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Bio in Italien weiter im Aufwind

Neue Zahlen zur Entwicklung der italienischen Biobranche

Bio in Italien ist auf weiterem Vormarsch. Dies bestätigte Silvia Zucconi vom italienischen Wirtschaftsforschungsunternehmen Nomisma in ihrem Vortrag auf dem Anuga Organic Forum Ende letzten Jahres. Auf über 15 Prozent der Gesamtanbaufläche in Italien wird den neuesten Zahlen nach ökologischer Ackerbau betrieben und der italienische Biomarkt stieg auf über 6,3 Milliarden Euro inklusive 2,26 Milliarden Exportvolumen. Damit ist Italien der weltweit zweitgrößte Exporteur von Bio-zertifizierten Nahrungsmitteln.

Italien besitzt nach den neuesten Erhebungen des Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL 1,96 Millionen Hektar ökologische Landbaufläche. Das ist eine Steigerung um 2,6 Prozent gegen- über 2017 und verglichen mit 2011 fast eine Verdopplung.

Damit liegen in Italien 2,7 Prozent der globalen ökologischen Anbaufläche und 13,1 Prozent der Bio-Fläche in Europa. Bezogen auf Italien sind es 15,5 Prozent der Gesamtanbaufläche.

Nach FiBL gab es 2018 in Italien 79.046 Bio-Produzenten, 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze des Biomarkts in Italien seien auf 4,089 Milliarden Euro angestiegen (SINAB 2019). Zusammen mit dem Export belaufe sich der italienische Biomarkt auf 6,355 Milliarden Euro (Nomisma 2019). Bei den Bio-Lebensmitteln werden 47 Prozent im LEH, 21 Prozent im Fachhandel und 15 Prozent in der Außer-Haus-Verpflegung abgesetzt. 17 Prozent entfallen auf andere Vertriebskanäle.

Umsatz mit Bio-Lebensmitteln

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln ist im Vergleich zum gesamten Lebensmittelsektor in Italien überproportional gewachsen. Den größten Anteil am Bio-Gesamtverkauf nimmt gleichbleibend italienische Pasta ein, mit fast der Hälfte (49 Prozent). Marmeladen und Aufstriche folgen mit 37,6 Prozent.

Verkauft wurden diese Waren zu über 90 Prozent über den LEH: Auf den Fachhandel entfielen Waren im Wert von 845 Millionen Euro. Damit hat dieser Verkaufskanal ein weiteres Mal an Umsatz verloren: zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der LEH hat dagegen um 4,6 Prozent gewonnen.

Wie hat sich die Nachfrage entwickelt?

Nach den Umfragen von Nomisma hat in den letzten sieben Jahren die Anzahl der italienischen Haushalte, die bewusst Bio-Produkte einkaufen, um über 30 Prozent zugenommen: Waren es 2012 noch etwas über die Hälfte, so sind es heute 86 Prozent. Im Jahre 2019 kauften 21,4 Millionen Haushalte zumindest einmal ein Bio-Produkt ein. Die Auswahl hatten sie dabei aus 3,6 Prozent aller Lebensmittel. So hoch ist inzwischen der Anteil von Bio bei den italienischen Nahrungsmitteln.

Die regelmäßigen Bio-Käufer

Wie sehen die typischen Bio-Kunden nach Nomisma aus? 67 Prozent aller Vegetarier und Veganer und 54 Prozent aller Menschen mit Nahrungsmittel-Intoleranzen greifen auf Bio-Lebensmittel zurück.

Außerdem über die Hälfte aller Befragten mit überdurchschnittlich hohem Einkommen (58 Prozent) und höherem Bildungsabschluss (53 Prozent). Besonders hoch ist der Anteil der Bio-Konsumenten auch bei den unter 12jährigen mit 56 Prozent, während er bei anderen Altersgruppen zwischen 44 und 48 Prozent liegt.

Die Gründe für den Kauf von Bio

Die Gründe für den Kauf sind hauptsächlich die Gesundheit (52 Prozent) und das Gefühl, damit sichere und qualitativ hochwertige Lebensmittel zu kaufen (47 Prozent). Nur etwa ein Viertel der italienischen Kunden kaufen Bio, weil es ihnen um die Umwelt geht. Aber für Dreiviertel der Kunden ist Regionalität ein Argument und sie bevorzugen Produkte Made in Italy. 60 Prozent legen Wert auf eine nachhaltige Verpackung.

Der italienische Bio-Export

Italien liegt mit einem Biowaren-Export von 2,266 Milliarden Euro in 2018 an Stelle Zwei der Top-Export-Länder, direkt hinter den USA. 5,4 Prozent des gesamten Nahrungsmittelexports waren damit Bio. Die größten Warenströme führten nach Frankreich (21,7 Prozent) und nach Deutschland. Zu uns werden 17,5 Prozent exportiert (Quelle: ISTAT und Qualivita).
Der wichtigste Grund für ausländische Kunden, italienische Bio-Waren zu kaufen, sei das gute Preisleistungsverhältnis. Dann folge das Vertrauen in die Sicherheit und Kontrolle (23 Prozent) und an dritter Stelle wirke Qualität und Geschmack (20 Prozent). Auch der gute Name der jeweiligen Marken spiele für 15 Prozent eine wichtige Rolle (Quelle: Nomisma).

Elke Reinecke


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