Start / Business / Themen / Messen / Bio ist Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie

Messe

Bio ist Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie

Bio-Lebensmittel haben den Sprung aus der Bio-Nische geschafft. Mit Blick auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Ernährungswirtschaft ist dies jedoch erst ein Anfangserfolg. Das Bio-Kompetenzzentrum von bioPress ging auf der Anuga 2017 der Frage nach, wohin die Reise gehen muss.

Etwa 30 Millionen Kilogramm Pestizide werden jährlich in Deutschland eingesetzt. Über Rückstände in Lebensmitteln oder Gewässern landen diese Gifte auf unseren Tellern. Sie treffen nicht nur Unkraut und Schädlinge, sondern gefährden die gesamte Umwelt.

Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik, MdB, Berlin, eröffnete das Programm des Bio-Kompetenzzentrums mit einem Vortrag über die UN-Resultate der Untersuchungen zu den Auswirkungen von Pestiziden auf dem Acker bis hin zu den Belastungen der Verbraucher, den Kunden und der Lebensmittelkaufleute. Aus Nervengiften abgeleitete Pestizidgruppen wie die Neonicotinoide stehen unter Verdacht, Bienen und andere Insekten langfristig zu vergiften. Dies schade nicht allein der Insektenvielfalt, so Ebner in seinem Einstiegsreferat, sondern gemäß neueren Beobachtungen sei die Gesamtheit der Insekten-Biomasse in den vergangenen Jahrzehnten massiv eingebrochen. Ebner setzt sich daher dafür ein, dass Risiken durch Pestizide besser erforscht, Zulassungsverfahren verschärft und Alternativen zur Landwirtschaft mit der chemischen Keule entwickelt und gefördert werden.

Tradition und Innovation als Ergänzung

Urs Niggli, langjähriger Direktor am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) Schweiz ,zeigt in seinem Überblick die großen Herausforderungen der Ernährungswirtschaft entlang der ganzen Wertschöpfungskette auf und gleichzeitig die Lösungen, welche die Bio-Produktion dabei bietet. Ein aktueller UN-Bericht empfiehlt ausdrücklich ökologische Formen der Landwirtschaft als Lösung für die Welternährung.

Ökologische Landwirtschaft schafft Perspektiven für die Menschen, ohne die eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Die Zukunft der Ernährungssicherheit liegt tatsächlich in der flächendeckenden Bio-Landwirtschaft. Niggli plädiert für eine Vielfalt im Verständnis der Zukunftsentwicklung für die Bio-Branche.

Intelligente Hightech-BioLandwirtschaft und traditioneller bäuerlicher, dennoch professioneller Bio-Landbau seien keineswegs ein Widerspruch, sondern eine sinnvolle Ergänzung.

Coop Schweiz – wie Bio funktioniert

Coop Schweiz gilt als Nummer 1 im Thema Nachhaltigkeit für den europäischen Biohandel. Grund genug Roland Frefel, Mitglied der Direktion Coop Schweiz, auf der Anuga nach den Schlüsselfaktoren dieses Erfolgs zu befragen. Im Jahr 2018 werden es 25 Jahre her sein, dass das Coop Naturaplan-Programm in Kooperation mit dem landwirtschaftlichen Bio-Dachverband Bio Suisse (Knospe-Label) lanciert wurde. Roland Frefel bestätigte die Wichtigkeit klarer unternehmerischer Strategieziele und vor allem, dass viel Zeit, Geduld und Ernsthaftigkeit benötigt würden. Heute verfolgt Coop Schweiz Schritt für Schritt das Ziel eines klimaneutralen Unternehmens – noch vor Mitte der 2020er Jahre.

Direkte Kooperationen bestehen gleichzeitig zwischen Coop Schweiz und dem FiBL, das seit den 1970er Jahren einen entscheidenden Beitrag für den Aufbau der professionellen Bio-Landwirtschaft nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit leistet. Am FiBL wurden beispielsweise die Grundlagen für die Versorgung mit Bio-Äpfeln entwickelt. Als Resultat steht heute eine Vielfalt an Bio-Sorten zur Verfügung, die gleichzeitig zeitgemäße Qualitätsanforderungen der Coop-Kundschaft zufrieden stellt.

Kooperationsprojekte dieser Art bilden die Voraussetzung dafür, dass Coop die Bio-Sortimente laufend ausbauen konnte und diese vor allem im Frischebereich hohe Anteile am Gesamtsortiment erreicht haben.

Transparenz und Nachhaltigkeit auf dem Teller

Melanie Prengel von Transgourmet Deutschland stellte unter dem Titel ,Europäische Nachhaltigkeits-Partnerschaften‘ vor, wie der zur Coop-Gruppe gehörende Transgourmet-Konzern die Erfahrungen der Schweizer ‚Bioniere‘ mittlerweile im europäischen Kontext umsetzt. Ein wichtiges Element bildet die Kooperation mit den Beschaffungsmärkten aus regionalen Quellen oder zumindest aus dem europäischen Umfeld. Unterschiede zu Coop liegen etwa in der Verfügbarkeit der Bio-Qualität. Während Coop im Naturaplan-Sortiment vollständig auf den in der Schweizer Biolandwirtschaft flächendeckend garantierten Bio Suisse-Standard setzt, richtet sich Transgourmet je nach Land und Region auf die vorhandene Bio-Verbandslabelstandards aus. 

,Ursprung: Nachhaltigkeit für die Speisekarte! - Für nachhaltigen Genuss‘, mit diesem auf die Gastronomie ausgerichteten Konzept setzt Transgourmet Deutschland auf einen innovativen Ansatz, der in dieser Form keine Coop-Entwicklung darstellt: „Für Sie und Ihre Gäste wird es immer wichtiger, zu wissen, woher die Produkte stammen, auf welche Art und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden“, heisst es in der öffentlich zugänglichen Firmeninformation.

Melanie Prengel erläuterte in ihrem Beitrag die Organisation über die Logistikkette. Das Stichwort heisst Transparenz und Rückverfolgbarkeit. Ursprung erfüllt nicht in jedem Fall Biostandards, erfüllt jedoch in jedem Fall Grundanforderungen bezüglich Nachhaltigkeit, Tierschutz und soziale Verantwortung. Den Gastronomiekunden stellt Transgourmet mit online-Storybooks Produktgeschichten und Hintergrundinformationen zum ganzen Sortiment vor. Das Kommunikationsmaterial steht praktisch zum Download zur Verfügung ,etwa zur Verwendung in Speiskarten und weiteren Informationen für die Gäste.

Welche politischen Leitplanken braucht die Ernährungsbranche?
Nicht ob, sondern welche Maßnahmen die Ernährungsbranche seitens der Politik braucht – dieser Frage ging Moderator Peter Jossi im Gespräch mit Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für biologische Landwirtschaft (FiBL), Harald Ebner, Grünen-Sprecher für Gentechnik und Bioökonomiepolitik, Alexander Beck, Geschäftsführer der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) und Rudolf Bühler, Gründer und Vorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), im Bio-Kompetenzzentrum auf der Anuga nach.

Kostenwahrheit und Marktversagen

„Wir können von verschiedenen Winkeln einfliegen“, mit diesem bildhaften Vergleich stieg Beck in die Diskussion ein. Mit Blick auf das riesige Angebot auf der Anuga könne der Eindruck entstehen, es sei alles in bester Ordnung. Dennoch versage die Ernährungswirtschaft aus globaler Sichtweise, so Beck. „Ein Siebtel der Weltbevölkerung hat Hunger, während ein weiteres Siebtel an Fehlernährung leidet.“ Trotz vielfacher Global Governance-Bemühungen auf Ebene WTO, UNO müsse heute konstatiert werden: Der Markt versagt.

Bühler bestätigte dies ausgehend von seiner Praxiserfahrung: „Der ökologische Landbau ist auch ökonomisch effizienter.“ Die Politik müsse jedoch mit sinnvollen Anreizen Rahmenbedingungen schaffen, um die volkswirtschaftlich wahren Kosten auf dem Preischild sichtbar zu machen.

Niggli setzte hier an und verwies auf die hohen organisatorischen und finanziellen Aufwände, die heute durch die schlechte Koordination der Agrar- und Ernährungspolitik einerseits mit der Umwelt- und Gesundheitspolitik andererseits entstehen: „Noch immer wird etwa der Zuckeranbau gefördert, obwohl uns längst allen klar ist, dass möglichst wenig Zucker konsumiert werden müsste. Da ist sehr viel Geld drin“, betont Niggli. Bei einer auf übergeordnete Ziele ausgerichteten Politik könnten die notwendigen finanziellen Ressourcen viel effektiver eingesetzt werden. Als Richtschnur für koordinierte Strategien könne die bereits seit Jahrzehnten anerkannte Ernährungspyramide dienen.

„Wie halten wir unsere Tiere und wie geht es den in der Ernährungswirtschaft tätigen Menschen dabei?“ Nach Einschätzung von Ebner ergibt die aktuell in breiten Bevölkerungskreisen weltweit anerkannte Klimakrise eine taugliche Ausgangslage, um weitere längst bekannte Zusammenhänge mit der Landwirtschaft und der Tierhaltung anzugehen. „All diese Aspekte sind global verwoben“, so Ebner. Bei der weltweiten Etablierung nachhaltiger Praxislösungen und Regelungen sei der isolationistische Protektionismus jedoch der falsche Weg ist Ebner überzeugt: „Vielmehr müssen multilaterale Lösungen das Ziel sein.“

Food Waste – Herausforderung für alle

Was kann die Bio-Branche gegen Food Waste tun? Diese Fragestellung war mehrfach aus dem Publikum zu hören. Beck räumte ein, dass die rechtlichen Bestimmungen für die Bio-Produktion zur Food Waste-Thematik keine Regelung enthielten. Dies sei jedoch auch nicht notwendig. In der Bio-Branche sei es seit jeher darum gegangen, von Feld und Stall bis auf den Tisch knappe Ressourcen effektiv einzusetzen. Befragt nach konkreten Maßnahmen ergänzte Beck: „Einen großen Beitrag können regionale Wirtschaftskreisläufe und Schulungen auf allen Ebenen beitragen.“ Bühler zeigte auf, wie seine bäuerliche Erzeugergemeinschaft mit der einfachen Aktion ,Teller statt Tonne‘ erfolgreich eine konkrete Wirkung erzielt. In den Märkten der Erzeugergemeinschaft werden die entsprechend gekennzeichneten Produkte zum halben Preis angeboten und mit Erfolg verkauft.

Niggli lenkte den Fokus auf eine übergeordnete Ebene des Ernährungssystems. Ein geringer Überfluss sei für die Lebensmittelsicherheit durchaus notwendig, etwa bei Versorgungskrisen. Niggli sieht ein großes Potenzial bei technischen Optimierungen. Nebenprodukte der Lebensmittelherstellung könnten etwa noch mehr für Futterzwecke eingesetzt werden.

Der Einfluss moralischer Appelle zu Konsumeinschränkungen sei nur kurzfristig wirksam. „Mäßigung ist eine Kopffrage“, so Niggli. Ebner stimmte dieser Analyse zu: „Mäßigung als politisches Programm funktioniert nicht.“ Zwar könnten, je nach Fall,  gewisse Maßnahmen wie kleinere Verpackungen durchaus sinnvoll sein. Ein viel größerer Impakt sei, neben der Verbesserung der Infrastruktur, mit der Fortbildung entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu erzielen, und zwar bis zurück in die Erzeugerländer außerhalb Europas.

Förderanreize für Verarbeitung und Handel?

Ausgehend von der Diskussion um Schulung und Bewusstseinsbildung verlagerte sich die Debatte in der Folge auf mögliche Förderanreize auf Vermarktungsebene. Ebner stellte als politischer Vertreter klar: „Subventionen sind ein heisses Eisen. Wie steuern wir das genau – und wie werden wir Fördergelder später wieder los?“ Ebner stellte eine andere Kernfrage ins Zentrum: „Wie gestalten wir Märkte, dass die Menschen die Entscheidungen richtig treffen können?“ Transparenz und gut verständliche Informationen seien nicht am Verkaufsregal, sondern ebenso sehr in der Gemeinschaftsverpflegungen wichtig. Gefragt seien konkrete Antworten auf die Frage: „Welche Art von Umwelt kaufe ich?“

Die Diskussion auf dem Podium und die teilweise fachlich sehr hochstehenden Beiträge aus dem Publikum bestätigten den Bedarf für neue Ansätze der Bewusstseinsschulung. Die transparente Deklaration am Verkaufspunkt ist dabei eine wichtige Voraussetzung, greift aber allein zu kurz. Mehrfach angesprochen wurde die Bedeutung der Schulen, um frühzeitig praktisches Ernährungswissen zu vermitteln. Erst auf solchen Grundlagen sei es gerade für jüngere Menschen möglich, eigenverantwortlich ihren eigenen Ernährungsstil zu entwickeln.

„Aus meiner Sicht sind viele wichtige Punkte angesprochen worden“, so die Bilanz von Beck. Er streicht heraus, was er für die weitere Entwicklung besonders wichtig finde: „Die Stärkung der kleinen Landwirte, was eine Umsteuerung bzw. Aufgabe der mengenbasierten Subventionspolitik bedeute.“ Wichtig sei „eine Einberechnung der Umweltauswirkungen: Der Preis muss die Wahrheit sagen“. Damit solche Veränderungen möglich würden, brauche es „eine Fokussierung auf das Ernährungssystem“. Ohne den umfassenden Einbezug der Bereiche Bildung und Erziehung sei diese umfassende gesellschaftliche Entwicklung jedoch undenkbar.

Marktzugang gestalten

Am zweiten Tag des Anuga-Bio-Kompetenzzentrums stand in weiteren Fachreferaten und Diskussionen der konkrete Blick auf die Praxis jenseits klassischer Handelsstrukturen im Zentrum. Gesellschaftliche Veränderungen lassen sich nicht zuletzt am Erfolg neuer Vermarktungsformen erkennen, die noch vor kurzer Zeit undenkbar gewesen wären. Der technische Fortschritt, Stichwort Digitalisierung, schafft neue Chancen, etwa wenn es um Marktzugang geht, ein Begriff, der in den Diskussionen immer wieder auftauchte.

Der erschwerte Marktzugang zum EU-Markt behindert für viele angrenzende Länder den Aufbau einer professionellen Bio-Branche. Um diese Hindernisse zu beseitigen, baut die Ukraine derzeit professionelle Zertifizierungs- und Vermarktungsstrukturen auf, die eine sichere Beschaffung mit viel Zukunftspotenzial erlaubt.  Mariia Makhnovets ist seit mehreren Jahren auf selbständiger Basis als unabhängige Vermarktungsexpertin tätig. In ihrem Referat zeigte sie aus erster Hand die großen Anstrengungen der ukrainischen Bio-Branche vor, verlässliche Qualitäten sicherzustellen. Die Auflagen der EU führten mittlerweile dazu, dass sich die Vermarktung der ukrainischen Bio-Produkte teilweise stark in die USA, Kanada und weitere Bio-Märkte verlagerten.

Mehr Bio und Vertrauen 

‚Mehr Bio und Vertrauen‘, mit dieser Haltung engagiert sich Bio-Experte Conrad Thimm seit vielen Jahren für den Biolandbau und die ländliche Entwicklung allgemein. Seine Erfahrungen und Erkenntnissen zeigte er anhand diverser Praxis-Beispiele auf.  „Pauschale Aussagen zum BioLandbau helfen nicht weiter, sondern die jeweiligen ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte müssen einbezogen werden“, so sein Fazit. Die Unterschiede seien schon im deutschsprachigen Raum von der Nordsee bis in die Alpen sehr unterschiedlich. Die Herausforderungen von heute und morgen könnten nicht mit den Lösungen von gestern beantwortet werden. Das Ideal des vielseitigen Hofes mit Direktvermarktung sei wunderbar, so Thimm. Er ergänzt aber, „wenn alles passt! Doch je breiter der Bioabsatz wird, desto seltener passt das Idealbild.“

Auf jahrzehntelange Erfahrung mit der Bio-Vermarktung kann Bühler von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) zurückblicken. Das Ziel des bäuerlichen Zusammenschlusses ist seit den Anfängen unverändert: Gesunde Lebensmittel in Verantwortung für Natur und Kreatur zum Wohl der heimischen Verbraucherinnen und Verbraucher herzustellen. Seit den 1980er Jahren ist daraus eine starke Gemeinschaft mit rund 1.500 angeschlossenen Bauernhöfen gewachsen. Davon arbeiten über 600 nach ökolandwirtschaftlichen Prinzipien. „Wir sind der führende Erzeuger und Vermarkter von Bio-Fleisch“, betont Bühler. Wesentlich dazu beigetragen hat die Erhaltung und Pflege der traditionellen Schweinerasse Mohrenköpfle, so genannt wegen ihrer charakteristischen Färbung.

Gebana- Plattform Weltweit vom Hof

Mit einem neuen virtuell gestützten System der Direktvermarktung verwirklicht der Schweizer Fair Trade-Pionier gebana AG die Unternehmensphilosophie: Globales Denken wird hier mit lokalem Handel(n) verbunden zur Plattform Marktzugang.

Sandra Dütschler, Marketing-Leiterin bei Gebana: „Weltweit ernten und veredeln Kleinbauern und lokale Verarbeiter Produkte von außergewöhnlicher Qualität. Doch vielen dieser Produzenten fehlt ein guter und stabiler Markt. Über die Plattform Marktzugang können Konsumenten und Kaufleute direkt bei diesen Produzenten einkaufen und sie damit beim Zugang zum Markt unterstützen.“ Das Prinzip dahinter heißt Crowdordering und funktioniert mittels virtuell gestützter Schwarm- oder klassischer formuliert Sammelbestellung. Viele Konsumenten bestellen gemeinsam ein Produkt, um so eine minimale Liefermenge zu erreichen. Das Handelsmodell hat bei der Gebana-Stammkundschaft eine gewisse Tradition. Es erhält durch die neuen Online-Instrumente eine neue Dynamik mit viel Ausbaupotenzial.

„Wir von Gebana unterstützen die Produzenten mit unserem Knowhow und organisieren die Logistik“, erklärt Dütschler die Arbeitsteilung. Neu könnten nun auch Projekte in Angriff genommen werden, die früher an organisatorische Grenzen gestoßen seien. Die Aufbaukosten würden dabei oft von Partnern mitgetragen, denen die Vermarktung bestimmter Produkte besonders wichtig sei.

Neuerdings vermarktet Gebana zum Beispiel Fair Trade aus Griechenland und leistet damit einen Beitrag an die Solidarität mit dem europäischen Süden. Die Online-Plattform unterstützt neben der Vermarktung auch die Kommunikation und den direkten Austausch mit den Produzenten wie Christos und Chrysoula Stergio, welche die existentielle Bedeutung der Plattform unterstreichen: „Wir freuen uns, dass wir unsere Orangen und Clementinen an Menschen verkaufen können, die sie zu schätzen wissen. In den schwierigen Zeiten, durch die unser Land derzeit geht, ist das sehr wichtig für uns.“

Peter Jossi


Angebots-Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Anuga Organic bestens aufgestellt

Etwa 95 Prozent der Ausstellerfläche bereits ausgebucht

Anuga Organic bestens aufgestellt

Das wachsende Gesundheits- und Umweltbewusstsein der Verbraucher verleiht dem Markt für Bio-Produkte weltweit Auftrieb. Darüber hinaus erreicht der Trend zu ökologischeren Ernährungsgewohnheiten immer breitere Schichten von Konsumenten. Bio-Produkte werden als gesund empfunden, da sie keine künstlichen Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Aromen und Geschmacksstoffe enthalten und ohne Verwendung von Pestiziden angebaut werden. Zudem sorgt die Nachfrage nach größerer Transparenz für einen starken Zuwachs im Bereich Bio-Produkte und Produkte ohne Gentechnik. Auch das Tierwohl ist auf bio-zertifizierten Höfen Teil des Systems und selbstverständlich.

01.07.2019mehr...
Stichwörter: Anuga, Messe

Anuga 2017: Bio in allen Hallen

Über 2.700 Aussteller präsentierten ökologische Produkte

Anuga 2017: Bio in allen Hallen © bioPress, EM

Die 34. Anuga war für viele Aussteller die beste Messe seit langem. Mehr als 7.400 Unternehmen aus 107 Ländern, ein neuer Rekord, präsentierten fünf Tage lang Produkte aus aller Welt und aller Kategorien. Rund 165.000 Fachbesucher aus 198 Ländern nutzten das einzigartige Angebot für Sourcing, Information und Order auf Top-Niveau.

23.01.2018mehr...
Stichwörter: Anuga, Messe

Mehr Bio und Vertrauen

Die großen Herausforderungen in Food Lieferketten sind schneller Wandel, zunehmende Komplexität und gesellschaftliche Spaltungen

21.09.2017mehr...
Stichwörter: Anuga, Messe