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Gourmetprodukte

Bio für Feinschmecker

Gourmetprodukte

Häufig weckt das Äußere – Name und Verpackung – den Anschein einer besonderen oder besseren Qualität, wozu dann meist ein höherer Preis kommt. Doch nicht immer halten die beworbenen Lebensmittel das suggerierte Versprechen ein. Mit hochwertigen Bio-Produkten aus verschiedensten Warengruppen kann man Verbrauchern dagegen durchaus Feinschmecker-Qualitäten bieten.

Für den einen sind Gourmetprodukte vielleicht Presidio Slow Food-Produkte wie die nach traditionellen cilentanischen Rezepten eingelegten Salella Ammacata Oliven. Andere verstehen darunter allgemein solche Lebensmittel und Zutaten, wie sie das Portfolio eines Feinkostgeschäftes ausmachen. So vielgestaltig sich der Begriff auch deuten lässt, so ist die Trefferquote im Bio-Angebot auf jeden Fall hoch.

Die Hersteller übersetzen den Gourmetcharakter ihrer Produkte dabei unterschiedlich. Neben Bezeichnungen mit ,Gourmet‘ im Namen finden sich Ausdrücke wie Deli-kat(ess), Feinschmecker, Feinkost, Feine Linie und mehr. Oft kommt dazu eine edlere Verpackungsgestaltung, was bei Bio-Produkten aber nicht im Vordergrund steht. Es kommt vielmehr auf den Inhalt an. Die bioPress-Redaktion hat sich umgehört und eine bunte Vielfalt für das Regal im qualifizierten Lebensmittelhandel gefunden. Eine Auswahl, die selbst ohne flüssige Köstlichkeiten Lust auf mehr machen darf.

Raritäten und Nischenprodukte

Menschen mit einem Faible für das Ungewöhnliche dürften beispielsweise bei Reisraritäten und seltenen Hülsenfrüchten näher hinschauen.
Diese Nische besetzt etwa Lotao. Neben rotem Indian Tiger Umbra, der Mischung Wizard of Laos, die sich beim Kochen violett färbt, und anderen vertreibt Lotao auch besondere Hülsenfrüchte wie spanische Tolosa- und Carilla-Bohnen sowie schwarzgraue Kaviarlinsen. Beide Ranges profitieren vom attraktiven Aussehen der Produkte, die dazu im Klarsichtbeutel mit Schleifenverschluss abgepackt sind.

Exemplarisch für Seltenheiten im Frischebereich stehen die milden Frischkäse- und Weichkäsevarianten im Glas von St. Leonards. Das Besondere daran ist, dass sie in einer kleinen Naturkäserei aus einer Ziegen-Stutenmilchmischung hergestellt werden.

Dabei seien Knowhow und Fingerspitzengefühl gefragt, zumal keinerlei Zusatzstoffe eingesetzt würden, betont Elke Freier von der Vertriebs GmbH. Als Zielgruppe sehe man gesundheitsbewusste Menschen, die Wert auf das Besondere und einen unverfälschten, guten Geschmack legen. Stimmten Qualität, Regionalität und Nachhaltigkeit, würden die Kunden auch mehr ausgeben.

Für Fans: Meeresalgen, Pilze und mehr

Zu den Lebensmitteln, die dem Anspruch auf Nachhaltigkeit in der Ernährung entgegenkommen, zählen auf jeden Fall auch Bio-Makroalgen und -Pilze. Zum einen handelt es sich um nach- und teils wildwachsende Produkte und zum anderen weisen sie eine besondere Nährstoffzusammensetzung auf. Zugleich lassen sie sich durchaus als Feinschmeckerprodukte für Fans sehen.

Den hierzulande noch jungen Trend zu Meeresalgen setzen Arche Naturküche, Kulau, Viva Maris und einige andere bereits aktiv um. Viva Maris bietet beispielsweise neben Bio-Dulse aus dem hohem Nord-Atlantik als kalorienarme, bedeutende Quellen für Jod, Selen und Mineralstoffe, mit Algen abgeschmeckte Feinkosterzeugnisse an. Raffiniert sind unter anderem zwei Algen-Senfe und -Feinkostsaucen sowie die Algen-Gewürzmischungen und -Meersalz in der Glasverpackung.

Der USP ihrer Produkte liege in der Einzigartigkeit, dass die Algen in ihrem natürlichen Zustand in die Produkte integriert würden, betont Geschäftsführerin Claudia Busse. Und sie könnten generell ein Türöffner für das Meeresgemüse sein, da die meisten Konsumenten trotz ihrer Bedeutung für die Ernährungszukunft noch keine puren Algen auf dem Teller würden haben wollen. Verkaufsförderungsmaßnahmen wie Displays und Rezeptkarten, Verköstigungen und Proben sollen hier den Abverkauf unterstützen.

Edelpilze sind dagegen schon lange auf dem Markt vertreten. Ebenfalls arm an Fett und Kohlenhydraten, gelten sie außerdem als gute Vitamin D-Quelle und bringen eine charakteristische Würze in Spei- sen. Die Bio-Auswahl umfasst frische, eingelegte und getrocknete Pilze. Anbieter wie Pilzgarten, Pilze Wohlrab, Alber Food Work oder Belt’s Biowelt setzen dabei nicht nur auf die verbreiteten und beliebten Champignons, sondern auch auf andere Edel- und Wildpilze.

So führt Wohlrab Trockenpilze als Monoprodukte und als Waldpilz-Asiapilz-Mix, ergänzt durch fertige Pilz-Risotti. Alber Food Work ist seinerseits mit eingelegten Champignons, aber auch Pfifferlingen, Shiitake und einer Asia-Mischung mit Mu-Errh-im Glas vertreten.

Länderspezialitäten: Italien, Griechenland und Asien besonders beliebt
Mediterrane Antipasti, Öle und Co. liegen bei deutschen Verbrauchern mittlerweile ganzjährig hoch im Kurs. Das Bio-Angebot punktet hier zum einen mit einer äußerst vielgestaltigen aromatischen Auswahl und sicherer, nachvollziehbarer Herkunft, zum anderen mit feinen authentischen Spezialitäten.

Ganz oben auf der Hitliste stehen Bio-Olivenöle nativ extra. Nicht selten handelt es sich um sortenreine Öle, die durch rasche Olivenverarbeitung und qualitätserhaltende Kaltpressung mit ausdrucksstarkem Duft und Geschmack punkten. C.U.F.R.O.L. aus Umbrien verarbeitet für sein kräftiges Terre Francescane zum Beispiel überwiegend die kleinen Moraiolo Oliven, Mani aus dem griechischen Peleponnes die landestypischen Koroneiki.

Trotz vieler Gemeinsamkeiten hätte jedes ihrer Bio-Öle seinen eigenen Charakter“, betont Mani-Chef Felix Bläuel. Das gelte ebenso für das Selection mit den besten Ölen von kleineren, bäuerlichen Betrieben wie für jene mit geschützter Herkunftsbezeichnung. Eigenes Olivenöl verfeinert auch die Oliven- und Tomatenpasten sowie Kapern.

Nach eigenen Angaben erfreuten sich die griechischen Vorspeisen, die Mezes, wachsender Beliebtheit. Dabei bilde der Naturkostfachhandel in Deutschland für Mani den wichtigsten Absatzmarkt. Gefragt seien die griechischen Spezialitäten zudem von Feinkost-Fachgeschäften und Gastronomie/ Hotellerie, die auch mit Großgebinden beliefert werden.

Hinsichtlich der Marktaussichten für Bio-Gourmetprodukte meint Bläuel: „Gerade Spezialitäten werden von den Konsumenten stark auf Qualität geprüft. Viele sind auf der Suche nach außergewöhnlicher, exquisiter Feinkost. In diesem Bereich sind Bio-Premiumprodukte sehr beliebt und zukunftsfähig.“

Toskanische Antipasti aus vielerlei Gemüse und Kräutern bilden den Sortimentsschwerpunkt von La Selva. Regelmäßig wecken Neuheiten das Interesse der Kunden, so die für 2018 angekündigten gegrillten Artischocken und die Mischung aus semisecchi Tomaten, Kapern und Oliven. Für den Bio-Feinkost-Hersteller ein Weg, um zugleich landestypische Rezepturen auf dem internationalen Markt populär zu machen.

Wie die meisten Anbieter, sieht La Selva zur Verkaufsförderung ansonsten vor allem unternehmenseigene Verkostungen als geeignet an: Man könne viel über Geschmack diskutieren, wirklich überzeugen tue das Erlebnis. Dazu passt die Möglichkeit, bei Hofführungen oder im Rahmen von Urlauben Einblicke hinter die Kulissen des Hofguts zu gewinnen. Es geht dabei auch um die zunehmende Entkopplung von Lebensmitteln aus ihrer natürlichen Umgebung. Laut Inhaber Karl Egger vertritt La Selva die Ansicht, dass sich qualitativ hochwertige Lebensmittel eben nicht unter einer Glasglocke erzeugen lassen.

Kurz erwähnt seien als passendes Pendant noch Pasta beziehungsweise Nudeln, die auch als überzeugendes Bio-Einstiegsprodukt in der Profiküche und bei Großverbrauchern gelten. Gourmet-Charakter haben vor allem Frischteigwaren, wie sie unter anderem Pasta Nuova führt. Original Hartweizenweizen-Pasta haben aber gleichfalls Potenzial.

Exemplarisch für die umfassende Bio-Auswahl sei Dalla Costa Alimentare erwähnt, die die alte Sorte Senatore Cappelli, den populären Khorasan Kamut® und mehr zu Trockennudeln verarbeiten. Verbraucher, die heimische Bio-Nudeln bevorzugen, werden gleichfalls problemlos fündig.  Alb-Gold, Byodo, Rapunzel, Jeremias… die  Liste ist lang. Byodo und Jeremias gehörten dabei zu Anbietern, die sowohl den LEH, inklusive von Unverpackt-Läden, als auch Großverbraucher bedienen.

Die Lust am Kochen mit guten Zutaten steigern

Die asiatische Küche hat gleichfalls viele Freunde, darunter immer mehr junge Genießer und solche, die auf Qualitätszutaten achten. Die Spannbreite an Bio-Produkten reicht von Reis bis zu Sojasoßen und Curry-Würzen. Viele Anbieter kombinieren den Trend mit dem Interesse an veganen und, oder hefe- oder glutenfreien Lebensmitteln.

Theodor Kattus, Traditionsunternehmen für Feinkostprodukte und internationale Delikatessen, führt in diesem Bereich die Marke Bamboo Garden mit Sambal Olek, Somennudeln und anderem.  Saisonale Promotions wie demnächst eine Neujahrsfest-Aktion mit Buddha-Bowls, sollen den Absatz im klassischen Lebensmitteleinzelhandel weiter fördern.

Nennen kann man auch die Produkte für Wok-Gerichte à la Curry-Pasten oder Thai Saté Sauce, die Rila Feinkost Importe mit der neuen Bio-Marke Lien Ying Organic anbietet. In Kürze soll zudem ein Sesam-Salz (Gomasio) mit Alge auf den Markt kommen. Verschiedene Reissorten und Kochzutaten von Kokosmilch bis zu Ingwer-Paste umfasst die Range von Sawadi Kaô aus Frankreich, die als drittes Beispiel genannt seien und in Deutschland von Eco-Plus vertrieben werden.

Nicht nur Sterne-Köche wissen, dass Zutaten in billiger Qualität den Genuss eines Gerichtes enorm verringern. Hochwertige Bio-Fonds und Saucen stellen insofern eine zukunftsreiche Warengruppe dar. Als Anbieter sind unter anderem wiederum Kattus und Rila vertreten. Letztere führen zum Angießen und Basis für Saucen oder Ragouts verschiedene Fonds der Marke Jürgen Langbein, beispielsweise Fisch-Fonds aus Karkassen vom Bio-Lachs.

Bei Kattus gibt es dagegen drei Fonds unter der Marke Escoffier, in diesem Fall im 200 Milliliter-Glas für kleine Haushalte. Dazu kommen conveniente Suppen und Brühen im Glas, die den ,Taste of Today‘ wiederspiegeln sollen. Neu in der Branche ist dagegen die Manufaktur Feinschnabel mit handgemachten Bio-Würzen. Diese sollen nicht nur Regionalität verkörpern, sondern auch traditionelle Rezepturen in die Moderne übersetzen. Das Resultat sind Varianten für die asiatische, nordische und mediterrane Küche.

Zum Marinieren und zu Salaten, Suppen oder Saucen schließlich, bieten sich die diversen Delikatessen-Essige in Bio-Qualität an. Vielleicht von der Fruchtsaftkelterei Beutelsbacher in Form von Weißweinessig Chardonnay und weißer Balsam-Traubenessig mit demeter-Siegel? Oder aber von Tropicai, die ihre Kokosnussdelikatessen mit raffinierten Kokosblüten-Vinaigrettes aus natürlich fermentiertem Kokosblütensaft ergänzen?

Bio-Feinkost zum Brot

Eine besondere Qualität wird nicht zuletzt bei unerhitzten Lebensmitteln schmeckbar, etwa bei gekühlten Feinkostsalaten und Brotaufstrichen wie sie unter anderem Popp-Feinkost herstellt. Wer sich etwas Besonderes gönnen möchte, findet bei dem Hersteller auch Bio-Shrimps in Cocktail- oder Knoblauchsauce – mit stattlichen 40 Prozent White Tiger Garnelen. Neu im Sortiment sind kühlfrische Brotaufstriche mit Biss auf Gemüsebasis mit Quinoa oder Grünkern, momentan exklusiv für den Naturkosthandel.

Die süße Alternative stellen biologische Schokoladen- und Nussaufstriche dar. Brinkers zählt in dieser Warengruppe zu den ,Großen‘. Zur umfassenden Auswahl der Niederländer gehört eine palmölfreie Premiumreihe, die ,Chocolate Rhapsody‘, darunter etwa eine Sorte mit Zartbitter & Kokos oder eine mit 25 Prozent Macadamia. Brinkers wolle damit dem Anspruch an Qualität, Nachhaltigkeit plus Innovation entgegenkommen, erläutert Marketing-Manager Domenique Scheuten-van Haagen.

Gourmet-Süßwaren als feiner Luxus für zwischendurch

Bio-Süßwaren für Genießer sollen die Stichproben-Auswahl abrunden, und dies auch nur anhand einer ganz kleinen Auswahl.
Während die Pâtisserie des Flandres als französische Marktführer für knusprige Waffeln und Kräcker wiederum für die Verbindung des Gourmet-Charakters mit einer bestimmten ländertypischen Herkunft stehen kann, widmen sich andere Hersteller und Handelsunternehmen exklusiven Schokoladenerzeugnissen in Form von Tafeln, Pralinen und Keksen (nicht von ungefähr gibt es in Städten spezielle Chocolaterie-Geschäfte).

So zählen bei Market Grounds neben ausgewählten Lebensmitteleinzelhandelsgeschäften unter anderem Feinkost-Läden und Coffee Shops zu den Partnern für ihre Bio-Schokoladen und -Nussriegel. Die Produkte sind also nicht überall zu finden, was viele als ein weiteres Merkmal von Gourmet-Produkten sehen. Für die angebotenen Original Beans-Schokoladen im Sortiment bilden besondere Kakaoqualitäten und exotische Zutaten die Basis. Indem für jede Tafel ein neuer Baum gepflanzt wird, tun die Verbraucher mit dem Kauf zusätzlich etwas Gutes.

Dazu passen die Bio-Schokoladen von Unternehmen wie Oialla aus Dänemark, die durch die Verarbeitung von Wildkakaoarten zu deren Erhalt beitragen wollen. Schließlich sei von den vielen im Süßwarenbereich aktiven Bio-Unternehmen noch My Raw Joy genannt, aus deren Manufaktur Trüffel, Schokoladen, Cookies, Riegel und Aufstriche in veganer und Rohkost-Qualität kommen.

Ihnen sei es wichtig, dass bei der Produktion alle Nährstoffe möglichst erhalten und zugleich beim Geschmack beste Resultate erzielt werden, heißt es bei dem tschechischen Hersteller. Und weiter: Im derzeitigen Markt sei die Tendenz an Marken orientiert, die eine persönliche Story sowie Gesundheits- und ökologisches Bewusstsein verkörpern. Unser Fazit: Der Genussfaktor kommt dabei keinesfalls zu kurz.

Bettina Pabel

 


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