Start / Business / Ware / Sortimente / Vegan / EU will vegane Fleischalternativen fördern

Ernährung

EU will vegane Fleischalternativen fördern

Gesundheitsförderung auf europäischer Ebene

EU will vegane Fleischalternativen fördern © EU

Der von der europäischen Kommission beschlossene Green Deal schiebt im Bereich Ernährung weitgehende Maßnahmen und Förderungen an. Vom Hof auf den Tisch heißt die neue Nachhaltigkeitsstrategie der EU, die Mitte Mai von den Kommissionsmitgliedern angenommen wurde.

In dem von Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, erarbeiteten Strategiepapier wird erklärt, dass der derzeitig vorherrschende Nahrungsmittelkonsum weder förderlich für die Gesundheit noch die Umwelt sei. Dies geht unter anderem aus einer Untersuchung der Universität Oxford aus dem Jahre 2018 hervor. Hier belegten konkrete Zahlen, dass es bei einer weltweit vegetarischen Ernährung bis 2050 gut sieben Millionen weniger Tote geben könnte. Auch die Umwelt würde von einer globalen Ernährungsumstellung stark profitieren, tragen doch tierische Lebensmittel aktuell 14,5 Prozent zur Erderwärmung bei. Der Konsum von - vor allen Dingen - rotem Fleisch soll nach dem Willen der Kommission in Zukunft stark reduziert werden.

Dafür sollen nun im Rahmen des EU-Programms ‚Horizon 2020‘ zehn Milliarden Euro bereitgestellt werden, mit deren Hilfe auch Fleischalternativen untersucht und hergestellt werden, die vegan sind. Ziel ist es, damit die Veränderung der Essgewohnheiten vieler EU-Bürger zu erreichen. Im Fokus stehen hier zwei Gruppen: Jene Menschen, die sich gesundes Essen nicht leisten können und jene, die es sich zwar leisten könnten, aber die zu schlecht informiert sind. Fast schon revolutionär klingt in diesem Zusammenhang eine weitere Maßnahme, die die Kommission anstrebt: „Steuerliche Anreize sollten den Übergang zu einem nachhaltigen Lebensmittelsystem vorantreiben und die Verbraucher dazu ermutigen, sich für eine nachhaltige und wertvolle Ernährung zu entscheiden.“ Das bedeutet also in der Konsequenz, dass gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder vegane Fleischalternativen auf Pflanzenbasis billiger gemacht und ungesunde, vor allem Fleisch, teurer gemacht werden. Mitgliedstaaten könnten etwa ermächtigt werden, über gesenkte Mehrwertsteuersätze Bio-Obst und -Gemüse zu verbilligen. Auf der anderen Seite müssten die Mitgliedsstaaten in ihren Steuersystemen dafür sorgen, „dass der Preis für verschiedene Lebensmittel ihre tatsächlichen Kosten in Bezug auf die Nutzung begrenzter natürlicher Ressourcen, Umweltverschmutzung, Treibhausgasemissionen und andere externe Umwelteinflüsse widerspiegelt“, so Kommissarin Kyriakides. Letztlich liefe dies auf die politisch zum Kampfbegriff gewordene ‚Fleischsteuer‘ hinaus.

Beifall kommt von den Herstellern bioveganer Fleischalternativen. So hält Charles-Henry Debal, Geschäftsführer der TOPAS GmbH, dies für sinnvoll und zeitgemäß: „Fleisch wird niedrig besteuert, Fleisch-Alternativen hingegen werden mit 19 Prozent  Mehrwertsteuer zur Kasse gebeten. Nicht nur mit Blick auf die Klimafolgeschäden der Fleischproduktion plädiere ich für eine gerechtere Besteuerung. Die durch Massentierhaltung, Artensterben, Landverschlechterung und Wasserknappheit entstehenden Folgekosten müssen endlich eingepreist werden.“


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Fleisch-Ersatzprodukte sind gefragt

Flexitarier und Vegetarier wünschen sich nach einer Studie eine preiswertere und größere Auswahl an Ersatzprodukten. Ein Drittel der Flexitarier bemängelt zudem geschmackliche Einbußen.

21.08.2020mehr...
Stichwörter: Ernährung, vegan, Green Deal

Der vegane Traum

Ein Kommentar von Christian Vagedes

Der vegane Traum © Idee: Christian Vagedes Umsetzung: Stefan Roth Aus dem VEGANMAGAZIN

Wer vor einhundert Jahren meterbreite Kühlregale vorhergesagt hätte, in denen ausschließlich Produkte von Tieren verkauft werden: Kaum jemand hätte es geglaubt. Der Kaufmann folgt dabei dem Lauf der Zeit. Der Nachfrage durch das, was die Kunden wünschen. Das funktioniert so allemal besser als das Planwirtschaften im früheren Ostblock. Veränderungen in der Nachfrage sind dabei nicht nur möglich, sondern finden ständig statt.

29.06.2020mehr...
Stichwörter: Ernährung, vegan, Green Deal

Die Bio-vegane Alternative

Breite Auswahl für eine Ernährung ohne Tierprodukte

Die Bio-vegane Alternative © Ramona Kaulitzki / Fotolia

Fast eine Million Veganer leben den Schätzungen nach in Deutschland und vegane Produkte bleiben im Trend, gerade bei den Lebensmitteln. Ein Grund mehr, nicht nur darauf zu schauen, dass die Nahrung keine tierischen Bestandteile oder Produkte enthält. Auch hier steht Bio für zertifizierte Nachhaltigkeit und Gesundheit. Das sehen die Verbraucher genauso: Nach einer Studie aus dem letzten Jahr bevorzugen 70 Prozent der Veganer Bio-Produkte.

29.06.2020mehr...
Stichwörter: Ernährung, vegan, Green Deal


Veganer Einheitsbrei?

Von wegen! Vegan – Das Kochbuch ist allumfassend und bunt!

09.11.2017mehr...
Stichwörter: Ernährung, vegan, Green Deal