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Insekteneiweiß als nachhaltige Futterquelle

Naturland mit EU-weit erster Öko-Erzeugerrichtlinie für Insekten

Insekteneiweiß als nachhaltige Futterquelle © Dennis Kress, public domain

16.05.2019 Gräfelfing | Auf der Delegiertenversammlung des Öko-Verbands Naturland wurde am Donnerstag einstimmig eine Richtlinie für eine ökologische Insektenzucht verabschiedet. Hintergrund sei dabei zunächst einmal der Bereich der ökologischen Aquakultur, wo Insektenmehl einen nachhaltigen und auch besonders artgerechten Ersatz für Fischmehl und Fischöl im Futter darstelle. Darüber hinaus wäre Insektenmehl aber auch als Eiweißfuttermittel für Hühner oder Schweine einsetzbar.

Naturland habe bereits in den 1990er Jahren die Entwicklung der ökologischen Aquakultur maßgeblich vorangetrieben und mache nun auch beim Thema Insektenprotein in der Öko-Fütterung den ersten Schritt. „Wir hoffen jetzt, dass Brüssel möglichst schnell nachzieht“, meint Naturland Präsident Hubert Heigl.

Erste Entwürfe der EU, Bio-Futtermittel für die Aquakultur auf Insektenbasis im Rahmen der EU-Öko-Richtlinie zu regeln, seien von der EU-Kommission wieder zurückgezogen worden. Der Naturland-Verband hatte diese EU-Entwürfe kommentiert - er hoffe nun durch die Verabschiedung eines eigenen Standards auch die Grundlage dafür zu schaffen, hier weiter vorangehen zu können.

Die neue Naturland Richtlinie definiert grundlegende Haltungsbedingungen für sieben Arten von Käfern, Fliegen und Heuschrecken in der Insektenproduktion:

  • Verstümmelungen, wie das Beschneiden von Flügeln und das Entfernen von Sprungbeinen, sind verboten
  • Bei der Fütterung sollen in erster Linie ökologisch-pflanzliche Nebenprodukte und Reststoffe aus der Verarbeitung eingesetzt werden: keine Produkte, die in direkter Konkurrenz zur menschlichen oder tierischen Ernährung stehen
  • Die Tiergesundheit ist in erster Linie durch vorbeugende Maßnahmen wie artgerechte Besatzdichten und optimale hygienische Bedingungen sicherzustellen
  • Die Tötung muss so schonend und schnell wie möglich erfolgen – mittels Temperaturschock direkt im Aufzuchtbetrieb

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