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Mehr Bio-Frische gekauft

von Barbara Bien & Diana Schaack

(ZMP) Im ersten Halbjahr 2007 haben die Verbraucher 20 Prozent mehr für Bio-Frische ausgegeben als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Besonders die Vermarktung von Bio-Brot und Bio-Käse ist erfolgreich gewesen. Davon wurden gegenüber dem Vorjahr über ein Viertel mehr verkauft. Auch die Kategorien Fleisch, Wurst und Geflügel, Frischobst, Frischgemüse und Eier erzielten Wachstumsraten zwischen 8,5 und 20 Prozent. Nur der Kartoffelabsatz litt unter den Erntebedingungen in 2006 und ging um ein Viertel zurück (siehe Grafik). Dies geht aus den aktuellen Zahlen des GfK-Haushaltspanels hervor.

Von Januar bis Juni 2007 wurde 28 Prozent mehr Bio-Brot verkauft als 2006. Damit konnte 24 Prozent mehr Umsatz generiert werden. Bio-Brot ist also günstiger geworden. Von Januar bis Juni 2007 lag der Verbraucherpreis bei 3,11 EUR/kg, 2006 waren es 3,20 EUR/kg. Das liegt vor allem an der Distributionsausweitung bei den Discountern. LIDL ist eingestiegen und bei ALDI wurden gut 50 Prozent mehr Bio-Brote gekauft als im Vorjahr. Besonders häufig haben die Verkaufsstellen in den Vorkassenzonen einen Teil ihres Sortiments auf Bio-Brot umgestellt und erzielten damit ein Absatzplus von 58 Prozent.


Starkes Wachstum im Bio-Brotabsatz

In den Bäckereien (inkl. SB-Bäcker) stieg der Absatz um 37 Prozent, in den Discountern um 34 Prozent und im klassischen LEH um 29 Prozent. Der Naturkosthandel musste 16 Prozent Verluste hinnehmen und sein Marktanteil sank von 13 auf 8 Prozent. Die Kunden deckten in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 34 Prozent (im 1. HJ 2006: 32 Prozent) ihres Bio-Brotbedarfs beim Bäcker, 24 Prozent (22 Prozent) kauften sie im Discounter, im übrigen LEH waren es 15 Prozent (16 Prozent) und in den Vorkassenzonen der Supermärkte 11 Prozent (9 Prozent).

Käse: SB-Ware dominiert

Der Verbraucher kaufte 2007 ein Viertel mehr Bio-Käse im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006. Etwa 70 Prozent (Vj: 66 Prozent) des Käses gehen allein über den LEH (inkl. Discounter) an die Kunden. Somit erreicht die SB-Ware einen Anteil von 67 Prozent, ihr Absatz steigerte sich um 37 Prozent. Ein Viertel des Bio-Käses wird an der Bedientheke und 8 Prozent aus der Cabriotheke verkauft. Im klassischen LEH wurden beachtliche 50 Prozent Absatzsteigerung realisiert und er konnte seinen Marktanteil von 20 auf 24 Prozent ausdehnen. Im Discounter gingen 23 Prozent und im Naturkosthandel 13 Prozent mehr über die Ladentheke.

16 Prozent mehr Obst

Das Wachstum bei Bio-Obst fiel mit 16 Prozent (VJ: 72 Prozent) wesentlich moderater aus als noch im Vorjahr. Bio-Bananen bleiben der Verkaufsrenner: Die Zuwachsrate betrug 30 Prozent und damit entfallen 44 Prozent aller Bio-Obstkäufe auf die gelbe Frucht. Die Steigerung der Verkaufsmengen an Bio-Bananen um mehr als 100 Prozent gehören damit der Vergangenheit an. Sie kamen durch Einlistungen zustande. Mittlerweile sind sie aber in fast allen Einkaufsstätten verfügbar, und der Bio-Anteil am gesamten Bananenverkauf liegt bei 9 Prozent. Am zweithäufigsten werden Bio-Äpfel nachgefragt, sie machen 18 Prozent der Obstmenge aus. Danach folgen die Zitrusfrüchte Orangen und Zitronen mit insgesamt 27 Prozent. Zitronen waren stärker gefragt als im Vorjahr und der Absatz stieg um ein Drittel.

Bei Bio-Gemüse liegen die Möhren mit einem Mengenanteil von 41 Prozent vorne. Tomaten haben einen Anteil von 12 Prozent und legten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006 um knapp 30 Prozent zu.

 

Kartoffelabsatz rückläufig

Im ersten Halbjahr 2007 wurde von den Verbrauchern ein Viertel weniger Bio-Kartoffeln
gekauft. Die Absätze von Speise- und Frühkartoffeln gingen dabei gleichermaßen zurück. Das Angebot war knapp: In Deutschland gab es 2006 Schwierigkeiten bei der Einlagerung. Zudem erntete Österreich ein Viertel weniger als im Jahr 2005 und konnte weniger exportieren. Der Bio-Anteil am gesamten Kartoffelmarkt ist damit von 5,2 Prozent auf 4,1 Prozent zurückgegangen.


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