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Ökolandbau

Podiumsdiskussion mit den Agrarfachleuten im bayerischen Landtag

Ökolandbau soll in Bayern weiter unterstützt werden

Podiumsdiskussion mit den Agrarfachleuten im bayerischen Landtag © Quelle LVÖ Bayern

(, v.l.n.r): Moderator Claus Mayer (top agrar), Katrin Grünwald (LVÖ Vorstand, Demeter), Cordula Rutz (LVÖ Geschäftsführerin), MdL Nikolaus Kraus (Freie Wähler), MdL Gisela Sengl (Bündnis90/Die Grünen, MdL Angelika Schorer (CSU), MdL Horst Arnold (SPD), Hubert Heigl (stv. LVÖ Vorsitzender, Naturland), Josef Wetzstein (LVÖ Vorsitzender, Bioland).

Der Ökolandbau in Bayern soll auch in der nächsten Legislaturperiode durch geeignete politische Rahmenbedingungen unterstützt werden: In dieser Frage sind sich die Agrarfachleute der aktuell im bayerischen Landtag vertretenen Parteien einig. Das zeigte sich bei einer Podiumsdiskussion am Sonntag, 9. September, zu der die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ Bayern) unter der Überschrift „Politik für mehr Bio in Bayern?!“ nach Freising eingeladen hatte.

Trotz dieser Einigkeit im grundsätzlichen Bekenntnis zum Ökolandbau entspann sich in der von Claus Mayer, top agrar, moderierten Diskussion zwischen Angelika Schorer (CSU), Gisela Sengl (Bündnis 90/die Grünen), Horst Arnold (SPD) und Nikolaus Kraus (Freie Wähler) ein intensiver Meinungsaustausch zu Inhalt und Ausgestaltung der Maßnahmen, die künftig für die Weiterentwicklung des Ökolandbaus in Bayern nötig sind.

Wissen und Bildung als Grundlage für nachhaltigen Erfolg

Eine fundierte Ausbildung angehender Landwirtinnen und Landwirte zu den Themen des ökologischen Landbaus war dabei allen Abgeordneten ein Anliegen. Aus Sicht von Horst Arnold sollte das Fach „Ökolandbau“ bereits in der Grundausbildung flächendeckend verpflichtend sein. Gisela Sengl würde dies auch in der hauswirtschaftlichen Ausbildung so handhaben. Angelika Schorer betonte die bereits gemachten Fortschritte im Bildungsbereich, wie verbesserte Unterrichtsmaterialien und die Einrichtung der beiden Öko-Meisterschulen in Landshut und Weilheim. Um die Wissensgrundlagen zu verbessern, forderte sie eine bessere Verzahnung von Forschung und Praxis.

Auch die anderen Abgeordneten machen deutlich, dass in die Forschung zu Themen des ökologischen Landbaus verstärkt investiert werden müsste. In Bezug auf die Landesanstalt für Landwirtschaft sprach sich Gisela Sengl dafür aus, den Anteil des Ökolandbaus in Bezug auf Forschungsgelder und Stellen deutlich anzuheben, da die momentane Ausstattung der aktuellen Bedeutung des Ökolandbaus und der notwendigen politischen Zielsetzung nicht gerecht würde.

Für Horst Arnold sind dabei auch die Arbeitsbedingungen der Forschenden entscheidend: Projektstellen sollten aus seiner Sicht in unbefristete Stellen umgewandelt werden, um die besten Köpfe in der bayerischen Agrarforschung zu halten. Für die Umsetzung der Forschungsergebnisse in der landwirtschaftlichen Praxis spielt die Beratung eine Schlüsselrolle – dass diese in Zukunft gestärkt und weiterentwickelt werden müsse, war Konsens unter den Abgeordneten. Insbesondere müsse die bewährte Beratungsarbeit der Öko-Erzeugerringe gesichert werden.

Gemeinsame Agrarpolitik für den Ökolandbau nutzen

Auch die anstehende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU und die Umsetzung der GAP in Bayern waren Themen der Diskussion. Einen grundlegenden Wandel der GAP weg vom Gießkannenprinzip der heutigen Direktzahlungen hin zum Prinzip öffentliches Geld für öffentliche Leistungen mahnte Gisela Sengl an. Die Bedeutung der Agrarumweltmaßnahmen und des Vertragsnaturschutzes in der zweiten Säule der GAP betonten alle Abgeordneten. Angelika Schorer hob besonders hervor, dass es richtig sei, dass Bayern den Rahmen des Bundes für die Flächenförderung des Ökolandbaus voll ausschöpft. Nikolaus Kraus sieht im Abbau unnötiger Bürokratie eine der Hauptaufgaben in Bezug auf die GAP-Reform.

Strukturen für den Ökolandbau in Forschung und Verwaltung ausbauen

Moderator Claus Mayer bezog das Publikum – sowohl im Saal als auch über den Livestream – intensiv in die Diskussion mit ein. „Der wachsende Anteil der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft erfordert einen entsprechenden Umbau der Strukturen in Forschung und Verwaltung, wie z.B. die Einrichtung eines eigenen Ökolandbau-Referats im Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“, machte Hubert Heigl, stellvertretender Vorsitzender der LVÖ Bayern, in der Publikumsrunde deutlich. Aus Sicht von Nikolaus Kraus ist ein solches Ökolandbau-Referat ein interessanter Vorschlag.

Bayern soll beim Ökolandbau spitze bleiben

Josef Wetzstein, Vorsitzender der LVÖ Bayern, bedankte sich herzlich bei den Podiumsteilnehmern, dem Moderator und den Gästen für die sehr gelungene Veranstaltung und fasste zusammen: „Ich freue mich, dass wir uns darüber einig sind, dass Bayern beim Thema Bio auch in Zukunft spitze bleiben soll!“

Besonders in den sozialen Medien stieß die Podiumsdiskussion auf großes Interesse: am Montagnachmittag war der Mitschnitt der Veranstaltung bereits 3.500 Mal unter http://www.facebook.com/topagrarsuedplus aufgerufen worden.


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