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Schweizer wünschen sich weniger Lebensmittelabfälle

Die Schweizer Bürger sind bereit, mehr für Lebensmittel zu zahlen – wenn dadurch die Lebensmittelabfälle verringert werden. Unterschätzt wird, wie hoch der Anteil der Haushalte an den gesamten Lebensmittelabfällen ist. Zu diesem Ergebnis kommen ETH-Forschende der Politikwissenschaft.

Im Rahmen des gemeinsamen Schweizer Umweltpanels der ETH Zürich und des Bundesamts für Umwelt (BAFU) haben Forschende der ETH-Professur für Politikwissenschaft eine repräsentative Stichprobe der Schweizer Wohnbevölkerung zum Thema «Lebensmittelabfälle» durchgeführt. Die Befragung fand von Juni bis August 2019 statt und insgesamt nahmen 3229 Personen daran teil.

Zusammen mit mehr als 190 Staaten hat die Schweiz die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Ein Ziel dieser UN-Agenda ist es, bis 2030 die Nahrungsmittelverluste pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entstehenden Nahrungsmittelverluste entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern. Ob und wie dieses Ziel erreicht werden kann, hängt stark von der Unterstützung durch die Schweizer Bevölkerung ab.

Das Problembewusstsein ist hier hoch: Die große Mehrheit der Schweizer Bevölkerung betrachtet Lebensmittelabfälle als moralisches und wirtschaftliches Problem. Recht gut wurde von den Teilnehmern eingeschätzt, dass rund ein Drittel der Lebensmittel, die für den Schweizer Konsum produziert werden, entlang der Lieferkette verloren gehen oder am Ende weggeworfen werden. Unterschätzt wurde allerdings der Anteil der Haushalte und der Lebensmittelverarbeitung an den gesamten Lebensmittelabfällen.

Dabei tut die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung laut der Befragung bereits einiges, um unnötige Lebensmittelabfälle im eigenen Haushalt zu vermeiden. Allerdings werden die bisherigen, freiwilligen Maßnahmen auf Stufe der Haushalte und Unternehmen für ungenügend gehalten und verbindlichere Maßnahmen seitens des Staats befürwortet.

Solche umfassen beispielsweise Vorschriften, wie Unternehmen mit Lebensmitteln mit bevorstehendem Ablaufdatum umgehen müssen, eine Berichterstattungspflicht zur Abfallverringerung sowie eine Entsorgungsgebühr für Lebensmittelabfälle von Unternehmen. Für eine Verringerung der Lebensmittelabfälle um 50 Prozent wäre die Mehrheit der Schweizer Bürger zudem bereit, einen Preisaufschlag von 10 Prozent auf die Lebensmittelpreise in Kauf zu nehmen.


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