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Fairtrade erhöht Mindestpreis für Kakao um 20 Prozent

Kakao-Produzenten fordern auf der ISM Engagement von Industrie und Handel

Köln, 28. Januar | Bereits im Dezember letzten Jahres hatte das Fairtrade-Standard-Komitee gemeinsam mit Kakaobauern, Händlern und weiteren Experten eine 20-prozentige Erhöhung des Kakaomindestpreises beschlossen, die 2019 in Kraft tritt. Um existenzsichernde Einkommen im Kakaoanbau zu erreichen, verkündeten TransFair und das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) nun außerdem den Start einer strategischen Partnerschaft für Projekte an der Elfenbeinküste.

2017 brach der Kakao-Weltmarktpreis um mehr als ein Drittel ein. Die Folge waren dramatische Einnahmeverluste für viele Kakaobauern. Fairtrade ist das einzige Zertifizierungssystem mit einem verpflichtenden Mindestpreis, der als Sicherheitsnetz gegen die Schwankungen dienen soll. Die geplanten Preiserhöhungen sollen für die im Netzwerk eingeschlossenen Bauern weg von der absoluten Armutsgrenze führen. Fairtrade wird jetzt mindestens 2.400 US-Dollar pro Tonne Kakao zahlen, statt bisheriger 2000 Dollar. Auch die Fairtrade-Prämie wurde erhöht, ebenfalls um 20 Prozent von 200 auf 240 US-Dollar pro Tonne - die höchste festgelegte Prämie aller Zertifizierungssysteme. Die neuen Mindestpreise treten zur kommenden Ernte im Oktober 2019 in Kraft.

Nach ersten Hochrechnungen sind die Fairtrade-Kakaoabsätze in Deutschland 2018 um gut 35 Prozent auf rund 50.000 Tonnen gestiegen. Damit wären zehn Prozent Kakao in Deutschland fair gehandelt. In der Rewe Group etwa wird das komplette Eigenmarken-Schokoladensortiment auf Fairtrade umgestellt. Weitere starke Kakao-Partner in Deutschland sind Ferrero und Ritter, Lidl, Kaufland und Aldi sowie für Saisonware insbesondere Lambertz und Riegelein. Ein weiterer Neupartner ist der schwäbische Schokoladenfiguren-Hersteller Storz, der ab diesem Jahr sein gesamtes Sortiment auf fairen Kakao umstellt.

Auch was fair gehandelten Zucker betrifft, geht es aufwärts: 2018 wurden rund 10.000 Tonnen Fairtrade-Zucker in Deutschland eingesetzt, davon rund die Hälfte als Haushaltszucker, der Rest in Soft Drinks, Eis und Süßwaren. Neu auf dem Markt sind Limonaden von Proviant, Fritz und Voelkel.


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