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Agrarpolitik

BÖLW zur Herbst-Agrarministerkonferenz

Auf der zweiten Amtschef- und Agrarministerkonferenz von Ländern und Bund dieses Jahres in Weiskirchen stehen unter anderem die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP), Umweltaspekte und Nachhaltigkeit in der Agrarwirtschaft, die ländliche Entwicklung, Ökolandbau und Klimaschutz auf der Agenda. Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), kommentiert ausgewählte Themen.

Ökologischer Landbau: Strategien angepasst und zukunftsorientiert/ Forschung stärken und nicht kürzen

So befürwortet Röhrig, dass die Länder den Bund auffordern, Bio nicht nur auf der Angebots- sondern auch auf der Nachfrageseite zu stärken. Mehr Verbraucherinformation trage dazu ebenso bei wie mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung. Julia Klöckner müsse dafür sorgen, dass auch in allen Kantinen des Bundes mindestens 20 Prozent Bio serviert wird. Gleichzeitig verurteilt er, dass die sowieso schon geringen Mittel für Bio-Forschung, aktuell unter zwei Prozent der Agrarforschungsmittel, noch weiter zusammengestrichen werden sollen.

Aktuelle Pflanzenschutzmittelsituation in Deutschland

Für eine Verbesserung der Pflanzenschutzmittelsituation in Deutschland sieht er als einfachstes Mittel mehr Ökolandbau. Die EU ziele mit der Farm to Fork-Strategie auf 50 Prozent weniger Pestizideinsatz bis 2030, Deutschland solle dem Vorbild der EU-Kommission folgen und das Bio-Ziel auf mindestens 25 Prozent erhöhen.

Langfristige Vision für ländliche Räume

Der Geschäftsführer des BÖLW weist darauf hin, dass für eine resiliente Lebensmittelwirtschaft die gesamte Wertschöpfungskette gestärkt werden müsse. Hier seien die Regierungen gefragt, Bio-Unternehmen über die Gemeinschaftsaufgaben (Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) und Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) aktiv zu unterstützen.

Bericht der Vereinten Nationen zu ‚TEEB AgriFood Die Ökonomie der Ökosysteme und der Biodiversität für die Landbewirtschaftung und die Lebensmittelwirtschaft‘

Bund und Länder müssten entsprechend wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Biodiversität handeln und bei Ackerbaustrategie oder Insektenschutzgesetz auf Bio setzen und auf die Förderung von Bauern, die enkeltaugliche Landwirtschaft betreiben.

Agenda zur Anpassung von Landwirtschaft an den Klimawandel

Genauso müsse die GAP die Bauern honorieren, die klimafreundlich wirtschaften. Röhrig fordert Klöckner dazu auf, den Ausstieg aus einer Agrarpolitik einzuleiten, die Landwirtschaft auch dann subventioniere, wenn sie dem Klima schade. Klimaschutzpolitik bedeute Bauern zu unterstützen, die mit Humusaufbau überschüssigen Kohlenstoff dauerhaft im Boden festlegen. Bio sei positiv mit Blick auf die Klimaanpassung: Öko-Böden nehmen nachweislich schneller Wasser auf und speicherten dieses besser – das sei vorteilhaft sowohl bei Starkregen als auch Trockenheit.

Gekoppelte Stützung für die Weidetierhaltung von Schafen und Ziegen und Afrikanische Schweinepest (ASP)

Röhrig betont auch, eine stabile Nahrungskette brauche Weidetierhaltung. Dazu geht er auf die Folgen der Afrikanischen Schweinepest ASP ein. Er fordert die Länderminister auf, auch in ASP-Zeiten die (Bio-)Haltung mit Auslauf zu sichern. Die Erfahrung zeige, dass eine doppelte Einzäunung von Stall und Betriebsgelände den Kontakt von evtl. erkrankten Wildschweinen und gesunden Hausschweinen ausschließe. Dagegen müsse vor allem Jagdtourismus u. ä. in ASP-Gebieten unterbunden werden.

 

Die BÖLW-Kommentare im Wortlaut


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