederverschließen ausgestattet. Statt einem reinen Kunststoffbecher verwendet das Unternehmen neu einen Zweikomponentenbecher mit Papiermanschette, der einen brillanten Druck ermöglicht und weitere Produktinformationen auf der Innenseite aufweist. Der Cremige Bio-Quark wird nun mit zwölf Bechern à 350 Gramm anstatt wie bisher mit zwölf Bechern à 500 Gramm angeboten.

Scheitz bietet Vielfalt

Die Andechser Molkerei Scheitz GmbH hat zusammen mit der Molkerei Söbbeke eindeutig das größte und vielfältigste Bio-Sortiment der Branche und ist fortwährend mit innovativen Produkten am Markt präsent. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Die Marke Andechser Natur ist für den Naturkostfachhandel konzipiert. Für „fruchtig-frische" Liebhaber werden Fruchtjogurts wie etwa der Himbeere-Holunder-Jogurt und der Heidelbeer- oder Brombeer-Jogurt empfohlen. Zusätzlich wird eine Vielzahl Jogurts ohne Zusatz von Weißzucker oder Aromastoffen angeboten.


Die Marke Andechser Bio hingegen wurde für den traditionellen Lebensmitteleinzelhandel entwickelt. Frische Vollmilch, frische fettarme Milch, Fruchtjogurt (150 Gramm oder 500 Gramm Becher), Trinkjogurt in 500 Milliliter PET-Flasche, Butter, Rahm, Quark, Alpenländer Butterkäse und Ziegen-Camembert (100 Gramm Packungen) sind im Angebot. Die Marke Andechser umfasst auch das konventionelle Sortiment, das noch mit einem kleinen Prozentsatz am Umsatz beteiligt ist.

Die Bio-Pionier Molkerei Söbbeke GmbH produziert die Erstmarke „SÖBBEKE" ausschließlich für den Naturkostfachhandel, für den LEH wurde die Zweitmarke „ROGGE" kreiert, die einige Sorten Bio-Käse umfasst.

Von der Bufala Campana kommt der Bio bufari Mozzarella aus 100 Prozent echter Büffelvollmilch. Die Tiere werden in der Region Kampanien gehalten.

Die Bergpracht Milchwerk GmbH & Co KG, verarbeitet Bioland und Demeter Milch zu Bio-Camembert (30% und 50% Fett), Brie, Bodenseer Käse und Trakya Feta. Für die Industrie werden sechs und 14 Millimeter Würfel des Trakya Feta angeboten.


Emmi, Bitz-Bever Käse (gleichlautender Berg 3.200 m in Graubünden) wurde neu letztes Jahr eingeführt. Aus Schweizer Alpenmilch von Sennereien die über 1.000 Meter hoch liegen wird der Käse hergestellt. In bio und konventionell ist das Produkt erhältlich und wird derzeit über den Bio-Großhandel und Edeka-Süd-West, -Minden und -Süd-Bayern, Marktkauf, Kaufhof vertrieben.

Die Milchwerke Schwaben eG, die ihre Milch von Bioland-Betrieben bezieht, bietet unter der Marke „Weideglück" den Bio-Family Jogurt in der ein Liter Familienpackung an. Die hauseigenen Fruchtjogurts Erdbeere und Apfel-Birne, ebenfalls in ein Liter Eimern, wurden von der „Lebensmittel Praxis" zum Produkt des Jahres 2007 gekürt.

Faire Bio-Milch

Vor zehn Jahren wurde aus der Konkursmasse einer konventionellen Molkerei die Upländer Bauernmolkerei GmbH gegründet. Angefangen mit einer Million Liter Bio-Milch kann das Unternehmen mit einer derzeitigen Verarbeitungsmenge von 18 Millionen Litern Bio-Milch zum diesjährigen Jubiläum auf beachtliche Wachstumsraten zurückblicken. Die Molkerei zeigt sich durchweg innovativ: Neu ins Sortiment eingeführt wurde die Bio-Fruchtbuttermilch in den Geschmacksrichtungen Orange-Maracuja und Himbeer-Lemon aus Bioland Milch (0,4% Fett) im 500 Gramm Tetra Pak.

Das derzeit jedoch hervorstechendste Beispiel für die hohe Innovationsfähigkeit des Unternehmens ist das „Erzeuger-Fair-Milch" Konzept, das nach ersten erfolgreichen Tests nun seit dem 1. Oktober 2006 flächendeckend auf die gesamte Bio-Milch angewendet wird. Dabei wird ein Aufschlag von fünf Cent pro verkauftem Liter Milch direkt an die Erzeuger abgeführt, eine Idee, die von den Kunden im Naturkosthandel und tegut-Märkten sehr gut aufgenommen wurde.

Für die Milch vom Hamfelder Hof testet derzeit die Meierei Trittau das Konzept im LEH in Hamburg und Kiel – und mit Erfolg. Auch eine niederländische Molkerei hat sich der innovativen Vermarktungsidee verschrieben.

Ruwitsch&Zuck die Käsespezialisten GmbH & Co. KG bieten eine reiche Auswahl an Bio-Käse-Spezialitäten. Als Hartkäsesorten werden Sennereikäse (vier Kilo), Bergkäse (3,5 Kilo), Comte (drei Kilo) und Tauernalm Sennerkäse (vier Kilo) angeboten. Das gewaltige Schnittkäseangebot umfasst zwei Dutzend Sorten, darunter Spezialitäten wie Weinkäse, Morbier A.O.C. und Möhrenkäse.

Ein Dutzend Halbfeste Schnittkäsesorten können geliefert werden. Darüber hinaus werden mehr als zwanzig Weichkäsesorten aus Ziegen- und Kuhmilch geführt. Das Frischkäsesortiment erstreckt sich über Kräutercreme, Paprikacreme und Ziegenkäse mit Asche, während das Sauermilchkäsesortiment Harzer Stange Weiss Harzer Stange Gelb und Feta einschließt.

Ruwitsch&Zuck arbeitet als Zwischenhändler und erledigt auch das Prepacking für den LEH. Dies stellt eine große Arbeitsentlastung für den Handel dar. Die Lieferung erfolgt auf Strecke und ans Zentrallager.

Als zusätzliche Serviceleistung werden Info-Karten mit Produktinformationen, Beschreibungen der wesentlichen Unterschiede zu konventionellen Artikeln und interessante Rezepte angeboten.

Verkostungsaktionen gibt es bisher noch nicht, wohl aber Schulungen für die Verkäufer und Verkaufsseminare mit Fokus auf den traditionellen LEH. Im eigenen Hause wurde ein Bio-Beauftragter eingestellt.

Der Bio-Umsatz konnte in 2006 verdreifacht werden, der Umsatzanteil von Bio liegt damit derzeit bei zwei bis drei Prozent. Das Unternehmen gibt offen zu, den Bio-Trend unterschätzt zu haben und erst durch die Aktivität der Discounter aufgewacht zu sein.

Die Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH bietet Bio-Mozzarella zu 125 Gramm mit einer Restlaufzeit von 18 Tagen an. Die verwendete Bio-Milch stammt von Bio-Bauern aus dem Bayerischen Wald, die Herstellung der Käsesorte erfolgt durch natürliche Milchsäurekulturen. Auf die Verwendung von Konservierungsstoffen wird gänzlich verzichtet, was bei Bio-Mozzarella nicht immer der Fall ist.

Käseaufschnitt von Bayernland


Die Bayernland eG hat seit der Intermopro ein Bio-Käse-Sortiment im Premiumpreissegment mit einer Restlaufzeit von 60 Tagen im Angebot. Mit dem Slogan „Neu: Genuss mit BIO-Siegel" bewirbt die Molkerei ihr neues Zugpferd. Die vier neuen Bio-Käsescheiben Bio-Gouda, Bio-Edamer und Bio-Tilsiter sowie der Bio-Käseaufschnitt, bestehend aus zwei Scheiben Bio-Gouda, einer Scheibe Tilsiter und einer Scheibe Emmentaler sind in handlichen, wieder verschließbaren Verpackungen (Gewichtseinheit 150 Gramm) für das SB-Regal gedacht. Insbesondere bei der Käseaufschnittspackung mit verschiedenen Käsesorten in einer Packung handelt es sich um eine Neuerung, von der guter Zuspruch seitens der Verbraucher erhofft wird. Die Lieferung erfolgt an die Zentrallager, Verköstigungsaktionen und Rezeptideen gehören zum Service.

Die Domspitzmilch eG führt ihre Öko-Produkte unter der Marke „Die Öko-Bauern, die Marke für Genießer", auf der Homepage www.die-oeko-bauern.de finden sich weitere Informationen. Durch die gestiegene Nachfrage der Verbraucher und des Handels nach biologisch hergestellten Produkten hat auch die Domspitzmilch eG ein Bio-Sortiment kreiert. Hier werden mittlerweile über 15 Millionen Kilo ökologisch erzeugter Milch veredelt. Angeboten werden Körniger Frischkäse und Bio-Mozzarella ohne Zitronensäure mit einer Restlaufzeit von 18 Tagen. Die zum Jahresanfang begonnene Partnerschaft mit der Bayernland eG soll weiteres Potential im Bio-Bereich aufschließen.

Die Breisgaumilch GmbH fährt schon seit einigen Jahren gut mit der Bio-Regionalmarke „Die Fallers", benannt nach der gleichnamigen TV-Serie. Zum umfangreichen Bio-Sortiment zählen unter anderem Bio-Voll- und H-Milch (3,8% Fett) sowie Bio-Fitmilch (1,5% Fett) in ein Liter-Glasflaschen, -TetraPak und -elo Pak, Bio-Schlagsahne (30%) in Glasflaschen, Bio-Sauerrahmbutter, Bio-Naturjogurt in 3,8% und 0,1% Fett, Fruchtjogurt in 3,8% und 0,1% (400 Gramm Bechern sowie 1,5% (150 Gramm Becher) und Bio-Speisequark. Mit zirka zehn Millionen Litern stammen fünf Prozent der verarbeiteten Milch aus der ökologischen Erzeugung, mit 52 Prozent konnte in 2006 ein überproportionaler Umsatzzuwachs erzielt werden.

Für den Handel werden Verkaufsaktionen angeboten. Den sich wandelnden Anforderungen folgt Breisgaumilch mit der Entwicklung weg vom Glas und hin zu Tetra Pak und elo Pak. Interesse besteht an neuen Geschäftspartnern in Baden-Württemberg, aber auch Expansionen ins Saarland, nach Rheinland-Pfalz und nach Hessen sind angedacht. Bisherige Hauptpartner sind Edeka und Rewe. Um ein weiteres Wachstum zu ermöglichen, ist man bemüht, umstellungswillige Landwirte zu finden. Nach Aussagen der Molkerei gibt es auch Interessenten, jedoch hemmt die Unsicherheit der politischen Förderzukunft der Bio-Bauern die Motivation der Landwirte.

Unter den beiden Marken „Thüringer Land" und „Frankenland" führt die Milchwerke Mainfranken eG qualitätsvolle Basisprodukte, die diesen Marken in kurzer Zeit zu beträchtlicher Marktbedeutung verholfen haben. Auch die Milchwerke Mainfranken folgen den Interessen des Handels und verabschieden sich zunehmend von der ehemals als besondere Kompetenz des Unternehmens beworbenen Glasflasche: Die „Thüringer Land" und „Frankenland" Bio-Frischmilch (1,5% oder 3,5% Fett) wird jetzt im eloPak abgefüllt. Nach einer zwischenzeitlichen Pause wird seit Mitte des Jahres 2006 auch Bio-Milch in esl-Qualität wieder angeboten.

Verzehrfertiges Bio-Käsebrot

Die Käsehof Reg. Gen.m.b.H geht mit ihrem neuen Convenience Angebot „Bio Bit" - verzehrfertiges Bio-Käsebrot als Mehrkorn (Bio-Gouda) oder Fitness Snack (Bio-Landkäse) mit Bio-Kornbrot und feinen Bio-Käsescheiben ganz neue Wege, um Bio-Käse an den Mann zu bringen.


Das italienische Familienunternehmen Francia Mozzarella GmbH bietet Bio-Mozzarella in den Varianten (Nettogewicht) 100 Gramm, 125 Gramm, 250 Gramm, drei Kilo und ein Kilo jeweils im Becher oder Plastikbeutel an. Auch Ricotta wird in Bio-Qualität in der 1,8 Kilo-Variante angeboten. Die Bio-Milch wird von Landwirten aus der Brandenburgischen Region bezogen, der Vertrieb erfolgt derzeit hauptsächlich über Großhändler. Da sich seit Kurzem aber auch die Briten für das Angebot des Unternehmens interessieren, gewinnt auch der Export an Bedeutung. Seit diesem Jahr werden zudem Verkostungsaktionen im Handel durchgeführt.


Hervorzuhebendes Merkmal des Unternehmens ist, dass die traditionelle Rezeptur Zusatzstoffe wie Zitronensäure verbietet: Um höchste Qualität und Reinheit zu erhalten werden nur natürliche Hilfsmittel eingesetzt. Dieses aufwändige Verfahren führt zu einer Verdopplung des zeitlichen Aufwands im Verarbeitungsprozess und zu einer geringeren Haltbarkeit des Endprodukts, aber auch zu einem deutlich natürlicheren und besseren Geschmack. Dem Bio-Mozzarella wird eine Haltbarkeit von 25 Tagen attestiert, Dem Bio Ricotta dagegen lediglich eine Haltbarkeit von 15 Tagen. Entsprechend wird letzterer nur auf spezielle Bestellung hin produziert. Der Preis dieser Premiumprodukte liegt im Vergleich mit der Konkurrenz entsprechend höher, was bislang zu einer eher zurückhaltenden Haltung des LEH geführt hat. Dies könnte sich aber mit dem Trend zur Profilierung und Betonung der Bio-Kompetenz und Premium-Qualität des LEH zur Abgrenzung vom Discount bald ändern.

Die Milchwerke Oberfranken West e.G. mit der Marke Coburger sind mit ihrem Frankendammer natur und geräuchert in der wiederverschließbaren Plastikverpackung bereits bei einigen LEH-Unternehmen, vor allem aber bei den Discountern gelistet. Darüber hinaus werden der Coburger Bio-Butterkäse, der Bio-Chester (organic-cheddar) sowie Coburger Bio-Reibekäse angeboten.

MUH macht Bio-H-Produkte

Die Milch-Union Hocheifel eG (MUH) bietet Bio-H-Milch in der fettarmen Variante mit 1,5% Fett und der Vollmilch Variante mit 3,8% Fett im ein Liter Tetra Pak Slimline mit LightCap an. In Ergänzung dazu gibt es auch Bio-Sahne. Gelistet ist die Milch bei Kaufland, Markant, Wal-Markt und als Handelmarke bei der Edeka, Rewe und Metro.

Mit 95 Millionen Litern hat die Bio-Milch einen Anteil von zehn Prozent an der derzeitigen Verarbeitungsmenge bei der MUH, die für ein weiteres Wachstum im Bio-Bereich benötigten Rohstoffmengen sollen durch die Umstellung von einigen mittelgroßen konventionellen Milch-Bauern im Einzugsgebiet gesichert werden. Das Bio-Umsatzwachstum lag in 2006 bei 20 Prozent.

Die laut ZMP Milchpreisvergleich mit an der Spitze der bestauszahlendsten Bio-Molkereien stehende MUH wird zum Anfang 2007 eine Partnerschaft mit der Humana eingehen. Diese mit insgesamt 3,6 Milliarden Liter Milch recht bedeutende Unternehmenspartnerschaft soll auf Dauer in eine Fusion münden.

Die Kärntnermilch reg. Gen. m.b.H. mit ihrem Slogan „genTechnik FREI" ist eine bäuerliche Genossenschaft, die am 18. Februar 1928 in Villach als „Kärntner Molkerei" gegründet wurde. Am Standort Spittal/Drau werden jährlich zirka 90 Millionen Kilo bester Rohmilch zu qualitativ hochwertigen Produkten verarbeitet. Die Kärntnermilch ist Arbeitgeber für 170 Mitarbeiter und das ausbezahlte Milchgeld Existenzgrundlage für über 1.600 BäuerInnen mit ihren Familien in der Region. Zahlreiche Zulieferer, Frächter und Handwerker aus der Region sind in die Produktion der Kärntnermilch integriert.

Die Produktpalette umschließt Bio-Vollmilch im ein Liter Tetra Pack; Bio-Jogurt Natur in 1Prozent und 3,6 Prozent Fett im 200 Gramm Becher; Fruchtjogurt im 150 Gramm Becher (Sorten: Erdbeere, Heidelbeere, Pfirsich/ Marille, Apfel/Birne, Birchermüsli, Zitrone, Orange/Maracuja/Ananas) oder 400 Gramm Becher (Sorten: Vanille und Banane-Müsli), Speisetopfen, Bio-Buttermilch, Bio-Sauerrahm, Bio-Teebutter, Trinkjogurt, Sennerkäse, Rahmkäse, Wiesenkäse, Rahmbrie, Hirtenkäse, Butterkäse und Camembert.

Die Genossenschaft Bioalpin Gen.m.b.H wurde 2002 gegründet und erzeugt unter der Marke der Tiroler Bio-Bergbauern „Bio vom Berg" neben Molkereiprodukten auch Obst, Fleisch und Gemüse. Auf 71 Artikel wurde das Angebot inzwischen ausgebaut. Dabei bürgt das Gütesiegel „Qualität Tirol" für die Produktqualität und den Tiroler Ursprung. Alle 40 Mitglieder sind Bio-Erzeuger oder -Verarbeiter. Die Bioalpin koordiniert die Erzeuger, entwickelt Produkte und kümmert sich um Lagerhaltung und Warenwirtschaft. Die Vision ist eine starke Marke für die Biolandwirtschaft in den Bergen.

Die handgekäste Rohmilch aus silofreier Bio-Milch wird in den Produktrichtungen Bio-Graukäse, Bio-Bergkäse, Bio-Korbkäse, Bio-Brie, Bio-Emmentaler, Bio-Kaunertaler, Bio-Stangl, Bio-Jausenradl, Bio-Milch im Tetrapak von Bauern des Verbandes Bio ERNTE Austria, fünf Sorten Bio-Jogurt und Bio-Butter geliefert. Man will allerdings explizit nicht den esl-Milchtrend mitmachen. Die Qualität des Endproduktes leide zu sehr darunter. Derzeit werden 15 Prozent der Käseproduktion hauptsächlich nach Deutschland und Italien exportiert.

Markus Rippin


Ticker Anzeigen