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Säfte

Bio transparent versaftet

Säfte, Shots und mehr in Bio-Qualität

Bio transparent versaftet

Die Nachfrage nach  Bio-Fruchtsäften ist im ersten Halbjahr 2020 deutlich angestiegen. Insbesondere Sorten mit Früchten, die für einen höheren Vitamingehalt oder eine Stärkung des Immunsystems bekannt sind, laufen sehr gut. Diese positive Markteinschätzung des Marktes teilen sich die von der bioPress aktuell befragten Keltereien und Hersteller.

Das Bio-Angebot an Säften, und Varianten zeichnet sich durch eine enorme Bandbreite und eine ganze Reihe wichtiger Mehrwerte aus. Vielfalt heißt hier konkret:

Obstsorten von Ananas und Apfel bis zu Orange und Zitrone
    - Monosäfte
    - Mehrfruchtsäfte
Gemüse frisch oder fermentiert
    - Monosäfte
    - Mehrfruchtsäfte
Mischsäfte
    - Obst-/Gemüsesäfte
    - Obst-/Gemüsesäfte  mit
    Gewürzen/Punsch
Spezialitäten
    - Muttersäfte
    - Shots
    - Smoothies

Genauso überzeugend sind die Bio-Mehrwerte. Am Anfang steht der gewässerschonende ökologische Anbau ohne Pestizide und chemisch-synthetische Düngemittel. Bei der Verarbeitung ist es die klare Bevorzugung von Direktsäften anstelle von rückverdünnten Konzentraten. Ebenfalls dem Wunsch von immer mehr Verbrauchern kommt entgegen, dass Bio-Hersteller ihre Säfte überwiegend in Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt in den Handel geben.

Je nach Unternehmen oder Produktkategorie lassen sich als weitere Vorzüge die Verwendung von alten oder samenfesten Sorten, von Streuobst, fair gehandelten oder  Demeter-Früchten nennen. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass bei Bio-Säften auch klar filtrierte Varianten als vegan bezeichnet werden dürfen.

Sortimentstipps

Für die Gestaltung der Getränkeabteilung mit Bio-Säften gelten die allgemein bewährten Ansatzpunkte. Etwa, dass Fruchtsäfte weitaus besser laufen als reine Gemüsesäfte, wobei sich seit Jahren Apfel- und Orangensaft sowie Trauben- und Multifruchtsäfte als Hauptumsatzbringer behaupten. Beim Gemüse ist und bleibt Karotte der Renner. Zugleich bietet es sich an, das Regal mit saisonalen und aktuellen Sortentrends zu bestücken. Im Winter wird tendenziell gern zu vollmundigeren Säften gegriffen, im Sommer gern zu hellen Varianten mit erfrischendem oder exotischem Charakter.

Was Sortentrends betrifft, boomt  ganz klar Ingwer. Dazu kommen zum einen rote Beerenfrüchte, die sich schon seit einiger Zeit – besonders in den Wintermonaten – guter Nachfrage erfreuen. Zum anderen ist das Interesse an Heimischem wie Quitte oder Birne sowie Sorten mit Limette oder Zitrone (wieder) gewachsen. Unabhängig davon machen die immer wieder auf den Markt kommenden Innovationen Sinn – Abwechslung weckt schließlich die Neugier.

Bio-Auswahl vom Vollsortimenter bis zum Produktspezialisten

Dank der Keltereien mit Vollsortiment gelingt die Zusammenstellung einer individuell angepassten Auswahl leicht, wobei an erster Stelle die reinen Bio-Betriebe Beutelsbacher und Voelkel stehen. Dazu kommen viele kleinere Keltereien mit einer eher regionalen Vertriebsstruktur. So wie die Kelterei Heil aus Hessen bieten diese überwiegend die Standard-Fruchtsaftsorten an. Heil allerdings führt zusätzlich einen Birnen- und einen Tomaten-Gemüsesaft.

Thomas Maier, Geschäftsführer von Beutelsbacher sieht ein nachhaltiges Wachstum vor allem bei gesundheitlich wertvollen Direktsäften. Das Sortiment der Fruchtsaftkelterei aus Baden-Württemberg umfasst etwa 70 verschiedene Frucht- und Gemüsesäfte in Demeter-Qualität. Für den klassischen Lebensmitteleinzel- und Getränkehandel steht über das Schwesterunternehmen EOS außerdem ein gestrafftes Komplettsortiment mit EU Bio-Siegel  bereit.

Die Auswahl zeigt, wie typische Standardsorten ein besonderes Etwas bekommen können. Bei den Multisäften gibt es zum Beispiel Multi und einen Exotik Pur, zu denen noch die sogenannten Cocktails mit ungewöhnlicheren Fruchtzusammenstellungen mit Pflaume, Pink Guave, Schwarze Johannisbeere und mehr passen. Bei Traubensaft bietet Beutelsbacher dann zusätzlich drei sortenreine Spezialitäten an. Die rote Cuvée aus Barbera und Montepulciano gibt es zusätzlich zur 0,7 Liter-Flasche auch in 0,2 Liter. Die kleinen Flaschen würden vor allem von der älteren Kundschaft und von Singlehaushalten sehr geschätzt.

Aber auch anderen Trends werden bei Beutelsbacher berücksichtigt. Während Quitte, Rhabarber und Birne die wieder erwachte Vorliebe für heimische Früchte aufgreift, kommt der ungewöhnliche Mehrfruchtsaft Apfel-Tomate-Kurkuma mit leichter Schärfe durch Pfeffer und Ingwer dem Interesse an einem Plus für die Gesundheit durch die Ernährung entgegen. Die Komposition ist außerdem ein Beispiel für die vielen Säfte der beiden Bio-Keltereien mit Obst und Gemüse aus biodynamisch gezüchtetem Saatgut. Anders als Hybridsaat aus Inzuchtkreuzungen kann dieses erneut zur Samengewinnung eingesetzt werden.  

Das Sortiment von Voelkel Naturkostsäfte aus Niedersachsen ist noch umfangreicher. Traditionsorientierte Kunden werden genauso fündig wie solche mit dem Wunsch nach Modernem. Das Familienunternehmen kann dazu auf ein gut gewachsenes Partnernetz an Obst- und Gemüsebauern bauen. Wieder handelt es sich überwiegend um Demeter Säfte, die erntefrisch gepresst werden.

Betont wird dieser Ansatz für ein volles natürliches Aroma zum Beispiel bei den Zitrussäften – vom klassischen Orangen-, Blutorangen- und griechischem Orangensaft bis zu zwei Grapefruitsäften mit der angesagten leicht herben Note. Das Thema Vertrautheit greift Voelkel ebenfalls auf, unter anderem bei den diversen Apfel-Kreationen, Birnen-, Quitten- oder Mehrfruchtsäften.

Aromatische Gesundheitsvorsorge

Muttersäfte aus sehr säure- und vitaminreichen Fruchtsorten stellen eine weitere Bio-Spezialität dar. Eine größere und fast identische Auswahl dieser naturtrüben Säfte mit 100 Prozent Fruchtgehalt aus erster Pressung führen vor allem   Voelkel und Rabenhorst. Als Zutaten sind insbesondere dunkelrote Beerenfrüchte wie Aronia- und Schwarze Johannis- beeren prädestiniert, ergänzt durch Holunder, Granatapfel und Sanddorn. Oft handelt es sich um wildwachsende und rare Rohwaren, die in der Regel sortenrein in die Flasche kommen.

Mit Aronia Original ist ein weiterer Anbieter am Markt, in diesem Fall ein Spezialhersteller. Hier steht die dunkelviolette und herbe, aber nährstoffreiche Beere im Mittelpunkt des gesamten Sorti- ments. Neben reinen Aronia-Produkten umfasst dieses inzwischen aber doch zusätzlich mildere Mehrfruchtsäfte für die ganze Familie sowie für die Wintersaison einen originellen Glühwein.

Gemüsesäfte sind mehr als Fastenklassiker

Cocktails aus Bio-Gemüse gehören seit jeher zu den Bio-Klassikern. Die gängigen Sorten – Karotte, Tomate, Weißkohl, Rote Bete, Pastinake und Sellerie – kommen teils einzeln und etwas häufiger als Gemüsecocktails mit oder ohne Fruchtzusatz in die Flaschen.

Frisch gepresste Bio-Gemüsesäfte punkten mit einem authentischen Aroma der voll ausgereiften Rohwaren. Milchsauer vergorene Produkte schmecken dagegen leicht säuerlich und mild, was etwa bei dem erdigen Aroma von rote Bete gut ankommt. Im Vergleich zu den frischen Rohwaren gelten die fermentierten Säfte außerdem als besser verträglich. Bio-Qualitäten werden dann höchstens noch mit etwas Salz oder Zitrone beziehungsweise Acerolasaft abgeschmeckt, wobei die Säure nebenbei zu einer stabilen Farbe beiträgt.

Voelkel und Beutelsbacher verwenden wiederum bevorzugt samenfestes Gemüse, etwa die Rodelika Möhre und Robuschka Bete. Neuheiten hinsichtlich der Sorten sind eher selten, da sich nicht alles Gemüse für eine natürliche Pressung eignet.

Voelkel hat in diesem Jahr jedoch schon zwei Neuheiten vorzuweisen. Aktuell ist es ein Stangenselleriesaft, nachdem zur Biofach die sogenannte Sonnenmöhre für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte: hergestellt aus einer lange in Vergessenheit geratenen samenfesten Urmöhre, die dem Saft durch wertvolles Lutein eine sonnengelbe Farbe verleiht. Laut Voelkel habe man damit eine erfrischende Ergänzung zum feldfrischen Möhrensaft, dem Bestseller unter den Gemüsesäften, gefunden.

Auch Rabenhorst hat eine Reihe Bio-Rezepturen mit oder aus Gemüse im Programm, beispielsweise den sogenannten B-Aktiv Saft aus fünf milchsauer vergorenen Gemüsesorten. Wie bei anderen Anbietern finden Händler und Verbraucher jeweils Tipps zur Verwendung. Genauso kann im Handel die Aufmerksamkeit für die teilweise weniger beachtete Kategorie gesteigert werden, indem man den praktischen Einsatz von Gemüsesäften beim Kochen von Suppen und Saucen thematisiert. Genauso bieten sich als Ideen selbstgemachte Frischkost-Smoothies ebenso wie gesundes Saftfasten an.

Ingwer und Zitrone bleiben Trend

Alle Produkte, die mit Vitamin C und Ingwer zu tun haben, erfreuen sich starker Nachfrage. Das stellt nicht nur Jurek Voelkel fest, sondern es zeigt sich auch in den allgemeinen Verkaufszahlen. Vor allem Getränke mit der frischfruchtigen und wohltuenden Schärfe von Ingwer boomen.
Die Bio-Zentrale als Allgemein-Vollsortimenter hat diese Entwicklung aufgegriffen und stellt jetzt ein Trio mit Zitronen-, Limetten- und Ingwer-Direktsaft vor. Die großen Bio-Safthersteller nutzen das Faible für Ingwer ebenfalls und geben manchem klassischen Saft so einen besonderen Pfiff.

Lieblich und leicht scharf im Abgang zeigt sich beispielsweise Beutelsbachers Birne-Ingwersaft, der die Reihe aus Zitrone-Ingwer-Saft mit Limette und Zitronenverbene, Apfel-Ingwer-, Apfel-Rote-Bete-Ingwer-, Orange-Karotte-Ingwersaft ergänzt. Auch der erwähnte Apfel-Tomate-Kurkumasaft ist mit Ingwer abgeschmeckt. Neu dazugekommen ist jetzt noch ein Ingwer Direktsaft in der 0,2 l Mehrwegflasche für Shots, Cocktails oder in der Küche zum Würzen.

Energiekick mit Frucht

Geballte Shots nennen sich anregende Mixgetränke aus vitaminreichen und energieliefernden Früchten sowie überwiegend scharfen oder ayurvedischen Gewürzen – und das in konzentrierter Form, meist abgefüllt in Kleinstflaschen für unterwegs oder als morgendliche Portionsgröße.
Voelkel führt mit einem Ingwer & Beeren-Shot in Demeter-Qualität gerade den dritten Ingwer-Shot ein. Wieder kommt das Zusammenspiel von Schärfe und leichter Fruchtsüße positiv zum Tragen. Ein 60-ml-Shot soll 50 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C decken. Neben der Portionsflasche wird es die Neuheit auch in einer umweltfreundlichen großen 280 Milliliter-Flasche geben.

Bei Rabenhorst stehen für September zwei neue innovative Shots im to-go-Format in den Startlöchern: Kurkuma-Weißer Tee vereint Orangen, Mango, Kurkuma und Zitronen mit Essenzen aus weißem Tee. Im Ingwer-Mate kombiniert Rabenhorst Äpfel, Passionsfrucht, Zitronen, Ingwer und Mate-Essenz aus kontrolliert biologischem Anbau. Wie alle Produkte der Traditionssafterei aus Unkel am Rhein werden die Shots in Braunglasflaschen gefüllt, um sie vor UV-Strahlung und Licht zu schützen.

Ansonsten sind Shots häufiger das Metier von jungen Unternehmen, wie Kloster Kitchen, Organic Human oder Viva Maris. Erstere bieten neben einem IngwerTrink Bigshot in der Viertel-Literflasche auch einen Bigshot mit der ebenfalls gefragten Kurkuma-Wurzel. Beide Sorten gibt es auch in to-go-Größen mit 30 Milliliter Volumen. Dazu kommen als Erfrischungsgetränk sogenannte Schüttel-Limos, die wie alle Produkte echte Ingwerstückchen enthalten.

Zielgruppen seien weltoffene Menschen, die Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel legten, so Kloster Kitchen. Sie reisen gerne und lernen andere Länder und Kulturen kennen, schätzen aber die Vorzüge ihrer Heimat gleichermaßen. Sport im Freien und ein nachhaltiger Lebensstil gehört bei ihnen fest zum Leben.

Bettina Pabel

 

Gesund und sozial ist gefragt
„Grundsätzlich stellen wir eine über die Kategorien reichende verstärkte Nachfrage nach unseren Produkten fest. Corona hat offensichtlich viele Konsumenten für ‚gesunde‘ Lebensmittel sensibilisiert. Aber auch für das politische am Thema Ernährung. Die Menschen verstehen immer mehr die soziale Komponente von Bio.“ Jurek Voelkel, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb

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