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Roy\'s Naturkost

Ein Großhandels-Bio-Pionier zieht regionale Kreise

Stärkere Obst und Gemüse-Sortimente durch Roy‘s Naturkost

Ein Großhandels-Bio-Pionier zieht regionale Kreise © bioPress, EM

Der Großhandel von Roy Zylka und seinem Team mit Sitz in Nürnberg vermarktet hauptsächlich Obst und Gemüse, ausschließlich in Bio-Qualität, und das seit über 20 Jahren. Der Fokus des Unternehmens liegt dabei auf Produkten aus der Region, ergänzt durch Import-Ware. Sein besonderes Bio bringt er auch in die Edeka-Märkte rund um die Frankenmetropole. Die freuen sich über regionale und unverpackte, manchmal auch außergewöhnliche Ware, vom Lieferanten vor der Haustür.

Großmarkt und 100 Prozent Bio – in Nürnberg findet sich diese seltene Mischung am Stand von Roy Zylka, der inzwischen die Boxnummern von 22 bis 28 belegt.Seit 2004 betreibt er hier sein Geschäft, nachdem er sich schon 1997 als Bio-Obst- und Gemüsehändler selbständig gemacht hatte. Hinter seiner Halle befinden sich inzwischen fünf Kühlzellen: 2014 wurde ein Durchbruch zur frei werdenden Nachbarhalle gemacht, und Zylka erweiterte um drei Kühlräume auf mehr als den doppelten Platz.

Breites Sortiment und viel Verbandsware

Den benötigt er auch für sein breites Sortiment. Sogar in den ersten Jahresmonaten umfasst es etwa 150 Sorten, davon über vierzig aus der Region: Bei unserem Besuch Ende Februar standen regionale Karotten, Kartoffeln, Blaukraut, Rosenkohl, Weißkohl, Meerettich, Hokkaido, Gelbe und Rote Bete, Chicoree, Sauerkraut, Sellerie, Zwiebeln und Äpfel in den vielen Kisten bereit, teils Verbandsware von Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis oder Gäa. Dazu kommen Kräuter und Sprossen, ebenfalls aus der Umgebung.

90 Prozent direkt vom Erzeuger

Zu 90 Prozent arbeitet Roy’s Naturkost direkt mit den Erzeugern. Zylka hat von Anfang an Wert auf den direkten Draht zu den Bauern der Umgebung gelegt. Nach diesem Prinzip richtet er sich auch bei den Importen: Der Lieferant wird besucht und es gibt persönliche Kontakte, die Vertrauen schaffen.

Das zahlt sich für ihn aus. Er hat einen Vorteil gegenüber anderen Großhändlern und keinen Mangel an Lieferanten.

Auch bei der nicht regionalen Ware setzt Roy Zylka auf höchste Qualität. Die Passionsfrüchte kommen von den Kanarischen Inseln und Physalis aus Südafrika. Seine Bio-Zitrusfrüchte werden zum größten Teil aus Italien, vor allem Sizilien, importiert. Momentan im Angebot ist die Mango ‚Kent‘ aus Spanien, beworben als praktisch faserfrei, mit kleinem Kern und sehr aromatisch.

Ätna-Orangen von besonderer Qualität

Neu ist die Orangen-Züchtung Fischer Navel der Familie Arcoria, bei der der Händler ins Schwärmen kommt. Die Frucht sei besonders süß und saftig, von der Schale her ähnle sie einer Tarocco-Blutorange, das Fruchtfleisch sei aber gelb. Diese Ware bekommt Zylka quasi exklusiv, da er schon seit 1997 mit der Familie zusammenarbeitet, die eine Zitrus-Plantage an den Hängen des Ätna betreibt – daher bei Zylka kurz Ätna-Orangen genannt.

Der Blick in die Lagerräume lässt nicht nur wegen der Vielfalt die Herzen von Bio-Kunden höher schlagen. Dazu kommt, dass fast alles an Obst und Gemüse lose in den Kisten zu finden ist – Plastikverpackung Fehlanzeige. Auch hier hat Zylka ein aktuelles Thema schon lange im Blick gehabt. Plastik und Bio – für ihn ging das noch nie zusammen. Wenn Kunden kleine Warenmengen kaufen, dann gibt er sie in kompostierbare Tüten, bei denen er selber ausprobiert hat, dass sie in kurzer Zeit verrotten.

Nicht nur Obst und Gemüse

Mit Obst und Gemüse ist es allerdings nicht getan. So stehen neun Sorten Roy‘s Fruchtaufstrich in den Regalen, von Erdbeer- bis Zwetschgenmus. Und auch nach der Winterzeit ist noch der Glühwein „Heißer Hirsch“ im Angebot, der während der kalten Zeit auch in einer zünftigen Weinprobe verkostet werden konnte. Indem er die Eier des regionalen Anbieters Winkelmann anbietet, unterstützt der geschäftige Händler dessen Bruderhahnaufzucht. Der Renner außerhalb von Obst und Gemüse ist allerdings momentan die Naturland Bio-H-Milch der Molkerei Berchtesgadener Land – aufgrund des EU-Schulprogramms ‚Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte für Bayerns Kinder‘.

Zylka ist ein Händler vom alten Schlag oder wie er selbst sagt „von einer aussterbenden Art“. Er ist der geborene Verkäufer, denn „das Schönste ist, am Stand Ware zu verkaufen“. 90 Prozent seiner Waren stammen direkt vom Bauern – regional in bester Weise. Ungefähr 150 bis 200 Kilometer im Umkreis zählt Zylka zu seiner Region, meist bringen die Erzeuger ihre Produkte am Lager vorbei.

Abholung um zwei Uhr nachts

Die Lieferanten im Umkreis von zirka zehn Kilometern erfasst Roy’s Naturkost selber. Abgeholt wird die Ware von Zylkas Lieferwägen um zwei bis drei Uhr nachts. Dienstleistung bedeutet für Roy Zylka auch, dass der Kunde bestellen kann, bis der Laster morgens um fünf Uhr vom Hof fährt.
Diese Philosophie teilen auch seine inzwischen zehn Mitarbeiter, die im Lager arbeiten und auch rausfahren. Händeringend hat Zylka nach Leuten gesucht und gerade erst vier Neue eingestellt. Eigentlich würde er sein Personal gern noch mehr aufstocken, denn Arbeit genug ist da. Aber gute Mitarbeiter zu finden, die mit Herzblut und Sachkenntnis bei der Arbeit sind, sei schwierig.

Zylka ist Bio-Pionier

Nicht nur als Händler ist Roy Zylka ein Überzeugungstäter, sondern auch was Bio betrifft. Etwas anderes als 100 Prozent Bio kam für ihn nie in Frage. Für ihn „gibt es keine Alternative zum Öko-Landbau“, deswegen leistet er auch Überzeugungsarbeit bei den Bauern seiner Region und ermutigt die Umstellungswilligen.

Roy’s Naturkost besitzt inzwischen einen breiten Kundenstamm. LEH, Naturkostläden und zunehmend Abodienste wissen seine Ware zu schätzen. Edeka-Märkte der Umgebung greifen auf das breite und qualitativ hochwertige Sortiment zurück, um ihre Kompetenz bei Bio-Obst und Gemüse weiter auszubauen.

Elke Reinecke


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