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Transformation: Seit Jahrzehnten der Bio-Markenkern

Bio auf der Anuga 2021 – Sonderschau Organic Market und Organic Forum

Transformation: Seit Jahrzehnten der Bio-Markenkern © Koelnmesse
Vegan, von Anfang an im Biosortiment, ist als Trend im Mainstream eingezogen. Dazu gehören vor allem auch frische Pflanzen im Obst + Gemüse-Regal, deren Bio-Vielfalt im Anuga Organic Market gezeigt wird.

Gesundheit und Nachhaltigkeit wachsen in den Köpfen der Verbraucher weiter zusammen. Tierwohl und vegane Ernährung und vieles mehr
 – Biothemen seit Bio-Pionierzeiten – entfalten eine enorme Zugkraft. Wenn weniger, dafür hochwertiges Fleisch, zucker- und alkoholfreie Getränke oder Superfood – auch heimisches – dann bitte in Bioqualität. Das kommt im Mainstream besser an, es verspricht über den Trend hinaus Nachhaltigkeit, den neuen Begriff für Ökologie. Und heute will fast jeder das Klima retten.

Die Steigerungsraten der Biomärkte bewegen die Bioproduzenten aller Länder. Die neuen politischen Bio-Zielsetzungen setzen in Erstaunen. Mancherorts sind 100 Prozent Bio angepeilt – ein Umstand, der vor 20 Monaten auf dem Anuga Organic Forum noch als Utopie empfunden wurde. Europa will 25, Bayern 30 Prozent Bio-Anteil erreichen und die aktuelle Bundesregierung 20.

Auch das Anuga Organic Forum 2021 würdigt die Transformationkraft von Bio/Organic und stellt sie weltweit in den Mittelpunkt der Lebensmittelbranche.

Mit Renate Künast fing im Jahr 2001 alles an. Bio sollte auf der Anuga zuerst ein Plätzchen finden, wurde dann jedoch die dauerhafteste Erfolgsstory bis heute. Oliver Frese, Chief Operating Officer (COO) der Koelnmesse, hat das so ausgedrückt: Ein Wandel sei seit der letzten Anuga vor zwei Jahren sichtbar, der sich besonders im Bio-Segment gezeigt habe. Während der Pandemie hätten die Menschen daheim mehr gekocht. Außerdem seien regionale und ökologische Themen wichtiger geworden. Als herausragende Sonderschau stelle der Anuga Organic Market 1.500 Bio-Produkte vor, was weiter ausgebaut werde.

Die Anuga hat Anfang des vorletzten Jahrzehnts Trendthemen in den organisatorischen Aufbau integriert. Bio war mit dabei. So wurden alle Anuga Aussteller in den Anmeldeformularen nach ihren Bioangeboten gefragt. Zuletzt – im Jahr 2019 – waren das über 2.200 von rund 7.500 Teilnehmern. Erstmals ist Bio/Organic im Jahr 2021 nicht mehr Teil der Anuga Trendthemen. Bio ist allgemeiner Bestandteil der Anuga-Messe geworden und wird in den Warengruppen als eigenes Segment erfasst.

2019 wurde ein frisches Bio-Vollsortiment gezeigt: Fleischwaren, Wurst, Käse, ein äußerst abwechslungsreiches Obst und Gemüse-Angebot mit über 60 verschiedenen Artikeln für den LEH, eine Backstation mit französischem Baguette und Croissants, ein Bio-Kaffee, und ein Vollsortiment von TK, Mopro, Seitan, Tofu- und Fleischersatzprodukten über Getränke – Wein, Bier, Limonaden, Säfte bis hin zu exotischen Smoothies und gesunden Getränkeneuheiten – Süßwaren, ein umfangreiches Trockensortiment von Nudeln, Feinkost, Körnern, Mehlen und Aufstrichen aller Art, Frühstückscerealien, sowie Sportlernahrung und vieles mehr. Als absoluter Renner stand da eine vollständige Unverpackt-Station. Der Besucherzuspruch war, dem Zeitgeist entsprechend, absolut auf einem Höhepunkt angekommen.

The Show must go on – trotz oder auch wegen der Pandemie. Unter Coronavorschriften, mit Abstand halten und Sicherheitscheck wird es die Sonderschau in diesem Anuga-Jahr geben. Und das Anuga Organic Forum. Letzteres wird digital live ausgestrahlt und findet erstmals Zuspruch rund um den Erdball. Man muss also nicht vor Ort sein, um die Botschaften zu hören – die Weltgemeinschaft der Lebensmittelbranche wird die Bio-Marktentwicklung digital verfolgen.

Erich Margrander


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