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Nachhaltigkeit

Über den Bio-Anbau hinaus

Die Taj Welfare Foundation steht für soziales und nachhaltiges Engagement in Pakistan

Über den Bio-Anbau hinaus © Taj Food
Taj Food und Partner auf der Anuga 2019: Azam Kadeer (2. v. l.) mit seinen Söhnen Hassieb (r.) und Ahsan (2. V. r.). Dazu Anabela Alves (l.) und Daniel Lein (m.) vom Verkaufsbüro Anabela Foods.

Das Unternehmen Taj Food ist nicht nur der größte Bio-Lieferant aus Pakistan. Gleichzeitig engagiert sich die von seinen Eigentümern und Angestellten gegründete Stiftung Taj Welfare Foundation in verschiedensten sozialen und nachhaltigen Projekten vor Ort. Allein das Wasserinitiativprogramm hat inzwischen über 180.000 Menschen zu besseren Lebensbedingungen verholfen.

Seitdem 1993 die in Punjab ansässige Herstellerfirma Taj Food von Azam Kadeer gegründet wurde, war es erklärtes Ziel der Familie Kadeer, die Verbreitung des ökologischen Landbaus in Pakistan zu fördern. Seit 2003 ist das Unternehmen für den amerikanischen und den EU-Markt Bio-zertifiziert.

Team zur Unterstützung der Bio-Bauern

2006 verstärkte Taj Food seine Bemühungen um den Bio-Anbau, indem es spezielle Teams aufbaute, um die Bauern im ökologischen Anbau zu bestärken oder sie bei der Umstellung zu unterstützen. Heute sind 25 Angestellte regelmäßig in Zweierteams unterwegs, jeweils auf Reis, Trockenfrüchte oder Sesamsaat spezialisiert, und es finden Schulungen zur Förderung der landwirtschaftlichen Bildung und Nachhaltigkeit statt.
Zurzeit beliefern etwas über zwei Dutzend größere Anbauer und einige Kleinbauern das Unternehmen. Zum größten Teil stammen sie aus der umliegenden Provinz Punjab sowie aus Sindh und aus dem mitten im Himalaya-Gebirge befindlichen Hunzatal.

Taj Food übernimmt Zertifizierungkosten für Anbauer

Finanziell unterstützt Taj Food seine Lieferanten nicht nur mit fairen Löhnen für Arbeit und Produkte. Auch die zusätzlichen Kosten, die bei der Umstellung auf Bio entstehen, trägt Taj Food. So werden vom Unternehmen die Zertifizierungskosten übernommen, wie Azam Kadeer in einem Gespräch zum Thema im Organic Forum der Anuga 2019 betonte. Die Bauern könnten das benötigte Geld nicht aufbringen.

Das Unternehmen nivelliere die Anbauflächen für die Landwirte und diese zahlten im Vergleich nur die Hälfte der Kosten dafür. Maschinen, die für die Direktsaat als nachhaltige Reis-Anbaumethode notwendig seien, stelle Taj Food kostenlos zur Verfügung.

Taj Welfare Foundation

Vor neun Jahren wurde die gemeinnützige Stiftung Taj Welfare Foundation gegründet, ebenfalls in der Nähe von Lahore. Gründer und Unterstützer sind die Taj Food-Inhaber, die Angestellten und verbundene Unternehmen. Die Stiftung unterhält zahlreiche Projekte: Es geht um Schulen und Bildung, den Zugang zu Gesundheitsdiensten, aber auch Notfallhilfe bei Wetter- oder Umweltkatastrophen.

Für Azam Kadeers Söhne Hassieb und Ahsan besitzt ein Projekt einen ganz besonderen Stellenwert: die von der Stiftung aufgesetzte Clean-Water-Initiative. Hier wird eines der großen Probleme in Pakistan angepackt, die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser.

Gesundheitsproblem Wasser

Industrialisierung, Urbanisierung und schnelles Bevölkerungswachstum haben die Wasserressourcen enorm belastet. Die Trinkwasserversorgung ist in vielen Landesteilen mangelhaft, dazu kommen prekäre Hygienezu- stände. Ein Großteil der Bevölkerung bezieht Wasser aus Flüssen, Kanälen und anderen ungeschützten Wasserentnahmestellen und geht damit ein enormes Gesundheitsrisiko ein.

In jedem Jahr sterben laut der United States Agency for International Development schätzungsweise 250.000 Kinder in Pakistan aufgrund von durch Wasser übertragenen Krankheiten. Eine von UNICEF durchgeführte Studie ergab, dass 20 bis 40 Prozent der Patienten in pakistanischen Krankenhäusern an durch unsauberes Wasser verursachten Krankheiten wie Typhus, Cholera, Ruhr und Hepatitis leiden. Diese seien für ein Drittel aller Todesfälle verantwortlich.

Von der pakistanischen Regierung und auch von Privatfirmen würden zwar Wasseraufbereitungsanlagen aufgebaut, doch deren Kosten seien sehr hoch. Darüber hinaus erforderten diese Anlagen auch während ihres Betriebes hohe Betriebs- und Wartungskosten. So müssten Anlagen geschlossen werden, wenn die Mittel der Regierung zur Neige gehen.

Langfristige Hilfe durch Tiefwasserpumpen

Die Taj Welfare Foundation stellt Dörfern und Schulen Tiefwasserpumpen zur Verfügung, als nachhaltige und kostengünstige effiziente Wassersysteme. Im Rahmen des Wasserinitiativ-Programmes konnten bisher 25 solcher Systeme in verschiedenen Regionen von Punjab eingerichtet werden. Die Kosten lägen bei etwa 1.500 bis 2.000 Euro pro Einheit.

Die Stiftung hilft bei der Installation von Wasserhandpumpen und Elektropumpen sowie von Lagertanks. Bohrungen für die Wasserversorgung gehen bis zu einer Tiefe von rund 150 Metern, um dort das Grundwasser zu nutzen. Meistens sei dieses dann für den Verbrauch geeignet; ansonsten werden Wasserfilter installiert.

Gesicherte Wasserqualität

Um die Wasserqualität zu gewährleisten wird diese jeweils von mehreren Labors getestet und sei bei allen derzeit bestehenden Pumpstationen als ‚exzellent‘ eingeordnet worden. Die Stiftung schätzt, dass damit bis zu 180.000 Menschen der Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht würde. Sie will ihre Aktivitäten in den nächsten Jahren noch weiter verstärken: „Wenn wir in Punjab auch nur die Hälfte der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgen können, wird es ein enormer Dienst für die Menschen sein.“

Elke Reinecke

 

Im Verbund für bessere Lebensbedingungen
Besonders viel tut die Stiftung dafür, dass die Bildung auch Kinder erreicht, die als Waisen in einer besonders schwierigen Lebenslage sind. Dazu findet eine Zusammenarbeit mit verschiedenen sozialen Organisationen, zum Beispiel mit dem pakistanischen Saba Trust statt.
Saba Trust hat sich zum Ziel gesetzt, die Verletzlichkeit von Waisenkindern in Pakistan zu verringern. Saba Homes sieht ein umfassendes Schutzprogramm vor und bietet Saba Girls eine wohnliche Umgebung, Gesundheitseinrichtungen und eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Es liegt in der Verantwortung des Programms, die Kinder zu betreuen, bis sie völlig unabhängig sind: 150 Mädchen pro Jahr werden momentan gefördert.
Auch das Noor Project ist eine gemeinnützige Organisation, die die Taj Welfare Foundation unterstützt und mit der sie an verschiedenen Projekten arbeitet. 420 Schüler werden jedes Jahr beschult, bekommen Schulessen und Schulmaterialien gestellt.
Es gibt Ausbildungsworkshops für jährlich 720 Auszubildende, eine Klinik mit angeschlossener Apotheke, in denen jährlich 16.000 Patienten versorgt werden und eine Verpflegungsstation, in der armen Gemeindemitgliedern jährlich fast 660.000 Mahlzeiten ausgegeben werden.

 

Taj Food – seit 17 Jahren Bio aus Pakistan
Im Jahre 1993 wurde das Unternehmen Taj Food in Gujranwala in der pakistanischen Provinz Punjab gegründet, zwei Jahre nachdem sein Eigentümer Azam Kadeer in New York schon die Import-Firma AKC Commodities aufgebaut hatte. Heute ist das Familienunternehmen Taj Food der größte Bio-Lieferant aus Pakistan und exportiert zirka 13.000 Tonnen Bio-Produkte im Jahr in alle Welt: Absatzmärkte sind West- und Osteuropa, Mittlerer Osten, Asien, Australien, Nordamerika, Afrika, Mittel- und Südamerika.
Den Hauptteil des Bio-Exports, 75 Prozent, macht Bio-Reis aus, von Langkorn, Rund- und Mittelkorn bis zu Rotem und Basmati-Korn, oder auch Parboiled Reis. Dazu werden Bio-Trockenfrüchte geliefert und natürliche und geschälte Bio-Sesamsaat.
Die Waren von Taj Food besitzen seit 2003 die NOP-Zertifizierung, die für den amerikanischen Bio-Markt notwendige Zertifizierung des National Organic Program, und das Bio EU Siegel. Taj Food war erster Bio-zertifizierter Hersteller mit IFS-, Fairtrade- und Sedex-Zertifizierung in Pakistan.

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