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Bio in bester Lage Düsseldorfs

Die Biowelt in Zurheides Feine Kost im Crown verführt erfolgreich zum nachhaltigen Einkauf

Bio in bester Lage Düsseldorfs © Zurheide / Ruhrmedien

Seit zweieinhalb Jahren findet sich in direkter Nähe der Düsseldorfer Königsstraße der achte Supermarkt der Familie Zurheide – ein Vorzeigeprojekt, in das die Zurheides große Summen investiert haben. Alleine der Biowelt, einem eigenen Biomarkt im Supermarkt, sind 800 Quadratmeter gewidmet. Rüdiger Zurheide sieht sich heute in seinem Bio-Engagement durch den Erfolg bestätigt, aber die Entwicklung sei noch lange nicht beendet.

Seit zweieinhalb Jahren findet sich in direkter Nähe der Düsseldorfer Königsstraße der achte Supermarkt der Familie Zurheide – ein Vorzeigeprojekt, in das die Zurheides große Summen investiert haben. Alleine der Biowelt, einem eigenen Biomarkt im Supermarkt, sind 800 Quadratmeter gewidmet. Rüdiger Zurheide sieht sich heute in seinem Bio-Engagement durch den Erfolg bestätigt, aber die Entwicklung sei noch lange nicht beendet.

Wenn der Kunde das Crown-Gebäude im Herzen Düsseldorfs betritt, wenige Gehminuten von der bekannten Düsseldorfer Kö entfernt, wird er von einer exklusiven Pâtisserie mit süßen Leckereien, einer Kaffee-Bar und neuerdings einem italienischen Restaurant unter anderem mit tagesfrischer Pasta aus der hauseigenen Pasta-Produktion angelockt. Hier wird Wert auf gute Lebensmittel und Manufaktur gelegt.

Am Anfang steht die Biowelt

Direkt am Anfang des Lebensmitteleinkaufs liegt die Obst- und Gemüse-Abteilung als Kundenmagnet und diese leitet unmittelbar in die großzügige Biowelt über. Die Raumaufteilung mit breiten Gängen, Regalen im Holzdekor und Tageslichteinfall durch Schaufenster zur Bahnstraße hin, sorgt für einen großzügigen Eindruck und ein edles Ambiente.

In den Regalen findet der Kunde dann alles, was er für den alltäglichen Bio-Bedarf benötigt und einiges darüber hinaus. Insgesamt etwas mehr als 12.000 Bioprodukte biete die Biowelt, fast zehn Prozent mehr als beim Start im März 2018. Nach Marktleiter Klaus-Dieter Baumgarten kaufen hier heute nicht nur reine Bio-Kunden ein, sondern größtenteils seien es Käufer, die dann auch die anderen Abteilungen frequentieren. Aktuell habe Zurheide Feine Kost im Crown etwa 120.000 kaufende Kunden im Monat, von denen ein Drittel auch Bio in ihren Einkaufskorb lege.

Bei Zurheides war es eine Grundsatz-Entscheidung, für Bio eine eigene Themenwelt einzurichten, statt die Bioprodukte in den verschiedenen Abteilungen zuzuordnen. So sollten die Kunden alle Einkäufe an einem zentralen Ort tätigen können, außerdem würde betont, welchen hohen Stellenwert Bio bei Zurheide einnimmt. Heute sind Inhaber Rüdiger Zurheide und auch Marktleiter Klaus-Dieter Baumgarten der Meinung, das Konzept des separaten Biomarktes im Supermarkt habe sich „eingespielt“, trotz der eher wenigen 100-Prozent-Bio-Käufer. Im Markt der Zurheides in der Nürnberger Straße seien die Bioartikel zum Beispiel zugeordnet und die Analysen ergäben keinen großen Unterschied im Umsatz.

Doch manches funktioniert doch besser in der Zuordnung. Beim Brot wurde zwar ein guter regionaler Partner mit dem Biobäcker Schomaker aus Neukirchen-Vluyn gefunden. Doch seit Neuestem ist sein Angebot in die Bäckerei außerhalb der Biowelt integriert worden: „Die Kunden gehen zum Bäcker, wenn sie ihr Brot kaufen wollen, und da finden Sie jetzt auch ihr Biobrot“, sagt Zurheide. Ein Teil des Angebots blieb in der Biowelt zweitplatziert.

Überproportionales Wachstum gerade in Corona-Zeiten

Baumgarten und Zurheide betonten, sie seien zufrieden mit der Entwicklung; über alle Sortimente hinweg gebe es ein überproportionales Wachstum beim Umsatz. Gegenüber dem fast 600 Quadratmeter großen Alnatura Super Natur Markt in der Nähe, der genau zeitgleich eröffnet hat, fühlen sie sich gut aufgestellt.

Bio und gerade der Bereich Bio-Obst und –Gemüse profitiere auch von der Coronakrise: Der Kunde lege momentan besonderen Wert auf Qualität, Sicherheit und eine gesunde Ernährung. Die etwa 50 Sorten Bio-Obst und Gemüse – abhängig von der saisonalen Verfügbarkeit – stammen allerdings immer noch zu hundert Prozent von der Edeka. Hier hätten sich auch zweieinhalb Jahre nach dem Start noch keine leistungsfähigen oder –willigen lokalen oder regionalen Anbieter gefunden.

Die Verkaufsrenner sind nach Florian Wenders, dem Verantwortlichen für die Biowelt, außer Obst und Gemüse, besonders Milchersatzprodukte. Dann vegetarische und vegane Produkte etwa der Firma Veganz, Cerealien besonders von Bauck, alle Dinkelprodukte und außerdem Hülsenfrüchte und Getreide von Planet Nature. Das ist die Eigenmarke der Rhein-Main Reformwaren Kraushaar GmbH, dem Lieferanten von fast 70 Prozent des Bio-Sortiments.

Während der durch Covid-19 bestimmten Zeit seien die Anforderungen an Zulieferer teilweise um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Gerade bei Bio sei die gewünschte Menge momentan einfach nicht vorhanden, es habe um die zehn Prozent Fehlware gegeben. Baumgarten zeigte sich erleichtert, dass es langsam besser werde: „Zufriedenstellend ist es aber noch nicht.“

Bioeinkauf in Wohlfühlambiente

Die Biowelt bietet ein solides Vollsortiment im mittleren und gehobenen Bereich in einem Ambiente an, das den Einkauf zum Wohlfühlerlebnis macht. Außer dem Sortiment locke gerade die ansprechende Ausstattung des Ladens und die gediegene Atmosphäre in der Biowelt die Kunden an.
Dazu passen auch die regionalen Besonderheiten wie die hochwertigen Produkte der Grevenbroicher Löffelweise Lebensmittelmanufaktur, zum Beispiel Grünkohleintopf oder Linsensuppe; zu finden im Extra-Regal gekennzeichnet mit ‚Dieses Produkt ist aus der Region Düsseldorf‘. Auch beim Bier kann der Kunde auf regionales Bio zurückgreifen. Die zirka 40 Biersorten von Lammsbräu über Störtebeker bis Liebharts beinhalten auch von der Münsteraner Bio-Brauerei Finne produziertes Craft Beer.

Wer qualitativ hochwertige Bio-Alkoholika sucht, der wird hier genauso bei Wein und Spirituosen auf jedem Preisniveau fündig. So biete die Biowelt nach Zurheide eine deutschlandweit einzigartige Auswahl von Bio-Weinen – um die 200 Sorten warten im Regal auf ihre Liebhaber. Dazu eine breite Vielfalt von Sekt und auch Champagner: Allein fünf Sorten von edlem Schampus sind in Bio-Qualität zu haben. Genauso Hochprozentiges von Gin über Pastis bis Cognac. Für den süßeren Geschmack gibt es den Glitzer Likör vom regionalen Mönchen-Gladbacher Hersteller Husch Husch-Dein Zaubertrank in drei verschiedenen Sorten.

Hingucker im Sortiment

Als Bio-Spezialität auch außerhalb der Getränke bietet die Biowelt zum Beispiel Manuka-Honig – einen Honig, der aus dem Blütennektar der Südseemyrte (Manuka) erzeugt und traditionell als Naturheilmittel verwendet wird. Das hochpreisige Superfood werde stark nachgefragt, meint Florian Wenders, genauso exklusive Hanf-Innovationen. Besonders gut laufe nach Wenders auch die Sportlernahrung. Dies liegt nach seiner Meinung vor allem an den zahlreichen Fitness-Studios in der Umgebung.

Beim Kaffee steht außer den zahlreichen Sorten der Gepa, Kaffee von Darboven und von Wertform noch Bio-Kaffee aus der eigenen Düsseldorfer Rösterei der Zurheides im Regal. Seit Ende letzten Jahres wird der hauseigene Kaffee auch in Kaffeekapseln aus Holz angeboten: Die Kapsel bestehe zum großen Teil aus Hobelspänen aus heimischen Wäldern, zusammengehalten von einem Polymer aus Pflanzenstärke. Damit sei sie zu 100 Prozent biobasiert und biologisch abbaubar. Beim Tee ist als Besonderheit der English Tea Shop breit aufgestellt: Aus über 40 Sorten kann der Kunde wählen. Florian Wenders hält das Angebot für einzigartig in Düsseldorf. In der beeindruckenden Regalinsel mit herzhaften Aufstrichen ist veganer Algen-Brotaufstrich von Maris genauso vertreten wie die Brotaufstriche der Gutding-Manufaktur aus Rickling.

Es steht einiges an Spezialitäten in den Biowelt-Regalen, es ist aber noch Luft nach oben. Käse, Wurst und Fleisch wird als SB geboten, am Ende eines beeindruckend langen Kühlregals mit Bio-MoPro. Wer mehr will, der bedient sich an den Bio-Angeboten in den Frischetheken der entsprechenden Abteilungen.

Unabhängige Sortimentsberatung und Bio-Enthusiasten gesucht

Rüdiger Zurheide betont, es werde immer wieder Neues probiert: „Wir versuchen gemeinsam mit den Kunden zu marschieren.“ Alle Kundenwünsche würden zusammen getragen und bei der Sortimentsgestaltung berücksichtigt. So versuche der Markt immer dicht an den Bedürfnissen auch einzelner Kunden zu bleiben. Wenig Hilfe komme hier von außen. Es gebe zwar externe Sortimentsberatung durch Lieferanten, doch an Angeboten unabhängiger Beratung fehle es.

Auch beim Personal wird noch nach Verstärkung gesucht: „Die Mitarbeiter müssen hier mit Herzblut bei der (Bio-)-Sache sein.“ So hat sich die Suche nach einem speziellen Weinberater für die exzellente Auswahl der Biowelt bis heute hingezogen – denn Mann oder Frau müsse zur Fachkenntnis auch den entsprechenden Enthusiasmus für Bio mitbringen. So könne auch das Thema Unverpackt erst angepackt werden, wenn die Personalsituation es zulasse und Corona solche Angebote nicht mehr erschwere.

Denn die Pandemie stärkt zwar die Nachfrage nach Bio, macht aber auch Aktivitäten unmöglich, die die Aufmerksamkeit der Kunden noch mehr auf Bio richten und ihnen die Angebote ‚schmackhaft‘ machen: Verkostungen und Kundenabende fallen aus. Im letzten Jahr fand eine zweitätige ‚Bio-Messe‘ im Erdgeschoss des Marktes statt, auf der sich um die 30 Bio-Aussteller präsentierten und das Publikum mit Verkostungen und Musik herangezogen wurde. Das Event kam sehr gut an bei Herstellern und Kunden und für das Frühjahr war eine Wiederholung geplant – doch die fiel der Corona-Zeit zum Opfer.

Elke Reinecke

 

Zurheide – Einzelhandel seit 1977
Schon über 40 Jahre ist Unternehmensgründer Heinz Zurheide im Geschäft, seine Söhne Marco und Rüdiger Zurheide sind es bereits über 20 Jahre. Mittlerweile verfügt die Familie über acht verschiedene Märkte: Zwei Edeka-Märkte gibt es in Bottrop und Oberhausen, je einen in Gladberg und Essen. Die beiden Standorte in Düsseldorf sind in der Nürnberger Straße in Reisholz gelegen und mitten im Zentrum in der Berliner Allee im Crown, dem ehemaligen Kaufhof-Gebäude.
Auf zwei Stockwerke verteilt finden sich im Crown zehn Produkt- und Erlebniswelten mit insgesamt 65.000 Artikeln. Darüber schließt sich auf vier Ebenen ein Parkhaus an. Geschäftsführer der 10.000 Quadratmeter großen Filiale sind Marco und Rüdiger Zurheide. 200 Angestellte arbeiten in ihrer Feine Kost im Crown, insgesamt gibt es etwa 800 Mitarbeiter. Heute gehen täglich etwa 5.000 Kunden bei Zurheide Feine Kost im Crown einkaufen.

 

Zurheide Feine Kost im Crown
Berliner Allee 52,  
40212 Düsseldorf
Mitarbeiter in Vollzeit: 200
Verkaufsfläche: 9.500 Quadratmeter
davon Bio: 800 Quadratmeter
Artikelanzahl: ca. 65.000
Bio-Artikel: ca. 12.000
Reformwaren-Artikel: ca. 500 
Vegan-Artikel: ca. 600
Kassen: 24, davon 9 Self-Checkout
Öffnungszeiten: Mo.- Sa. 8 - 22 h
 

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