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Milchhandwerk

Berufsabschluss für Hofkäsereien

Neue milchwirtschaftliche Fortbildung mit ersten Absolventen

14 Absolventen schafften den bundesweit ersten Abschluss „Fachagrarwirt/in Handwerkliche Milchverarbeitung“ an der Fachschule für Milch- und Molkereiwirtschaft Wangen. Im Rahmen der Fachtagung Handwerkliche Milchverarbeitung überreichte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL aus dem baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Urkunden an die glücklichen Absolventen.


In ihrer feierlichen Ansprache betonte Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch den neuen Charakter der Fortbildung. Berufsbegleitend über insgesamt 24 Monate haben die Absolventinnen und Absolventen in zwölf Präsenzwochen Großes geleistet: Einen qualifizierenden Berufsabschluss, der die Absolventen für eine erfolgreiche Tätigkeit in Hofkäsereien befähigt. “Damit würde”, so die Staatssekretärin, “durch das „Landwirtschaftlichem Zentrum Baden-Württemberg – Milchwirtschaft Wangen (LAZBW) ein wichtiger Beitrag zur Qualifizierung des Personals in Hofkäsereien und handwerklichen Käsereien zum Wohle der Verbraucherinnen und Verbraucher erreicht. Gleichzeitig werde mit der deutschlandweit einmaligen Fortbildung eine Möglichkeit für landwirtschaftliche Betriebe eröffnet, mehr Wertschöpfung in die Unternehmen zurück zu holen.“

Wie schwierig es ist, gut ausgebildetes Fachpersonal zu finden, betonte Martin Buhl, Gründer der Käserei Monte Ziego aus Teningen in seinem Festvortrag. Die wenigen Ausgebildeten sprich Erfahrenen sind fast alle in Projekte oder auf Höfen eingebunden, so dass am freien Markt kaum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden sind – und das bei steigender Zahl an handwerklichen Käsereien. „Käsereien wie wir”, so Martin Buhl, begrüßen es daher ausdrücklich, wenn in Wangen der Fachagrarwirt „Handwerkliche Milchverarbeitung“ langfristig in das Gesamtkonzept des LAZBW eingebunden werden kann und so handwerkliche Fähigkeiten erhalten bleiben und neben der industriellen Tätigkeit wieder unterrichtet werden.“Seit 1995 bietet der Verband für handwerkliche Milchverarbeitung e.V. (VHM) den Vorläufer des jetzt staatlich anerkannten Lehrgangs mit jährlich 16 Teilnehmern an. Seit 2008 liegen die Anmeldezahlen konstant zwischen 40-80 Anmeldungen. Somit können nicht einmal alle Interessenten für die Weiterbildung berücksichtigt werden. Als in Kooperation mit dem LAZBW in diesem Jahr die Umstellung auf den staatlich anerkannten „Fachagrarwirt/in Handwerkliche Milchverarbeitung“ gelang, stiegen die Anmeldezahlen auf eine Rekordhoch von 89.

„Diese Zahlen verdeutlichen, wie groß der Wunsch in der Branche nach beruflicher Fortbildung im Milchhandwerk ist“, so Marc Albrecht-Seidel, Geschäftsführer des VHM. „Von der Idee bis zu den ersten Absolventen hat es nicht einmal 2 Jahre gebraucht”, freute sich Marc Albrecht-Seidel. „Dies zeige die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Behörde, Schule und Branchenvertretern. Im positiven Sinne wurde hier Bildungspolitik praxisnah, rasch, unter Einbindung aller Beteiligten und zum Wohle der handwerklichen Milchverarbeiter umgesetzt. An diesem Erfolgsmodell wollen wir weiterarbeiten, so dass noch viele Absolventen in den nächsten Jahren den Weg nach Wangen finden werden.“

Interessenten an der Fortbildung zur Fachagrarwirtin bzw. zum Fachagrarwirt „Handwerkliche Milchverarbeitung erhalten weitere Informationen unter: www.milchhandwerk.info/service/fortbildung

Eine Anmeldung für die im Oktober 2017 startende Fortbildung ist ab sofort in der VHM-Geschäftsstelle unter 08161 – 787 36 03 oder über info@milchhandwerk.info möglich.


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