Start / Business / Themen / Politik / Gegen unlautere Handelsbeziehungen

UTP

Gegen unlautere Handelsbeziehungen

Bundesministerium will europäische UTP-Richtlinie schneller als vorgeschrieben umsetzen

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier haben sich am 3. Februar mit Vertretern des Handels und der Lebensmittelindustrie im Kanzleramt getroffen. Als Ergebnis wurde unter anderem verkündet, die europäische UTP-Richtlinie solle zeitnah in nationales Recht umgesetzt und eine Meldestelle für unlautere Handelspraktiken und Dumpingpreise eingerichtet werden.

Ende 2018 hat sich die EU auf eine Richtlinie gegen ‚unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittellieferkette‘ (UTP) geeinigt. Daher muss auch hierzulande eine entsprechende Richtlinie zum Schutz der Landwirte eingeführt werden, aber rechtlich läuft die Frist bis zum Ende 2021. Nach dem Gespräch im Kanzleramt ließ Ministerin Klöckner jetzt verlauten, diese Möglichkeit werde nicht ausgenutzt: Deutschland „werde die sogenannte europäische UTP-Richtlinie sehr bald in nationales Recht umsetzen“.

Damit sollen in Zukunft Praktiken einer sogenannten schwarzen Liste verboten werden, etwa, dass der Käufer Bestellungen von verderblichen Lebensmitteln kurzfristig storniert. Weitere Handelspraktiken stehen auf einer grauen Liste. Sie sind erlaubt, wenn dies vorher eindeutig zwischen den Vertragsparteien vereinbart werde. Ein Beispiel dafür ist die Rückgabe nicht verkaufter Erzeugnisse an den Lieferanten ohne Zahlung des Kaufpreises oder wenn der Käufer eine Übernahme der Kosten für Preisnachlässe im Rahmen von Verkaufsaktionen fordert. Hier heißt es vom BMEL, diese Praktiken könnten mittels einer Selbstverpflichtung des Handels abgestellt und die Diskussion darüber solle fortgesetzt werden.

Der Anbauverband Bioland hat schon Anfang letzten Jahres im Rahmen seiner Kooperation mit Lidl vertraglich festgelegte FairPlay-Regeln aufgestellt und eine Bioland-Ombudsstelle eingerichtet, bei der gegen unlautere Handelspraktiken auch anonym Beschwerde eingelegt werden kann. Bioland-Präsident Jan Plagge weist im Hinblick auf das jetzige Treffen darauf hin, dass der Ökolandbau und die Biolebensmittelherstellung sich bereits für transparente und faire Handelsbeziehungen über die gesamten Wertschöpfungsketten engagieren. Außerdem kritisiert er, die Hersteller, Bündler und Verpacker würden bei den derzeitigen Verhandlungen außer Acht gelassen.


Angebots-Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren


Gepa nominiert für CSR-Preis der Bundesregierung...

in der Sonderpreiskategorie Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement

Gepa nominiert für CSR-Preis der Bundesregierung... © GEPA – The Fair Trade Company

Wuppertal, 24.01.2020 | Der Fair Trade-Pionier Gepa wurde mit vier anderen Unternehmen für den CSR-Preis der Bundesregierung in der Sonderpreiskategorie ‚Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement‘ nominiert. Insgesamt hat die Expertenjury 25 Unternehmen in fünf Kategorien ausgewählt, die sich besonders für eine sozial, ökonomisch und ökologisch verträgliche Arbeitsweise engagieren.

24.01.2020mehr...
Stichwörter: Fairtrade, Politik, BMEL, UTP

Gepa Key Account Manager Stephan Geißler gestorben

Gepa Key Account Manager Stephan Geißler gestorben © GEPA – The Fair Trade Company/A. Fischer

Am 29. Dezember 2019 ist Stephan Geißler, langjähriger Mitarbeiter und Key Account Manager der Gepa, nach kurzer, sehr schwerer Krankheit überraschend verstorben.

16.01.2020mehr...
Stichwörter: Fairtrade, Politik, BMEL, UTP