Start / Business / Themen / Umwelt / Vier Tonnen Honig für Julia Klöckner

Glyphosat

Vier Tonnen Honig für Julia Klöckner

Imkerpaar übergibt Glyphosat-belastete Honigernte an deutsche Agrarministerin

Protestaktion von Imker*innen
Ort: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Wilhelmstraße 54, 10117 Berlin
Zeitpunkt:  Mittwoch, 15. Januar 2020, 11 Uhr

Über vier Tonnen Glyphosat-belasteten Honig lädt ein Brandenburger Imkerpaar wenige Tage vor Beginn der Grünen Woche vor dem Landwirtschaftsministerium in Berlin ab. Gemeinsam mit zahlreichen Berufskolleg*innen verleihen sie so ihrer Wut über die verfehlte Agrarpolitik der Bundesregierung Ausdruck.

Die Adressatin des Protests: Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Die Imker*innen werfen ihr vor, entgegen ihrer Versprechen („Was der Biene schadet, kommt vom Markt.“) zu wenig für den Schutz von Bienen, Imkern und der ökologischen Artenvielfalt zu tun. Sie fordern eine Abkehr von einer intensiven, chemiegestützten Landwirtschaft, in der weiterhin Pestizide in blühende Pflanzen gespritzt werden dürfen – selbst in nächster Nähe zu Bienenstöcken.

Im Fall der Imkerei Seusing aus dem Landkreis Barnim hat der Pestizideinsatz auf den Nach­barfeldern dazu geführt, dass mindestens vier Tonnen ihrer Honigernte so stark mit Glyphosat verunreinigt sind, dass sie nicht mehr verkehrsfähig sind und entsorgt werden müssen. Der Schaden beträgt rund 60.000 Euro und hat das betroffene Imkerpaar in akute wirtschaftliche Existenznöte gebracht. Wer am Ende für den Schaden haftet, ist aufgrund rechtlicher Miss­stände bisher noch völlig unklar.

Unterstützt werden die beiden Imker von dem „Bündnis zum Schutz der Bienen“, das von der Aurelia Stiftung organisiert wird und zu dem unter anderen der Europäische Berufsimkerver­band und der Deutsche Erwerbs und Berufsimkerbund gehören. Die Organisationen sind auch Teil des Trä­gerkreises der „Wir haben es satt!“-Demonstration, bei der am 18. Januar wieder Zehntau­sende für eine Agrarwende auf die Straße gehen werden.

Alle Hintergründe zu dem Fall: www.aurelia-stiftung.de/glyphosat-im-honig

Terminhinweise

Samstag, 18.01.20, ab 12 Uhr: Imker-Block auf der Großdemonstration „Wir haben es satt!“. Ort: Brandenburger Tor, Platz des 18. März, 10117 Berlin.
Samstag, 18.01.20, ca. 14.30 Uhr: Der betroffene Imker Sebastian Seusing spricht auf der Abschlusskundgebung der „Wir haben es satt!“-Demonstration am Brandenburger Tor.
Weitere Informationen zur Demonstration: www.wir-haben-es-satt.de
 


Angebots-Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Bio-Honig als Sondermüll entsorgt

Bio Company fordert Stopp von Ackergiften

Die Frühjahrsernte eines Bio Company-Lieferanten, der Bio-Imkerei Seusing in Bernau, weise eine Belastung mit Glyphosat auf, die bis zu 160-fach über dem Grenzwert liege. Ein einem der Bienenstandorte der Imkerei benachbartes Feld war mit glyphosathaltigem Herbizid besprüht worden. 600 Kilogramm Bio-Honig seien nicht mehr verkehrsfähig und müssten als Sondermüll entsorgt werden. Der betriebswirtschaftliche Schaden belaufe sich nach ersten Schätzungen auf über 10.000 Euro.

22.05.2019mehr...
Stichwörter: Honig, Bienen, Glyphosat

Kritik an amerikanischer Bio-Regulierung

Wie Bio-Beerenobst und Glyphosateinsatz in den USA zusammen gehen

Eine amerikanische Bürgerinitiative kritisiert das National Organic Program, die Bio-Regulierungs-Organisation der USA. Anlass sind industrielle Produzenten von Bio-Beerenfrüchten, die Lücken der amerikanischen Bio-Verordnung ausnutzen würden, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen – ökologische und nachhaltige Produktion blieben auf der Strecke. Die NOP sieht keine rechtliche Handhabe gegen solche Praktiken. 

29.04.2019mehr...
Stichwörter: Honig, Bienen, Glyphosat

Unkraut gegen Unkraut

Porto Torres/Sardinien, 31.01.2018 | Die preisgekrönte italienische Chemikerin Catia Bastioli arbeitet an einem aus der Distel gewonnenen Herbizid, das Glyphosat vom Acker verdrängen soll.

17.04.2018mehr...
Stichwörter: Honig, Bienen, Glyphosat