Start / Business / Themen / Gesellschaft / Übernehmen Bioreaktoren unsere Ernährung?

Studie

Übernehmen Bioreaktoren unsere Ernährung?

Studie ‚Aussichten der Bioreaktornahrung‘ veröffentlicht

Manfred Linz vom Institut für Welternährung geht in seiner Studie mittels einer Literaturrecherche den Verheißungen der Bioreaktornahrung auf die Spur. Sein ernüchternder Schluss: Bioreaktoren sind noch weit davon entfernt, eine Stütze der Welternährung zu werden.

Die industrielle Landwirtschaft gerät immer stärker unter Druck. Zunehmende ökologische Schäden, das Leiden der Nutztiere und die negative Klimabilanz sprechen immer stärker gegen den industriellen Weg. Nicht wenige Vordenker sagen deshalb biotechnologischen Verfahren, Bioreaktoren und Mikroorganismen eine große Zukunft voraus, insbesondere bei Milch und Fleisch, weil sie ohne ökologische Verwüstung und zu weit günstigeren Preisen die Welt ernähren könnten.

Auf viele Flächen, die heute noch intensiv bearbeitet werden, könnten die Biotechnologien verzichten und damit die Klimagasbelastung der Lebensmittelproduktion erheblich verringern. Doch wie tragfähig sind diese Botschaften?

Manfred Linz hat in seiner Literaturrecherche die Prognosen auf den Prüfstand gestellt und kommt zu einem ernüchternden Schluss. Bisher habe mit einer winzigen Ausnahme kein Produkt das Probestadium überwunden; alle Versprechen baldiger Marktfähigkeit blieben damit offen. Auch die große Verheißung, mit Bioreaktornahrung eine wachsende Weltbevölkerung gesund und preiswert zu ernähren, habe in den heute erkennbaren Realitäten keinen Anhalt. Das Narrativ, Bioreaktoren und Mikroorganismen könnten zu einer wesentlichen Stütze der Welternährung werden, diene gegenwärtig vor allem dem Zweck, Investoren von Risikokapital anzuziehen.

Die Ergebnisse der Studie sind veröffentlicht unter dem Titel: ‚Aussichten der Bioreaktornahrung - Ein Überblick von Manfred Linz‘ und stehen als Download zur Verfügung.


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Ernährungssicherheit durch angepasste Sorten

Studie über den Anbau von Nutzpflanzen im Klimawandel

Dr. Florian Zabel, Geograph an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat mit einem internationalen Forscherteam die globalen Auswirkungen des Klimawandels auf den Anbau der vier wichtigsten Nutzpflanzen simuliert. Ihr Ergebnis: Mit Hilfe angepasster Sorten können klimawandelbedingte Ertragsminderungen aufgewogen und die globale Produktion sogar deutlich gesteigert werden.

17.05.2021mehr...
Stichwörter: Ernährung, Studie, Innovation, Mikroorganismen, Klimabilanz, Biotechnologie, Bioreaktornahrung, Institut für Welternährung

Fleisch-Ersatzprodukte sind gefragt

Flexitarier und Vegetarier wünschen sich nach einer Studie eine preiswertere und größere Auswahl an Ersatzprodukten. Ein Drittel der Flexitarier bemängelt zudem geschmackliche Einbußen.

21.08.2020mehr...
Stichwörter: Ernährung, Studie, Innovation, Mikroorganismen, Klimabilanz, Biotechnologie, Bioreaktornahrung, Institut für Welternährung

Fleischersatz auf Pflanzenbasis besitzt die beste Umweltbilanz

Das Umweltbundesamt hat in der Studie ‚Fleisch der Zukunft‘ die Auswirkungen von Fleischersatzprodukten auf Umwelt und Gesundheit und ihre Zukunftsperspektiven untersucht. Fleischersatz auf pflanzlicher Basis, zum Beispiel aus Soja, Weizen, oder Erbsen, schneide aus Umweltsicht am besten ab, etwas schlechter Fleischersatz auf Insektenbasis. In-Vitro-Fleisch ist noch nicht am Markt verfügbar, sodass die Umweltauswirkungen schwer abzuschätzen sind.

08.07.2020mehr...
Stichwörter: Ernährung, Studie, Innovation, Mikroorganismen, Klimabilanz, Biotechnologie, Bioreaktornahrung, Institut für Welternährung


Was wirklich dick macht

Studie identifiziert Risiko-Nahrungsmittel und besonders gefährdete Personengruppen

15.06.2020mehr...
Stichwörter: Ernährung, Studie, Innovation, Mikroorganismen, Klimabilanz, Biotechnologie, Bioreaktornahrung, Institut für Welternährung