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Ökologische Landwirtschaft schlägt konventionelle

Das US-amerikanische Rodale Institute erforscht Nutzen von Öko-Anbau

Ökologische Landwirtschaft schlägt konventionelle © Mira Zaki

Seit seiner Gründung im Jahr 1947 erforscht das Rodale Institute im Bezirk Kutztown im US-amerikanischen Staat Pennsylvania den ökologischen Landbau. Bis heute wurden über 20 Forschungsprojekte auf den angrenzenden 333 Hektar durchgeführt. Das längste Projekt ist ein Vergleich zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft.

Umgeben von Wiesen und Farmland befindet sich das Rodale Institute. Es besteht aus einem Haupthaus mit einigen Nebengebäuden. Kommunikationsleiterin Diana Martin informiert regelmäßig Besuchergruppen über die Geschichte und Arbeit des Instituts. Eines der spannendsten und aufschlussreichsten Studien ist der sogenannte ‚Farming Systems Trial‘ (FST).

„Das Projekt, in dem konventionelle und ökologische Landwirtschaft Seite an Seite miteinander verglichen wurden, begann 1981 gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten“, sagt Martin. Im Fokus stehen bis heute der Anbau von Mais und Soja, da sie die meist angebauten Rohstoffe in der Region und dem mittleren Westen der USA sind. 2007 lag ihr Anteil bei 49 Prozent der gesamten US-amerikanischen landwirtschaftlich genutzten Fläche.

In den mehr als 30 Jahren wurden drei Anbausysteme miteinander verglichen: Öko-Anbau mit organischem Dünger, Öko-Anbau mit Leguminosen-Düngung und konventioneller Anbau mit synthetischem Dünger.

Seit 2008 wurde jedes Anbausystem noch einmal unterteilt, um die traditionelle Bodenbearbeitung mit der Direktsaat – eine Ackerbaumethode ohne Bodenbearbeitung vor der Saat – zu vergleichen. Im konventionellen Anbau- system wurden noch genetisch modifiziertes Mais und Getreide eingeführt, da sie von der Mehrheit der konventionellen Anbauer eingesetzt werden.

Der wahre Gewinner: Die Öko-Landwirtschaft

In den ersten drei Jahren der Umstellung sei die ökologische Landwirtschaft nicht so ertragreich gewesen wie die industrielle. Danach habe sie jedoch dieselben oder mehr Erträge eingebracht, sagt Martin. So könnten Bio-Landwirte in Trockenzeiten bis zu 31 Prozent mehr Mais ernten als konventionelle. Zudem verbrauche Bio-Anbau durch die bessere Bodenqualität 45 Prozent weniger Energie je Hektar und produziere 40 Prozent weniger Treibhausgase. Auch seien die Öko-Flächen robuster gegen Unkraut. Das spreche für die Produktivität von gesundem Boden. Der wahre Gewinner sei daher die Öko-Landwirtschaft.

Sina Hindersmann


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