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Ein SB-Warenhaus mit Blick auf Nachhaltigkeit

In den Warenhäusern der Globus-Gruppe führt bei Lebensmitteln kein Weg an Bio vorbei

Ein SB-Warenhaus mit Blick auf Nachhaltigkeit © GLOBUS SB-Warenhaus Holding GmbH & Co. KG

Im Lebensmittelbereich der GIobus Warenhäuser spielt Bio eine große Rolle. Der Umsatzanteil mit Bio-Artikeln liegt heute bei etwa sechs Prozent und über 4.500 Bio-Produkte sind zu haben. Dies ist nicht nur ein enormer und kontinuierlicher Anstieg über die letzten Jahre – Bio ist auch im Marketing überall präsent.

Auch wenn ein Kunde beim Betreten des SB-Warenhauses Globus in Ludwigshafen Bio noch nicht im Fokus hatte, wird er spätestens an den Lebensmittelregalen mit der Nase darauf gestoßen. Große Plakate und Schilder weisen überall in den Gängen darauf hin, dass hier auch Tausende von Bio-Produkten in den Regalen zu finden sind: Über 4.500 sind es inzwischen, viele Alnatura-Produkte, viel Verbandsware von Bioland, Naturland und auch Demeter.

Kooperationen, die Bio voranbringen

Mit Alnatura arbeitet Globus schon seit fast 15 Jahren zusammen. Im Dezember 2006 schlossen die beiden Unternehmen einen Kooperationsvertrag mit dem Ziel, möglichst vielen Kunden Bio zu einem guten Preis anzubieten. Mit rund 950 Alnatura-Artikeln finden sich mehr als zwei Drittel des gesamten Alnatura-Sortiments in den Globus-Märkten wieder.

Ähnlich lange werden bei Globus auch Bioland-Produkte angeboten. Im März 2018 startete die Zusammenarbeit zwischen Demeter und Globus, die in einer dynamischen Sortimentserweiterung mündete: Das Demeter-Sortiment der Globus-Märkte umfasste anfangs 100 Artikel – nach einem Jahr hatte sich die Anzahl verdreifacht, heute sind es 400 Artikel.

Verbandsware als Qualitätszeichen

Diese Entwicklung begleitet der Leiter der Abteilung Qualitätssicherung, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Professor Horst Lang. Er setzt sich seit fast einem Vierteljahrhundert für nachhaltige Strukturen und Sortimente bei Globus ein. Der Qualitätsgedanke ist für ihn gerade bei Bio-Lebensmitteln immer dabei und hat auch die Kooperationen geleitet: „Wir versuchen vor allem, auch Verbandware zu bieten“.

Verantwortlich für die Gestaltung der Bio-Sortimente ist Lucas Rehn, Sortimentsmanager und Projektleiter bei Globus. Als früherer Gebietsverantwortlicher bei dm Drogeriemarkt und Sohn des Alnatura-Gründers Götz Rehn kennt er sich bestens mit Bio-Angeboten aus.

Ein Vollsortiment für alle Kundengruppen

Horst Lang sagt es ganz klar: „Großfläche kann und muss allen gerecht werden.“ Globus biete ein Vollsortiment, das in Abstimmung mit dem Kunden gemacht werde. Gerade momentan gebe es auch bei Globus eine verstärkte Nachfrage nach Bio-Produkten. Corona habe wie überall den Qualitätsgedanken der Kunden gestärkt, die Nachfrage sei „unwahrscheinlich nach oben gegangen“.

Obst und Gemüse ist auch bei Globus der stärkste Bereich für Bio-Ware, hier würde versucht viel loses Bio anzubieten. Besonderen Wert legt Globus auf lokale Partnerschaften mit Lieferanten aus der Umgebung. Bei Globus ist lokal definiert – es bedeutet in einem Umkreis von 40 Kilometer um den jeweiligen Markt herum. Lang betont, die Kunden „wissen, dass wir wissen, mit wem wir arbeiten“. Ehrliche Partnerschaften, die auch kommuniziert werden, seien der Schlüssel und lokale Partnerschaften bestünden meist über viele Jahre.

Es gibt ein proaktives Vorgehen der Marktmitarbeiter vor Ort, um das Bio-Sortiment stetig zu erweitern, das gehöre zum Sortimentsmanagement. Dabei komme Globus seiner Sorgfaltspflicht nach: „Die Lieferanten dürfen nicht überlastet werden“. Feste Regeln gebe es nicht, aber es sei nicht erwünscht, dass mehr als 20 Prozent der Gesamtproduktion eines Lieferanten an Globus geht.

Bio in allen Regalen eingeordnet

Sucht der Kunde im Markt nach Bio bei Obst- und Gemüse, so findet er es wie alle Bio-Waren eingeordnet neben den konventionellen Produkten. So fällt die Vielfalt nicht auf den ersten Blick ins Auge, es gibt aber reichlich Angebote von Äpfel, Bananen und Pflaumen, über Lauch, Zucchini, Möhren bis zu Pilzen, Paprika, verschiedenen Salatsorten und Kräutertöpfen, teilweise auch in Demeter-Qualität. Als lose Bio-Ware finden sich zum Beispiel Limetten, Trinkkokosnüsse und Ingwer. Genauso Aloe Vera Pflanzenblätter als exotische Bio-Besonderheit.

Bei den Molkereiprodukten werden sowohl Andechser Bio-Milch, Bio-Joghurt Natur, Bio-Heumilch-Joghurt und Bio-Skyr als auch Bio-Milch der Schwarzwaldmilch und die MoPro-Produkte von Alnatura bis hin zu deren Soja- und Mandel-Joghurts geboten. An der Käsetheke sind üblicherweise 12 bis 13 Prozent der angebotenen Sorten von Bio-Qualität. Die Bio-Eier sind nicht nur groß aufgebaut, es wird auch auf einer großen Tafel über dem Regal genau erklärt, was ein Bio-Ei ausmacht und inwieweit Alnatura noch über diese Vorschriften hinausgeht.

Auch bei Globus wurde und wird die Frage der Platzierung von Bio heiß diskutiert und nach anfänglichen Bio-Blöcken wird jetzt auf die Einordnung in den Regalen gesetzt. Die vielen Plakate und Tafeln machen die Kunden nicht nur flächendeckend im ganzen Markt darauf aufmerksam, sondern betonen so das Thema Bio auch in der Gesamtheit noch einmal.

Eigenengagement gewünscht und gefördert

Wie groß der Wert ist, den Globus auf Bio legt, zeige die Tatsache, dass es in allen 47 Filialen des Unternehmens spezielle Bio-Beauftragte gibt und regelmäßige Arbeitsgruppentreffen zum Thema. „Inzwischen merken das sogar die Hersteller und schicken Neuheiten-Pakete“, freut sich Lucas Rehn.
Die Bio-Botschafter werden zu Seminaren und Schulungen geschickt und können eigenverantwortlich mitgestalten, wie der Umgang mit Bio in ihrer Filiale läuft. Globus hilft dabei, dass die Erkenntnisse, die in den einzelnen Märkten gewonnen werden, auch das ganze Unternehmen erreichen.

In den Globus-Märkten wird Wert auf Kundennähe und Kommunikation gelegt. Das merkt man etwa an der Veggie-Bar bei O+G: Hier wird Snackgemüse angeboten unter dem Motto ‚Snackgurken + Snacktomaten + Snackpaprika = gesunder Snack‘. Leider fehlt es hier aber noch an Bio-Qualität.

Es gibt verschiedenste Kundenaktivitäten am Point of Sale: Kochkurse, Kindergarten- und Schulklassen werden eingeladen. Es werden Kinderparcours veranstaltet und es gibt Verkostungen. Zum Beispiel in Saarlouis gibt es eine Ernährungsberaterin, die Veranstaltungen für Globus macht. Hersteller werden eingeladen, um Informationsabende für Kunden zu gestalten. So funktioniert es zum Beispiel Neueinführungen erlebbar zu machen – genau dort wo gekauft wird.

Einfach wertvoll – dreimal gedacht

Immer mehr Kunden von Globus beschäftigen sich mit bewusster und gesunder Ernährung, auch abseits der Corona-Zeit. Gerade für diese Käufer wurde gerade der neue Bereich ‚einfach wertvoll‘ eingeführt. In fünf Filialen sei es bisher umgesetzt worden und kam nach Rehn „extrem gut an“. Es beruht auf den drei Säulen ‚einfach Bio‘, ‚einfach Frei von‘ und einfach ‚Trend & Fit‘ und treffe damit genau die aktuellen Kundenwünsche. Mit dem Label ‚einfach Bio‘ werden qualitativ hochwertige Bio-Marken ausgezeichnet wie beispielsweise Produkte mit dem Demeter-Siegel. Unter dem Label ‚einfach Frei von‘ sind eine große Auswahl glutenfreier, laktosefreier, fructosefreier, sowie fructosearmer Produkte zusammengefasst, während es bei ‚einfach Trend & Fit‘ um aktuelle Ernährungstrends und Zuckeralternativen geht.

Elke Reinecke

 

Engagement im ÖLD
Globus gehört zu den Gründungsmitgliedern des Arbeitskreis Ökologisch engagierter Lebensmittelhändler und Drogisten (ÖLD), der 2016 zusammen mit Budni, dm, Globus, Rewe und tegut… gegründet wurde. Die Mitglieder wollen das Segment der ökologischen Produkte weiterentwickeln, den biologischen Landbau unterstützen und sich auch öffentlich in Fragen der Ernährung mit einbringen. Vor drei Jahren ist der ÖLD dem Bund ökologischer Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) beigetreten.

 

Ein Handelshaus mit Tradition
Das erste Globus Handelshaus entstand im Jahr 1828 im saarländischen St. Wendel. Heute betreibt die Globus Gruppe insgesamt 47 SB-Warenhäuser und hat sich damit zum neuntgrößten Lebensmittelunternehmen Deutschlands entwickelt. Dazu kommen 91 Baumärkte, 6 Elektrofachmärkte sowie 27 Hypermärkte in Russland und Tschechien. Der gemeinsame Umsatz beträgt mehr als sieben Milliarden Euro, wovon über drei Milliarden Euro auf die deutschen SB-Warenhäuser entfallen. Angestellt bei der Globus Gruppe sind aktuell etwa 46.000 Mitarbeiter, davon rund 18.500 in den deutschen SB-Warenhäusern. Pro Haus stehen den Kunden auf einer Fläche von bis zu 10.000 Quadratmetern 50.000 bis 100.000 Food- und Nonfood-Artikel zur Verfügung. Seit Juli 2020 hat Thomas Bruchs Sohn Matthias die Geschäftsführung des Familienunternehmens inne.

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