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AöL fordert „wahre Kosten“

Hersteller im Dialog mit Politik und Philosophie

Den Dialog zu suchen ist wesentliches Element der AöL-Arbeit (Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller). Die Öko-Hersteller hatten Ministerialdirektor Clemens Neumann aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Philosoph Prof. Dr. Gernot Böhme nach Fulda eingeladen. So unterschiedlich die Themen der Gäste waren, so intensiv und wichtig gestaltete sich die Debatte.

„Die Stärke unserer Arbeitsgemeinschaft AöL ist diese offene, zukunftsgewandte und lösungsorientierte Debattenkultur“, so der geschäftsführende Vorstand Dr. Alexander Beck. Dazu gehöre auch, auf verschiedenen thematischen Ebenen zu diskutieren.

Neumann sprach unter anderem über die Revision der EU-Öko-Verordnung, über Biodiversität und die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau, die gemeinsam mit der Öko-Branche entwickelt wurde. Die Öko-Hersteller richteten einen dringenden Appell an das Ministerium, die „wahren Kosten“ ins nächste politische Programm einzubringen. „Unsere Produkte sind nicht zu teuer, sondern andere Produkte sind zu billig“, so AöL-Vorstand Josef Eder (Bio-Hofbäckerei Mauracher). Die Einpreisung der externalisierten Kosten sei für die Öko-Hersteller extrem wichtig. Erst so können die Preise eine vernünftige Steuerungsfunktion übernehmen.

Die Ethik des Essens geht verloren

Physiker und Philosoph Böhme, der durch Werke, wie „Leibsein als Aufgabe“ oder die „Ethik leiblicher Existenz“ enorme Bekanntheit in der Wissenschaft erlangte, sprach über das Lebensmittel zwischen industrieller Herstellung und Essen als Lebensvollzug. Essen solle als ein Vollzug mit der Natur verstanden werden, da wir selbst Natur und auch mit der Natur seien. Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft habe man sich von der Kreislaufwirtschaft abgekehrt und der Boden wurde zum reinen Produktionsmittel. „Dadurch geht die Ethik des Essens verloren“, so Böhme. Die Folgen wären stetige Kontrolle und die Abkehr der rationalen Güterabwägung, so wie wir sie in der Lebensmittelwirtschaft erleben.

Die AöL hatte Böhme eingeladen, da er die entwickelte Verbandsposition zu ‚Qualität und Sicherheit‘ mit seinen Thesen untermauert.


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