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Fresenius-Label widerspricht Anforderungen an Bio-Mineralwasser

Gericht bestätigt, dass Kennzeichnungen nicht die Verbraucher-Erwartungen erfüllen

Neumarkt/Hamburg, 9.7. 2019 | Die SGS Institut Fresenius-Label ‚Natürlich Bio‘ und ‚Premiummineralwasser in Bio-Qualität‘ und die so gekennzeichneten Produkte entsprechen nicht den Anforderungen der BGH-Entscheidung ‚Bio-Mineralwasser‘ und den Verbrauchererwartungen – Diese Aussage darf nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser weiter zu Schutz und Information von Verbrauchern verbreiten.

Im Dezember letzten Jahres hat Neumarkter Lammsbräu eine Klage bei einem anderen Gericht gegen die deutschen Tochtergesellschaften von Danone und SGS Institut Fresenius eingereicht, wegen irreführender Verwendung der Label ‚Natürlich Bio‘ und ‚Premiummineralwasser in Bio-Qualität‘.

SGS wollte jetzt gerichtlich gegen die daraufhin von der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser erfolgte Verbraucheraufklärung vorgehen. Das Landgericht Hamburg bestätigte aber, dass die SGS-Label und die gekennzeichneten Produkte eine Reihe von Defiziten aufweisen, die sie in klarem Widerspruch zu den Anforderungen der BGH-Entscheidung ‚Bio-Mineralwasser‘ aus dem Jahr 2012 und den Verbrauchererwartungen stehen lassen.

Nicht zulässig ist nach dem Urteil allerdings, das Fresenius-Label als Schein-Bio-Siegel zu bezeichnen oder zu sagen, dass SGS Institut Fresenius die Zertifizierung und ihren Umfang den Anforderungen seiner Kunden individuell anpasse und damit mögliche Verstöße und sich daraus ergebende Konsequenzen wie etwa eine Aberkennung des Labels praktisch ausgeschlossen würden.

Dr. Franz Ehrnsperger, Vorsitzender der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser, tritt dafür ein, „die Bio-Prinzipien gegen Angriffe und Aufweichung zu verteidigen“. Man dürfe sich auch von Großkonzernen nicht einschüchtern lassen. Nach seiner Auffassung zeigt das Urteil, dass das Gericht offenbar ebenfalls zentrale Defizite beim Fresenius-Label sehe. Wie die Qualitätsgemeinschaft mit den untersagten Formulierungen umgehe, müsse noch entschieden werden.


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