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Hygiene

Topf Secret – Mission Fleisch

Plattform für mehr Transparenz bei Fleisch-Kontrollen

Topf Secret – Mission Fleisch © foodwatch e.V.
Bei Fleisch- und Wurstwaren ist ein hoher Hygienestandard besonders wichtig - und es kam in der Vergangenheit immer wieder zu Skandalen. Auf der Online-Plattform "Mission Fleisch" können Bürgerinnen und Bürger jetzt für Wurst- und Fleischprodukte, die sie zum Beispiel im Supermarkt gekauft haben, das Ergebnis der letzten amtlichen Hygienekontrollen im Herstellerbetrieb abfragen.

Die Verbraucherorganisation foodwatch und die Transparenz-Initiative FragDenStaat haben eine Online-Plattform für mehr Transparenz in der Fleischbranche gestartet. Auf ‚Topf Secret – Mission Fleisch‘ können Bürger erstmals die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrollen in allen Fleisch- und Wurstbetrieben Deutschlands abfragen – vom Metzger nebenan bis zu Betrieben der großen Fleischkonzerne.

Bisher machen die Behörden nur in Ausnahmefällen öffentlich, wie es um die Sauberkeit der Fleischbetriebe bestellt ist. Dabei kann mangelnde Hygiene fatale Folgen für die Gesundheit von Verbrauchern haben. Das hat der Listerien-Ausbruch beim Wursthersteller Wilke gezeigt, mit dem mindestens drei Todesfälle und dutzende Erkrankungen in Verbindung gebracht werden.

„Mit 'Mission Fleisch' wollen wir Licht ins Dunkel der Fleisch- und Wurstbetriebe bringen", erklärte Arne Semsrott von FragDenStaat. „Immer wieder kommt es zu Hygiene-Skandalen, doch die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen bleiben in der Regel geheim. Mit unserer Plattform können Bürgerinnen und Bürger die Kontrollergebnisse gezielt abfragen und die Fleischbranche so transparent wie möglich machen."

Seit 2019 gibt es auf der Plattform ‚Topf Secret‘ bereits die Möglichkeit, die Ergebnisse von amtlichen Lebensmittelkontrollen in Restaurants, Bäckereien und anderen Lebensmittelunternehmen abzufragen. Doch Fleischbetriebe waren bisher nur sehr unvollständig auf der Plattform abgebildet.

Bei ‚Mission Fleisch‘ können Nutzer jetzt anhand der Betriebsnummer, die sich auf jedem verpackten Fleischprodukt findet, eine Anfrage zu dem konkreten Herstellungsbetrieb stellen. Wer keine Fleisch- oder Wurstverpackung zur Hand hat, kann alternativ per Klick auf einer Straßenkarte jeden beliebigen Fleischbetrieb aussuchen.

Verbraucher erhalten die Kontrollergebnisse nach mehreren Wochen und können sie im Anschluss auf die Plattform hochladen. Die gesetzliche Grundlage ist das Verbraucherinformationsgesetz (VIG), das die Behörden zur Auskunft verpflichtet.

foodwatch und FragDenStaat fordern die konsequente Veröffentlichung aller Kontrollergebnisse von Lebensmittelbetrieben. „Erfahrungen aus Dänemark, Wales oder auch Norwegen zeigen: Transparenz über die Ergebnisse der Kontrollen führt zu weniger Beanstandungen und verbesserter Hygiene“, betonte Rauna Bindewald von foodwatch. So habe sich in Dänemark die Quote der Beanstandungen nach Einführung eines Transparenz-Systems halbiert.

Weitere Infos unter: www.t1p.de/mission-fleisch


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