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Grüne Woche

Bio im Gespräch mit Gesellschaft und Politik

Fünfter Bio-Empfang des BÖLW als Highlight auf der Grünen Woche

Berlin 21.01.2019 | Über 700 Gäste folgten der Einladung von Bio-Bauern, -Verarbeitern und -Händlern zum fünften Bio-Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf die Grüne Woche. Prominente Redner waren der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht.

Felix Prinz zu Löwenstein beschrieb den Gästen die Chancen, die Öko der heimischen Wirtschaft, Umwelt und Klima bietet. An Bundesministerin Klöckner appellierte Löwenstein, Bio noch entschlossener für den notwendigen Umbau der Landwirtschaft zu nutzen als bisher. Dazu müsste Deutschland sich in Brüssel und Berlin für eine ambitionierte Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) einsetzen. 70 Prozent der EU-Agrargelder müssten künftig die Bauern honorieren, die mehr tun für Umwelt, Tiere und Klima. Er wies noch einmal auf die breite Beteiligung an der Großdemo ‚Der Agrarindustrie den Geldhahn abdrehen!‘ hin: Es hätten sich über 35.000 Menschen am Sonnabend versammelt, um gemeinsam ein starkes Zeichen für eine GAP zu setzen, die künftig Bauern beim Umwelt-, Klima- und Tierschutz honorieren solle, statt einfach nur den Flächenbesitz.

Nach Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sei Bio bei vielen Verbrauchern angekommen und jeder Zweite achte beim Einkauf auf das Bio-Siegel. Klöckner betonte, dass sie für positive Rahmenbedingungen sorgen wolle, damit Betriebe auf Öko umstellen können. Bis 2030 solle das Ziel von 20 Prozent Öko-Flächen aus dem Koalitionsvertrag und der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie erreicht werden. Die maßgeblichen Stellschrauben seien bereits in der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) angelegt worden. Ziel sei es auch, den Bio-Anteil in der Gemeinschaftsverpflegung öffentlicher und privater Einrichtungen zu steigern. Klöckner setze sich zudem für eine GAP ein, mit der Einkommen unterstützt und ein zielgerichteter Beitrag zum Schutz von Klima, Ressourcen und biologischer Vielfalt geleistet wird. Dabei spielten erste und zweite Säule eine wichtige Rollen. Derzeit prüfe man verschiedene Möglichkeiten zu deren Ausgestaltung.

Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht betonte, mit Blick auf die EU-Agrarpolitik sei es wichtig, jetzt zu handeln. Das Agrar-Fördersystem müsse künftig Gemeinwohlleistungen honorieren und nicht Landbesitz. Für das von Bundesministerin Klöckner geplante ‚Tierwohllabel‘ forderte Albrecht die Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Länderagrarminister, die sich für eine verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung einsetzten, die Bio als eigene Stufe einschließt.


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