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tegut… im Süden angekommen

Phänomenaler Start in der Heidelberger Altstadt

tegut… im Süden angekommen
tegut…-Geschäftsführer Thomas Gutberlet (r.) und Filialleiter Peter Schopp (l.) bei der Eröffnung der zweiten tegut…-Filiale in Heidelberg

Im Gespräch mit der bioPress äußerte sich der Geschäftsführer des Fuldaer Lebensmittelunternehmens tegut… über die Bio-Kunden in Heidelberg, die Expansionspläne von tegut… in Richtung Süddeutschland und wie tegut… seine Kundschaft erfolgreich zu Bio verführt. Schon jetzt macht Bio in der ersten Heidelberger Filiale 40 Prozent des Umsatzes aus.

Bei der Eröffnung des zweiten tegut…-Marktes in Heidelberg Ende November 2019 stand dem Geschäftsführer Thomas Gutberlet seine gute Laune im Gesicht geschrieben. Gerade erst im August war ein erster tegut-Markt mitten in der Fußgängerzone der historischen Altstadt der Studentenstadt eingezogen, mit schon jetzt phänomenalem Erfolg.

Der Kundenandrang sei so enorm, dass das beschränkte Platzangebot des Altstadtmarktes kaum ausreiche: „Wir sind von der Kapazität her am Limit“. Zentral im Wormser Hof am Heidelberger Theaterplatz gelegen, finden die Kunden auf knapp 800 Quadratmetern Verkaufsfläche 12.000 Artikel. Gutberlet betonte, dass der Markt mitten in einer solchen Frequenzzone eine ideale Ausgangsposition war, um auch mit einem noch nicht so bekannten Namen Fuß zu fassen: „Noch kennt uns hier keiner“. Auch bei den ersten Filialen in Stuttgart oder Ludwigsburg hatte tegut… erfolgreich die Strategie gefahren, zunächst auf viel frequentierte Plätze zu setzen.

Heidelberger Märkte als Bio-Flaggschiff

Läuft alles nach Plan und Erwartung, dann werden die Filialen in Heidelberg zu einer Art Flaggschiff in Sachen Bio. Jetzt schon liege der Anteil in der ersten Filiale mit 40 Prozent um einiges höher als im Durchschnitt der tegut…-Supermärkte. Gutberlet ist optimistisch, dass damit das Limit aber noch nicht erreicht sei und hat schon die 50 Prozent im Blick.

Die Käuferstruktur in Heidelberg, vor allem mit den vielen Studenten, stimmt ihn da zuversichtlich: „Ich glaube, dass Heidelberg sehr gut zu tegut… passt“. Bisher habe tegut…, von allen Städten in denen das Unternehmen präsent ist, im hessischen Marburg den höchsten Marktanteil. Marburg sei schon lange dabei, es war die erste Stadt in der Expansion nach dem Unternehmenshauptsitz Fulda. Und es ist ebenfalls eine Universitätsstadt mit einem hohen Anteil an Studierenden und Akademikern.

tegut… von Göttingen bis München

Momentan besitzt tegut… fast 300 Lebensmittelmärkte vorwiegend in Hessen, Thüringen und Bayern und ist weiter auf Expansionskurs auch in Baden-Württemberg. Nach Gutberlet sollen jetzt die Städte in denen das Unternehmen schon gelandet ist, verdichtet werden. Gleichzeitig orientiere tegut… sich immer weiter in den Süden von Deutschland.

In Fürth wurde letztes Jahr ein zweiter Markt eröffnet. In Erlangen und Nürnberg würden schon seit einiger Zeit Gespräche geführt, bisher sei aber noch nichts fest geschrieben. In München soll die erste Filiale in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 2022 im Perlach Plaza am Hanns-Seidel-Platz eröffnen. tegut… hat in dem neuen Stadtteilzentrum rund 2.700 Quadratmeter Nutzfläche angemietet.

Nach den Plänen für die kleineren Ortschaften dazwischen gefragt, erläuterte Gutberlet: „Man muss schauen, erst einmal die großen Städte zu kriegen, dann ergeben sich die Zwischenstufen.“ So seien für Lorsch an der Bergstraße und Erbach im Odenwald bereits Verträge unterzeichnet. tegut… habe mit seinem Sortiment auch in den kleineren Orten eine gute Chance, reine Bio-Supermärkte benötigten ein viel größeres Einzugsgebiet.

Asymmetrische Sortimente

Bei tegut… würde permanent aktiv an der Ausgestaltung des Bio-Sortimentes gearbeitet – immer mit dem Kunden im Fokus. „Bio-Kunden setzen ihre Ernährung anders zusammen“, meint Thomas Gutberlet. So spielten im Bio-Sortiment zum Beispiel vegane und vegetarische Brotaufstriche eine große Rolle, im konventionellen Bereich kaum. Auch Nüsse, Müsli und Porridge seien besonders für die bio-affinen Kunden wichtig.

Unverpackt und Verpackung großes Thema

Verpackung sei immer noch ganz großes Thema und damit auch Unverpackt-Angebote, wie sie dem Trend entsprechend auf großer Fläche im zweiten neu eröffneten Heidelberger Markt präsentiert werden. Auch hier laufen die typischen Cerealien und Nüsse besonders gut. Unverpackt wird bei tegut… kontinuierlich verstärkt, so warten auch die im letzten Jahr neu eröffneten Märkte in Fürth und Dillenburg mit Unverpackt-Stationen auf.

Der Bio-Kunde sei insgesamt bei Verpackung sehr aufmerksam, auch bei den kleineren Änderungen. Für kaum eine Innovation habe es so viel Zuspruch gegeben, wie für die Papier statt Plastikverpackung bei den Kräutertöpfen.

Bio-Angebot verlockt

tegut… lege großen Wert darauf, bei der Sortimentsentwicklung auf die Einkaufsgewohnheiten der Kunden einzugehen, aber auch durch Angebot die Nachfrage zu heben. „Wir haben jeden relevanten Artikel in Bio-Qualität“, betonte Gutberlet. Auch in den Theken gebe es keinen Mangel: „Das Angebot an der Käsetheke in Bio ist so breit und gut, dass es jeden Kunden anspricht – üblicherweise Bio-Kunde oder auch nicht“.

Und vor allem komme auch der Genuss-Aspekt nicht zu kurz, was in den Heidelberger Filialen unter anderem bei der großen Auswahl an Bio bei Tee und Kaffee zu sehen sei. Hier betrage der Bio-Umsatzanteil teilweise schon jetzt 50 Prozent, genau wie bei Obst und Gemüse – wieder ein Etappenziel erreicht.

Elke Reinecke

 

Das ist tegut…
Die tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co.KG mit Hauptsitz in Fulda besitzt aktuell fast 300 Lebensmittelmärkte und beschäftigt etwa 6.800 Mitarbeiter. 2018 wurde ein Netto-Umsatz von 1,035 Milliarden Euro erwirtschaftet, das ist eine Steigerung um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 2018 war der  Anteil von Bio-Lebensmitteln am Gesamtumsatz auf 26 Prozent gewachsen.
Gegründet wurde das Unternehmen 1947 durch Theo Gutberlet, dessen Sohn Wolfgang 1973 die Unternehmensleitung übernahm. 1989 wurde das Unternehmen in eine Stiftung überführt, deren Aufsichtsrat die Geschäftsführer einsetzt. Seit August 2009 führt hier Thomas Gutberlet den Vorsitz, der Enkel des Unternehmensgründers. 2013 ging die Sparte Handelsbetriebe der tegut…Gutberlet Stiftung & Co. KG in den Besitz der Schweizer Migros über.

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