Start / News / Kommentare / GAP-Entscheidungen in Brüssel stehen an

GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik

GAP-Entscheidungen in Brüssel stehen an

Naturland sieht drohenden Stillstand statt ökologischem Umbau

Im Europäischen Rat und Parlament wird in der Woche ab dem 19. Oktober über die künftige Ausrichtung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) entschieden. Naturland kritisiert die bisherigen Pläne als „zögerliche Schrittchen“.

Der Öko-Verband Naturland fordert vom EU-Parlament, dem EU-Agrarrat und der deutschen Ratspräsidentschaft endlich klare Signale für eine enkeltaugliche Landwirtschaft. Sonst drohe ein jahrelanger Stillstand - und damit mehr Artensterben, mehr Höfesterben und weniger Klimaschutz.

Naturland weist darauf hin, dass dem Vernehmen nach nur 20 Prozent der Direktzahlungen in der sogenannten ersten Säule künftig an Umweltleistungen gebunden sein sollen (Eco-Schemes). Der überwiegende Teil der Direktzahlungen würde weiter nach dem Gießkannenprinzip pro Hektar verteilt werden. Naturland Präsident Hubert Heigl fordert, künftig sollten mindestens 70 Prozent der gesamten EU-Agrarförderung, egal ob 1. oder 2. Säule, in Umwelt-, Klima- und Tierschutz investiert werden.

Wie wenig ambitioniert die Pläne sind, zeigt aus Heigls Sicht auch der Vorschlag Klöckners für eine so genannte ‚Lernphase‘ von zwei Jahren, nicht einmal die Finanzierung der Eco-Schemes für die Mitgliedsstaaten solle verpflichtend sein.

„Klöckner schiebt die Umwelt bis 2025 komplett aufs Abstellgleis. Eine Lernphase bringt nur dann etwas, wenn wir die Zeit bis 2025 für einen inhaltlichen Neustart nutzen und Eco-Schemes im Sinne einer wirklich nachhaltigen Umweltwirksamkeit entwickeln“, sagt der Naturland Präsident.

Nach Heigl seien praktikable und unbürokratische Regelungen gefragt, mit Klarheit für die Betriebe und echtem nachhaltigen Umweltnutzen: „In einem prozessorientierten Stufenmodell für die 1. Säule wäre das einfach umsetzbar. Der Öko-Landbau als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung muss sich dabei in einer eigenen Stufe wiederfinden.“ In der 2. Säule sollten dann spezifische Einzelmaßnahmen angeboten werden, die zu den einzelnen Stufen kombiniert werden können.


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Nachhaltiger Umbau des Lebensmittelsystems

Experten diskutieren über Farm-to-Fork-Strategie

Die EU-Kommission hat mit der Farm-to-Fork-Strategie positive Signale zum nachhaltigen Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft gesendet. Welche Potenziale stecken in der Strategie und was fehlt ihr? Über wahre Preise, Leistungssubventionen und den Nutri-Score sprachen Experten heute in einer Web-Veranstaltung der Europa-Grünen.

12.02.2021mehr...
Stichwörter: Naturland, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, EU-Parlament, GAP

Bioland warnt vor einer rückwärtsgewandten GAP

Trilogverhandlungen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik gestartet

Am 10. November 2020 starteten die Trilogverhandlungen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik GAP. Nachdem EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Rat ihre Vorschläge vorgelegt haben, erfolgt nun die Abstimmung zwischen den drei Institutionen. Die EU-Kommission ist über Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans und EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski vertreten.

12.11.2020mehr...
Stichwörter: Naturland, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, EU-Parlament, GAP

Geldsegen der GAP fällt auf unfruchtbaren Boden

Renate Künast und Friedrich Ostendorff (Grüne) kritisieren die Geldverteilung aus der Gemeinsamen Agrarpolitik

Geldsegen der GAP fällt auf unfruchtbaren Boden © Foto: Laurence Chaperon

Seit Monaten verhandelten die Bundesministerin für Landwirtschaft, Julia Klöckner, und die Bundesministerin für Umwelt, Svenja Schulze, wie die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) umzusetzen sei. Jetzt einigten sie sich über die Auszahlung von Geldern aus der GAP - in der letzten Förderperiode von 2014 bis 2020 rund 6,2 Milliarden Euro für Landwirtschaft und Umwelt.

14.04.2021mehr...
Stichwörter: Naturland, GAP Gemeinsame EU-Agrarpolitik, EU-Parlament, GAP