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Gesundheit

Weniger Chlorogensäuren in Bio-Kaffee

Studie zu brasilianischem Kaffeeanbau vergleicht konventionellen und biologischen Kaffee

Bei Untersuchungen von Kaffeebohnen aus Brasilien kam die Arbeitsgruppe von Nikolai Kuhnert, Professor für Chemie an der Jacobs University Bremen, zu einem scheinbar überraschenden Ergebnis: Im biologisch angebauten Kaffee sind weniger Chlorogensäuren enthalten als in konventionellen. Diese sollen positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

67 Röstkaffee-Proben aus verschiedenen Regionen Brasiliens hat das Team an der Jacobs University untersucht. Sie stammen aus biologischem und konventionellem Anbau. Eingesammelt und klassifiziert hat sie Daniel Granato, Professor für Lebensmittelchemie an der Universität Ponta Grossa in Brasilien und Kooperationspartner der Studie, bei Besuchen auf den Plantagen in verschiedenen Regionen des Landes.

Chlorogensäuren kommen in vielen Obst- und Gemüsepflanzen vor, zum Beispiel in Äpfeln, Birnen, Hülsenfrüchten oder Artischocken. Hauptlieferant für die menschliche Ernährung ist aber die Kaffeebohne – in jeder Tasse Kaffee sind etwa 200 Milligramm enthalten. Allein im Arabica-Kaffee befinden sich rund 40 verschiedene Chlorogensäuren. Durchschnittlich nimmt der Mensch täglich zwischen ein und zwei Gramm dieser Naturstoffe zu sich.

Diese Verbindungsklasse prägt nicht nur den Geschmack des Kaffees, ihr wird auch eine ganze Reihe von gesundheitlich fördernden Eigenschaften zugeschrieben. So wirke sie entzündungshemmend, habe einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem, wirke antibakteriell und antiviral und senke vor allem den Blutzucker. Zudem vermindere der Kaffeekonsum das Risiko für erhöhte Leberwerte oder Leberzirrhose.

Bei ihren Untersuchungen haben die Wissenschaftler nun festgestellt, dass in den biologisch angebauten Kaffeebohnen weniger Chlorogensäuren enthalten sind als in den konventionellen. Kuhnert vermutet, dass konventionelle Pflanzen anders als biologische aus Schutz vor Fraßfeinden Abwehrstoffe bilden, die gesundheitsfördernd für den Menschen wirken. „Der Bio-Kaffee scheint das nicht nötig zu haben, er ist weniger gestresst“, sagt Kuhnert. Wegen seiner Umweltwirkungen habe der biologische Kaffee dennoch klare Vorteile.


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