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Biofach digital – gestärkt durch die Krise

Das erste eSpecial der Biofach barg Chancen und Herausforderungen

Biofach digital – gestärkt durch die Krise © NürnbergMesse
Allein vor dem Schreibtisch: Im Dschungel von Roundtables und ungewohnter digitaler Messe ging es etwas chaotisch zu.

13.800 Teilnehmer aus 136 Ländern trafen sich im Februar zur ersten digitalen Ausgabe der Biofach, Weltleitmesse für Bio-Produkte. Im Netz konnten sie 1.442 Aussteller besuchen und im Rahmen von Kongress und Roundtables an 775 Online-Sessions zu Themen vom Bio-Markt über Nachhaltigkeit bis hin zu Produkt-Neuheiten teilnehmen. Dabei war das Motto ‚Shaping Transformation. Stronger. Together.‘ Programm.

„Dieses Jahr war alles ein wenig anders, aber trotzdem schön“, zog Petra Wolf von der Geschäftsleitung der NürnbergMesse als Resümee. Zwar habe das gewohnte vor-Ort-Messe-Feeling der Biofach gefehlt – mit den persönlichen Begegnungen, dem Schmecken, Fühlen und Riechen – , man habe aber versucht, eine bestmögliche Alternative auf die Beine zu stellen. Einige Aussteller waren dabei sehr kreativ und versandten etwa im Vorfeld der Messe Weinproben an Teilnehmer.

„Die Möglichkeit, über Chat oder Videocall Kontakt zum Kunden zu haben, wurde durch die gesamte Vertriebsmannschaft genutzt“, berichtete der Bioweinspezialist Riegel. Ein umfangreiches Programm mit Seminaren (inkl. Verkostung), theoretischen Sortimentsschulungen und Winzern live vor der Kamera hätten zudem für Frequenz am ‚Stand‘ gesorgt. Und so habe auch die diesjährige Biofach dazu beigetragen, den Kunden Spannendes aus der Welt der Bioweine nahe zu bringen.

Louise Luttikholt, Geschäftsführerin des Biofach-Schirmherren IFOAM – Organics International, merkte an, auch nach einem Jahr Corona-Krise seien digitale Treffen noch gewöhnungsbedürftig, es gebe aber auch Vorteile: etwa den einfachen Zugang ohne lange Anreise, besonders für Menschen aus dem globalen Süden. Außerdem konnte sie eine erhöhte Fokussiertheit des Austausches feststellen.

Dabei hatte die Messe auch mit technischen Problemen zu kämpfen: Nicht alles verlief auf der Plattform so reibungslos wie geplant und bei fünf Prozent der Teilnehmer musste sich die Messeleitung für ein verspätetes Onboarding entschuldigen. Dass vieles schief lief, hatte einen gewaltigen Stau bei der Abarbeitung zur Folge und ließ erkennen, wie verheerend sich spätes Öffnen für die Aussteller auswirken kann. „Eine Testplattform schon im Herbst wäre angemessen, ja unabdingbar gewesen“, betont bioPress-Herausgeber Erich Margrander. Was die Programmpunkte und die Aussteller anging, so fehlte auf der Plattform eine unbebilderte, übersichtliche Liste, in der man sich schnell bewegen kann. Warum altbewährte Such- und Sortierfunktionen wegfallen mussten und sich die Ergebnisse weder einfach sichern noch drucken ließen, konnte sich manchem Messebesucher nicht erschließen.

„Die Zukunft der Messen wird hybrid“, verkündete Petra Wolf. Auch in den kommenden Jahren werde man das digitale Format für eine höhere Reichweite nutzen – dann aber hoffentlich verbunden mit einem persönlichen Wiedersehen vor Ort in Nürnberg.

22 Prozent mehr Bio-Umsatz in Deutschland

Die besucherreichste Veranstaltung der Biofach war mit mehr als 700 Teilnehmern eine Analyse mit Zahlen und Fakten zum deutschen Biomarkt, angeboten von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI). Diana Schaack präsentierte hier einen Rekord-Zuwachs von 22 Prozent für den Bio-Umsatz 2020, womit eine Summe von fast 15 Milliarden Euro erreicht wurde.
Ungefähr doppelt so stark wie der gesamte Lebensmittelmarkt legte der Bio-Markt 2020 zu und erhöhte seinen Anteil am Gesamtmarkt auf vorläufig geschätzte 6,4 Prozent. Begleitet wurde das Marktwachstum von einer Flächensteigerung um 5,3 Prozent auf 1,6 Millionen Hektar Öko-Anbaufläche sowie einer positiven Höfeentwicklung um 3,8 Prozent auf 35.413 Bio-Höfe.

Den stärksten Boom gab es in der Online- und Direktvermarktung – bei Hofläden, Online-Shops, Wochenmärkten, Reformhäusern, Bäckereien und Metzgereien. Zusammen erzielten sie mit Bio-Produkten um 35 Prozent höhere Umsätze als im Vorjahr. Im Corona-Jahr vermieden viele Kunden den Gang in Geschäfte, sodass sich die Umsätze des Online-Handels fast verdoppelten. Direktvermarkter konnten den Verbraucherwunsch nach vertrauenswürdigen, regionalen Lebensmitteln in der Pandemiezeit am besten erfüllen und legten um knapp 30 Prozent zu.

Am meisten zum Wachstum beigetragen hat wie in den Vorjahren der LEH mit einer Steigerung von 22 Prozent auf insgesamt 9,05 Milliarden Euro. Damit hält er seinen Anteil am Bio-Markt von 60 Prozent. Die Discounter blieben weit hinter den Vollsortimentern zurück, die von den Verbrauchern während der Corona-Krise am meisten aufgesucht wurden, um ihre Einkäufe in möglichst wenigen Geschäften erledigen zu können.

Der Naturkostfachhandel erfuhr mit Hilfe von Stammkundschaft und Neukunden ein Umsatzplus von 16,4 Prozent. Insgesamt steigerten die Bio-Fachhändler ihren Umsatz mit Lebensmitteln und Getränken auf 3,7 Milliarden Euro, womit sie allerdings zwei Prozentpunkte ihres Marktanteils auf 25 Prozent verloren.

Bio in Europa wächst auf 45 Milliarden Euro

Auch weltweit konnte Bio ein Wachstum verzeichnen, wie das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und die internationale Bio-Organisation IFOAM berichteten. Im Jahr 2019 stieg die Biolandwirtschaftsfläche um 1,6 Prozent auf 72,3 Millionen Hektar. Nach Australien und Argentinien hat Spanien mit 2,4 Millionen Hektar die drittgrößte Biolandbaufläche. Liechtenstein wies mit 41 Prozent den höchsten Bioanteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf, gefolgt von Österreich mit 26,1 Prozent. Weltweit gab es 3,1 Millionen Bioproduzenten.

Der globale Markt für Bioprodukte belief sich 2019 auf über 106 Milliarden Euro. Mit Abstand der größte Markt befindet sich in den Vereinigten Staaten (44,7 Milliarden Euro), gefolgt von Deutschland (12 Milliarden Euro) und Frankreich (11,3 Milliarden Euro). Der höchste Pro-Kopf-Verbrauch ließ sich in Dänemark und der Schweiz feststellen (344 und 388 Euro), die gleichzeitig auch den höchsten Bio-Marktanteil vorweisen können (12,1 Prozent und 10,4 Prozent).

In Europa wuchs der Biomarkt 2019 um weitere acht Prozent auf 45 Milliarden Euro. Nach den USA ist die Europäische Union mit 41,4 Milliarden Euro Umsatz der zweitgrößte Binnenmarkt für Bioprodukte. Europaweit gab es fast 430.000 Bioproduzenten, womit die Anzahl um 2,8 Prozent wuchs. Die Türkei ist das Land mit den meisten Betrieben (74.545), gefolgt von Italien (70.561).

Die Biofläche ist in Europa um 5,9 Prozent gewachsen und macht damit 3,3 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche aus – in der Europäischen Union 8,1 Prozent. In Frankreich kamen fast 206.000 Hektar Biofläche hinzu, in der Ukraine knapp 159.000 Hektar und in Spanien mehr als 108.000 Hektar.

Die Zahlen von 2019 zeigen laut Helga Willer, die am FiBL zuständig für die Datensammlung ist, ein erfreuliches Wachstum der Biofläche und des Biomarktes. „Dennoch wird die Biofläche in den nächsten Jahren weiterwachsen müssen, wenn wir das von der Europäischen Kommission gesetzte Ziel eines Bioflächenanteils von 25 Prozent bis 2030 erreichen wollen.“

Pflanzenbasiert, zuckerreduziert und nachhaltig

Ein wichtiges Thema der Biofach waren auch dieses Jahr die Neuheiten und Trends. Von der Trendjury wurden pflanzenbasierte und zuckerreduzierte Produkte, Nahrung mit Zusatznutzen (Superfoods), mehr Nachhaltigkeit und soziale Ver- antwortung sowie gesund genießen und überraschende Produkte als wichtigste Trendkategorien ausgemacht.

Ein Sojajoghurt in den Geschmacksrichtungen Natur, Heidelbeere und Vanille präsentierte die Berief GmbH aus dem Münsterland, die zahlreiche Milchersatzprodukte von Haferjoghurt bis Cashew-Drinks im Sortiment hat. Neu erschienen bei Lovechock ist eine milde vegane Milchschokoladen-Alternative auf Basis von Reismilch in den Sorten Kokos Kakao-Nibs, Datteln & Nüsse sowie Haselnuss Matcha. Bio-Pionier Allos stellte ein Schoko-Müsli vor, das nur 1,8 Gramm Zucker enthält und aufgrund von Kakao und Kakao-Nibs durch einen intensiven schokoladigen Geschmack überzeuge.

Gleich 15 gesunde Ingwer-Shots in einer Mehrweg-Glasflasche gibt es bei Voelkel zu erwerben. Das Start-up Fair-afric wickelt die ganze Schokoladenproduktion in Ghana ab und will damit die fairste Schokolade der Welt produzieren. Und der Wasch- und Reinigungsmittelhersteller Sodasan vermeidet mit seinen Bag-in-Box-Abfüllstationen bis zu 92 Prozent Plastikmüll.

Für das gesunde Kochen in der Homeoffice-Mittagspause bietet Davert einen Kichererbsen-Reis an, der sich in zehn Minuten zubereiten lässt. Als überraschendes Produkt durfte schließlich Biowein-Produzent Riegel seinen neuen alkoholfreien Rosé-Wein vorstellen.

Auch bei der digitalen Biofach-Ausgabe gab es einen Neuheitenstand mit 350 Produktneuheiten im Bereich Bio-Lebensmittel, aus denen die Teilnehmer ihre Favoriten wählten und mit dem Best New Product Award auszeichneten.

Im Bereich Frische konnten sich die Vollgemüse-Tortillas auf Basis von Karotte von Beetgold durchsetzen. Bei den Tiefkühlprodukten gewann der Kissyos Bio-Haselnuss-Eisriegel. In der Kategorie Trockenprodukte wurden Daverts Rote-Linsen-Reis, Lubs Schoko-Mango-Kugeln sowie das Bauckhofer Müsli Hafer Crunchy Schoko ausgezeichnet. Das beliebteste Getränk war Sonnentors Falscher Kaffee auf Basis von gerösteter Löwenzahnwurzel. Und im Non-Food-Bereich konnte sich wie schon im Vorjahr die Biobaula GmbH durchsetzen – dieses Mal mit ihren Öko Wasch-Tabs.

Wege für Bio in den LEH

Als Vorteil des digitalen Formats konnten auf der diesjährigen Biofach zahlreiche sogenannte ‚Roundtables‘ angeboten werden, bei denen sich die Teilnehmer per Video zum Gespräch oder Vortrag trafen. Neben Pressekonferenzen und Ausstellerpräsentationen kamen hier auch richtige Diskussionsrunden zustande – so auch veranstaltet von der bioPress.

Unter dem Motto ‚Bio für möglichst viele‘ wurden Wege für Bio-Vollsortimente in den SEH diskutiert. Um aus einem elitären Umfeld herauszukommen und das Bewusstsein für Bio-Produkte weiter auszubreiten, sei Bio im LEH unerlässlich – so der Tenor der Runde um Herausgeber Erich Margrander.

Aus ideologischen Gründen weigerten sich die Bio-Großhändler jedoch oft, die selbstständigen Kaufleute zu beliefern, und auch viele Hersteller seien nicht an einer Kooperation interessiert. Wir bräuchten deshalb eine Transformation hin zu dezentralen Strukturen, schlug Erich Margrander in der Runde vor. Überall, wo es Bio-Großhändler gäbe, säßen in der Region auch Einzelhandelskaufleute, die Bio vor Ort unter die Leute bringen könnten.

Welche Rolle dabei Eigen- und Herstellermarken spielen können, war Thema eines zweiten Expertengesprächs. Eigenmarken haben viel zur Verbreitung von Bio im LEH beigetragen, stellte sich durch mehrere Beiträge heraus. Warum aber öffnen die Supermärkte ihre Türen nicht auch für Hunderte von Herstellermarken?

Marcus Wewer, der bei Rewe die Qualitätssicherung der Bio-Eigenmarke verantwortet, führte dies auch auf die Größenstruktur der Hersteller zurück. So könnten viele Herstellermarken zwar den Fachhandelsmarkt gut bedienen, seien aber vielleicht nicht in der Lage, die nationale Listung für einen Rewe oder Edeka zu stemmen. Dabei habe es ein klassisches Lebensmittelunternehmen wie Kellogg’s mit einem neuen Bio-Produkt noch leichter als ein noch unbekannter Hersteller, der sich wiederum über Verbandsware, Regionalität und Authentizität profilieren könne.

Unabhängig davon, unter welcher Marke es verkauft wird: „Bio ist aus den Supermärkten nicht mehr wegzudenken“, stellte Erich Margrander abschließend fest. Dabei müsse nicht jedes Bio-Produkt von den Alpen bis zur Nordsee verfügbar sein – die Ansprüche der Kaufleute zielten eher auf lokal oder regional. Er wünscht sich einen neuen Gesellschaftsvertrag, für den Hersteller, Verantwortliche in der Logistik, Marktleiter und Berater sich regelmäßiger zusammensetzen und austauschen sollten.

Nachhaltigkeit und Verpackung

Das Thema Nachhaltigkeit zog sich durch viele Veranstaltungen der Biofach. Mit ‚We Care‘ stellte das FiBL ein neues Nachhaltigkeitssiegel vor, das unternehmerische Verantwortung entlang der Lieferkette auszeichnen soll. Es bestätigt zertifizierten Unternehmen, dass sie vom Anbau in den Ursprungsländern beziehungsweise der Region bis zum heimischen Standort umfassende ökologische und soziale Kriterien einhalten.

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. (AöL) beschäftigte sich auf einem Podium mit der Preisgestaltung als Schlüssel zu nachhaltiger Ernährung. Prof. Dr. Carola Strassner, wissenschaftliche Begleiterin der AöL und Dozentin an der Uni Münster, beschrieb das Konzept der ‚wahren Preise‘ als „ein unglaublich hilfreiches, notwendiges Instrument, das der Sensibilisierung der Konsumierenden dient.“

Gut besucht waren auch Sessions zu Verpackung, Plastik und Zero Waste. Auf die wichtige Schutzfunktion von Verpackungen wies Prof. Dr. Carolin Hauser von der Technischen Hochschule Nürnberg hin. So werde selbst bei einer Gurke der Lebensmittelabfall durch eine Plastikverpackung um 50 Prozent reduziert. Florian Märtl, der mit seiner Frau den Biomarkt Dinkelähre leitet, versucht, Plastikverpackungen im Frischebereich zu vermeiden, und betreibt seit 2018 eine professionelle Unverpackt-Abteilung. Auch damit bleibe das Verpackungsproblem im Herstellungsprozess und in der Lieferkette jedoch oftmals bestehen, merkt er an.

Sodasan stellte seinen Kooperationspartner Ozeankind vor – einen Verein, der sich seit 2018 gegen den Plastikmüll in den Weltmeeren engagiert. Dafür veranstaltet er monatliche CleanUps, bei denen Müll gesammelt wird, und bringt Umweltbildung für Kinder an Schulen. Vor einem Jahr hat er unter dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe den ersten ‚Recycling Swop Shop‘ in Sansibar errichtet: Hier können Kinder gesammelte Plastikflaschen abgeben und erhalten im Gegenzug Gutscheine, die sie für Schulmaterialien, Kleider oder Spielsachen eintauschen können.

Von Bio-Wertschätzung zur Umstellung?

Wie gewohnt stattete auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dem eSpecial einen Besuch ab: Beim Opening, dem Stadt-Land-Bio-Kongress sowie einem digitalen Rundgang über die Biofach war sie präsent.
Während Corona sei eine andere Wertschätzung und Sensibilität für Lebensmittel entstanden, hob die Ministerin hervor. 24 Prozent mehr hätten deutsche Haushalte in den ersten elf Monaten von 2020 für Bio ausgegeben. Jetzt müssten wir auch in der Außer-Haus-Verpflegung als Vorbild nachziehen, wofür sich die Initiative ‚BioBitte‘ besonders einsetze.

Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), erklärte, bei aller Euphorie über das Marktwachstum habe sich bei den landwirtschaftlichen Betrieben viel zu wenig getan. Dabei könnte sich laut Umfragen ein Fünftel der Betriebe die Umstellung auf Bio vorstellen. Dafür müsse aber Vertrauen da sein und die Finanzierung der Umstellung gesichert werden.

„Warum geht da nicht mehr?“, hakte er kritisch nach. Klöckner erklärte, wie groß die Unsicherheit vieler auch nachhaltig gesinnter Bauern sei. Da gebe es große psychologische Hürden zu überwinden. Sie wies darauf hin, wie wichtig Umstellungs- und Beibehaltungsprämie seien, um Betrieben die Angst zu nehmen.

Mut zur Transformation gefragt

Jan Plagge, Präsident von IFOAM Organics Europe, sprach von der europäischen Heimat von Bio-Lebensmitteln. Viele Maßnahmen der EU-Kommission würden aktuell greifen. Bleibe die Frage: „Sind die Mitgliedsstaaten bereit, Bio als Werkzeug der Transformation zu betrachten?“ In kaum einem anderen Land sei die Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern von Bio so ideologisch aufgeladen wie in Deutschland.

Julia Klöckner, die sich im Kreuzfeuer beider Lager befindet, stimmte zu, diese Konfrontation tue uns in Deutschland nicht gut. Mit Blick auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) betonte sie: „Wir sind ein Europa von unterschiedlichen Entwicklungen.“ Die Herausforderung, die verschiedenen Länder zusammenzuhalten und sich auf gleiche Rahmenbedingungen zu einigen, sei groß. Wichtig wäre es, dass die Kommission alle nationalen Strategiepläne veröffentlicht und transparent macht. Aktuell fänden die Verhandlungen über Ökoregelungen statt: „Jetzt wird’s konkret!“

Die nächste Biofach findet vom 15. bis 18. Februar 2022 statt. Durch die geänderte Tagesfolge von Dienstag bis Freitag sollen die Facheinkäufer noch mehr Zeit abseits des Wochenendes für ihren Messe-Besuch haben. Die Videos aus den Live-Streams bleiben auf der Plattform noch ein halbes Jahr zum Abruf zur Verfügung.

Lena Renner
 


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