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Öko-Branchentreff im Sommer

Die Biofach 2022 öffnet ihre Pforten für ein Wiedersehen vor Ort, gegenseitige Inspiration und Wege aus der Klimakrise

Öko-Branchentreff im Sommer

Startups mit regionaler Hafermilch, neue italienische Qualitätsprodukte von altbewährten Bio-Herstellern oder Anbieter von Unverpackt- und Mehrweg-Lösungen: Auf der Sommerausgabe der Biofach 2022 vom 26. bis 29. Juli finden Händler viele Ideen für ein nachhaltiges und attraktives Bio-Sortiment. Der Kongress unter dem Motto ‚Bio.Klima.Resilienz‘ beleuchtet unterschiedliche Ansätze auf dem Weg zur Klimaneutralität in sieben Foren und rund 130 Veranstaltungen.

Zu den Biopionieren kommen unter den rund 2.500 erwarteten Ausstellern auch Messe-Neulinge. Anfang 2022 haben das Brandenburger Start-up Havelmi eG und die Berliner Kornwerk GmbH fusioniert: Die neuerrichtete Manufaktur strebt an, die füh- rende Fachhandelsmarke für frische Bioland-Haferdrinks in Nord- und Ostdeutschland zu werden. Zur Biofach präsentiert das junge Unternehmen in Halle 7A, am Stand 623 die seit Mai 2022 produzierten Sorten Frischer Haferdrink, Hafer Cuisine, Barista Haferdrink und Frischer Haferkakao, die in bis zu 50 Mal wiederverwendbaren Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt werden und zunächst in den Bio-Fachgeschäfte verschiedener Großstädte erhältlich sind.

Passend zum neuen Forumsthema Landwirtschaft sind die Kompostwürmer der Superwurm GmbH & Co. KG erstmals auf der Biofach vertreten. Packungen von 250 Gramm bis zu einem Kilogramm können Gärtner für ihren natürlichen Humusaufbau bei ‚Deutschlands größter Wurmfarm‘ erwerben.

Die Bio-Sachsen sind am Start

Mitte Mai hat der sächsische Grünen-Landwirtschaftsminister Wolfram Günther das Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau in Nossen (vor Dresden) eröffnet. 15 Mitarbeiter werden dort in Zukunft mit Bio-Partnerbetrieben kooperieren und sollen den Ausbau der Biolandwirtschaft in Sachsen voranbringen.

Bei der Biofach vom Team der ‚Bio-Sachsen‘ mit dabei ist die ‚Reinhardt Kaffeemaschinen und Kaffeerösterei‘ (7-151), die Früchteverarbeitung Sohra GmbH (9-465) mit Bio-Direktsäften, -Fruchtsäften und -Teevarianten aus den eigenen Streuobstwiesen und Beerenplantagen, und die bio-zertifizierte East Industries Agrar GmbH (9-465), die auf den Handel mit Ölsaaten, Hülsenfrüchten und Futtermitteln spezialisiert ist und sich als ethischer Grundsatz etwa den Erhalt alter Sorten und biologischer Vielfalt auf die Fahne geschrieben hat.

Italienische Spitzenprodukte in Halle 4

Mit einem Umsatz von 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2021 ist die italienische Bio-Branche der am schnellsten wachsende Sektor innerhalb der gesamten, traditionell starken Agrar- und Lebensmittelindustrie des Landes. Deutschland bleibt dabei gemeinsam mit Frankreich, Skandinavien und den USA unter den wichtigsten Abnehmerländern italienischer Bioprodukte.

Auf den ITA-Gemeinschaftsständen in Halle 4, Nummer 110, 111 und 129 der Biofach 2022 präsentieren 60 Aussteller aus ganz Italien ihre Spezialitäten: erlesene Olivenöle und Aceto Balsamico, frische und getrocknete Nudeln, Kaffee, Backwaren, Trüffel, Pasta-Saucen, Weine und Tomatenprodukte.

Der Bio-Hersteller LaSelva will Biofach-Besucher in Halle 7, Stand 151 mit seinem Pesto Calabrese verwöhnen und nach Kalabrien entführen. Der Neuzugang im 15-teiligen Pesto-Sortiment stellt den süß-herben Geschmack von gelben und roten Paprikas in den Mittelpunkt, begleitet von cremigem Ricotta und getrockneten Tomaten. Als Weinspezialität präsentiert LaSelva seinen neuen Wermutstropfen ‚Vermouth dalla Maremma‘, „kein Klassiker, sondern ein Außenseiter.“ Die Rezeptur des südtoskanischen Bio-Vermouth dry ist geprägt durch Artischocken, Rosmarin und Holunderblüten an der Seite von Zitronen- und Orangenschalen, Gewürznelken und Wacholder – aus eigenem Bio-Anbau in Maremma und von anderen italienischen Anbaupartnern.

Für die schnelle Küche bieten die Ehenbachthaler Spezialitäten (Halle 9, Stand 128) als neue Bio-Produktlinien Nu-del-Fertiggerichte ‚Avanti Pas- ta‘, Instantsuppen in ‚Biller’s Bavarian‘ Bio-Cup und die Backmischungen ‚Backpack & Guglmupf‘. Seit über 35 Jahren wächst die Bio-Produktpalette beständig, von Tee- und Gewürzmischungen über Öle und Sirups bis hin zu Kräuterweinen und internationaler Feinkost. Da alle Produkte in Eigenfertigung hergestellt werden, ist auch die Produktion als Private Label möglich.

Ein langjähriger Biofach-Aussteller ist das Bremer Familienunternehmen Sonnentracht (Halle 7, Stand 575), das seine Produktrange im vergangenen Jahr um das Thema Backzutaten & Backdekoration, Desserts & Geliermittel ergänzt hat. Insgesamt umfasst das Portfolio mit nun über 75 Artikeln alternative Süßungsmittel, Honig, feine Sirupe und Kokosaufstriche. Wo immer möglich setze der Hersteller auf eine umweltfreundliche Papierverpackung, die einfach der blauen Tonne zugeführt werden kann.

Thema Unverpackt in Halle 8

Dem Thema Unverpackt hat die Biofach in Halle 8 einen eigenen Angebotsbereich gewidmet, in Kooperation mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), dem Verband der Un- verpackt-Läden (8-226) und dem Großhändler und Produzenten Bananeira (8-121). In verschiedenen Szenen wird dort Einblick in die Unverpackt-Lieferkette gegeben – von der Lagersituation bis hin zur POS-Gestaltung.

„Die Unverpackt-Branche in Deutschland hat sich etabliert, leidet jedoch unter den Auswirkungen der Pandemie und der weltpolitischen Situation. Wir sind Zulieferer von fast allen Unverpackt-Läden in Deutschland und spüren den Rückgang der Absatzmengen“, kommentiert Jonas Schmidle, Geschäftsführer der Bananeira GmbH & Co. KG, die aktuelle Lage. „Doch wir bleiben positiv und rücken enger zusammen, um gemeinsam mit den Unverpackt-Läden die Krise zu überwinden.“

Einweg, Mehrweg und innovative Materialien

„Die ab 2023 für die Gastronomie geltende Mehrwegangebotspflicht hat komplett neue Grundlagen für den Diskurs rund um Mehrweg/ Einweg geschaffen“, führt Florian Pachaly, Gründer und Geschäftsführer der Münchener reCup GmbH aus. Deutschlandweit ist das Re-cup/Rebowl-Mehrwertsystem mittlerweile an über 11.500 Partnerstellen im Einsatz – ein deutliches Zeichen für das Wiederverwenden statt Wegwerfen.

Gemeinsam mit anderen Unternehmen, Startups und Einzelpersonen hat reCup zudem Mitte Februar in Hamburg den Mehrwegverband Deutschland gegründet, der Innovationen fördern, die Mehrweginfrastruktur ausbauen und Standards entwickeln will, um den Wandel von linearen Wertschöpfungsketten hin zu Mehrwegsystemen zu beschleunigen. Zu den Mitgliedern gehört auch das KarmaKollektiv aus Berlin, das seine fair gehandelten Bio-Gewürze, -Kaffees und -Tees im Mehrwegglas auf der Biofach präsentieren wird (Halle 9, Stand 582).

„Nicht immer kann auf die Verpackung verzichtet werden, weil diese oft funktionelle Eigenschaften aufweist“, so Patricia Eschenlohr, Gründerin des bayerischen Verpackungsanbieters Landpack (Halle 8, Stand 432). Dabei gibt es noch andere Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen als Papier: Die Landpack GmbH verarbeitet Stroh- oder Hanffasern zu kompostierbaren Isolierverpackungen – und bietet so einen Ersatz für das gängige Styropor.

Kongress 2022: Wege zur Klimaneutralität

Der Kongress unter dem Motto ‚Organic.Climate.Resilience‘ ist in diesem Jahr in sieben verschiedene Foren aufgeteilt, die neben dem Hauptforum ‚Biofach‘ die Themen Fachhandel, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Politik und Wissenschaft abdecken. Dazu gibt es Erlebniswelten zu Olivenöl, vegan und Wein, Preisverleihungen, Ausstellerpräsentationen, Messerundgänge – und parallel den Vivaness-Kongress zu Naturkosmetik.

Wie gewohnt wird Helga Willer vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) als eines der Veranstaltungshighlights aktuelle Trends und Daten über den Ökolandbau und Bio-Markt weltweit präsentieren. Vertiefende Informationen liefern verschiedene Länderexperten aus der ganzen Welt.

Was Unternehmen, Behörden und Kontrollstellen zum neuen EU-Bio-Recht wissen müssen, das im Januar 2022 in Kraft getreten ist, erklären Fachleute wie Georg Eckert, Präsident vom Rat der Europäischen Bio-Zertifizierer (EOCC), oder Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

IFOAM Europe-Präsident Jan Plagge bespricht mit Dorle Gothe, Vorständin der Regionalwert AG Rheinland, und weiteren Referenten, wie man gesellschaftliche Leistungen des Ökolandbaus erfassen und honorieren kann – in der Praxis sowie durch Förderpolitik. Passend dazu stellt die True Cost Initiative, darunter Volkert Engelsman vom Bio-Importeur Eosta, ihr neues Handbuch vor, das Agrar- und Lebensmittelunternehmen verschiedene Leitlinien zur Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung vorschlägt.

Thomas Dosch, Leiter des Hauptstadtbüros der Tönnies-Unternehmensgruppe, Bio-Pionier Bernward Geier und die Europa-Grüne Sarah Wiener sind im Nachhaltigkeitsforum zur Diskussion darüber geladen, ob man mit Kunstfleisch die Welt retten kann. Und wie die Bio-Versorgung in der Fläche gelingen kann, mit frischen und vielfältigen Qualitätsprodukten für den Mainstream, diskutieren der Edeka-Kaufmann Stephan Cunäus, der Geschäftsführer des Bio-Lieferanten Landgard Albert Fuhs, Harald Rinklin, Junior-Chef des Bio-Großhändlers Rinklin Naturkost, und bioPress-Herausgeber Erich Margrander.

Lena Renner

 

*bioPress-Beteiligung am Biofachkongress

Mittwoch, 27.7.2022

11:30 - 12:30 Uhr
Raum Shanghai (NCC Ost)

Mit Kunstfleisch die Welt retten?
,Fleischeslust‘ ohne Tierhaltung mit Kunstfleisch auf pflanzlicher Basis verheißt die vegetarisch, vegane Branche. Das kontroverse Thema ist für die Bio-Bauern und die Branche eine Herausforderung. Schlachten am Schluss nur noch die Ökos? Kunstfleisch steht aus ökologischer Sicht (Regenwaldzerstörung) und Qualität (hoch verarbeitet, degeneriert) zunehmend in der Kritik. 

- Keine Anmeldung notwendig


13 - 14 Uhr
Raum Istanbul (NCC Ost)

Bio-Markenvielfalt erfüllt Kundenerwartungen im Supermarkt. Was fehlt noch und wer beliefert die Kaufleute? 

Bio braucht freie Kaufleute in der Fläche. Viel vom Gleichen der Eigenmarken oder Dachmarken von der Vorstufe reicht nicht. Es werden tiefe, breite und mehr frische Bio-Sortimente gesucht. Fachhandelstreue der Marken war gestern. Bio-Hersteller suchen Wege in die Regale des Mainstreams. Sind regionale Bio-Großhändler eine Lösung? Welche Rollen spielen Bioangebote der herkömmlichen Hersteller?

 

Sonderschauen  & Highlights
- Erlebniswelt Olivenöl
- Erlebniswelt VEGAN
- Erlebniswelt Wein
- Gemeinschaftsstand Junge Innovative Unternehmen
- Neuheitenstand
- Best New Product Award
- Fachhandelstreff
- Treffpunkt Generation Zukunft
- Angebotsbereich Unverpackt
- BIOFACH Kongress 2022 mit dem Schwerpunkt "Organic.
Climate.Resilience."

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