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Das Schwäbisch-Hällische: Symbol bäuerlichen Widerstands

Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall bei „Wir haben es satt“-Kongress und Stadt-Land-Food-Festival in Berlin

Das Schwäbisch-Hällische: Symbol bäuerlichen Widerstands © BESH
Stadt-Land-Food-Festival in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg: BESH-Gründer Rudolf Bühler im Interview mit Wurstelier Hendrik Haase

Gutes Essen ist ein Fest – oder ein ganzes Festival: Am Erntedankwochenende fanden rund um die Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg zum zweiten Mal der Kongress „Wir haben es satt“ und das Stadt-Land-Food-Festival statt. Gute Lebensmittel, faire Produktionsbedingungen und die Leitfrage, wie viel Identität wir aus unseren Lebensmitteln ziehen, standen über die drei Tage im Mittelpunkt. Sonntagvormittag wurde in der Markthalle ein ökumenischer Erntedankgottesdienst abgehalten.

Tausende nutzten die Gelegenheit, mit anderen zu diskutieren, sich zu informieren und in den elf Werkstätten der Markthalle Neun Essen mit allen Sinnen zu erleben. Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die hier in der Berliner Markthalle mit ihrer  „Hällischen Botschaft “ vertreten ist, unterstützte mit ihrer Partnermetzgerei „Kumpel und Keule“ die gläserne Wurstwerkstatt. Hier wursteten Metzger aus ganz Deutschland und der Welt vor den Augen des Publikums ausgefallene Bratwurst-Kreationen. Die frisch gemachten Würste gab es anschließend vor der Markthalle direkt vom Grill zu verkosten.

Der unter dem Label „The Sausage Man Never Sleeps“ arbeitende Simon aus Neuseeland etwa wurstete mit Fleisch und Speck der „Mohrenköpfle“ eine Chili-Cheddar-Bratwurst. Die Liveshows in der gläsernen Manufaktur moderierte Food-Aktivist und Wurstelier Hendrik Haase. „Der wichtigste Bestandteil guter Wurst ist gutes Schweinefleisch“, betonte Haase und informierte über die Bedeutung alter Schweinerassen wie der Schwäbisch-Hällischen.

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Stadt-Land-Food-Festival in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg: Renate Künast (Grüne) im Gespräch mit BESH-Gründer Rudolf Bühler und Wurstelier Hendrik Haase.

Die Agrarwende, so der Tenor, kann nur mit zukunftsfähiger Landwirtschaft und handwerklicher Lebensmittelproduktion gelingen. So drehte sich auch der Impulsvortrag von Rudolf Bühler beim „Wir haben es satt“-Kongress um die Schwäbisch-Hällischen. Als „Symbol bäuerlichen Widerstands“ bezeichnete Bühler die Rettung der alten Landrasse, der „autochtonen Rasse meiner Heimat Hohenlohe“.

Weltweit würden Bauern von Konzernen ihrer Schätze, ihrer Tiere und ihrer Pflanzen beraubt. „Wir fordern eine internationale Charta für die Rechte von Kleinbauern“, sagte der Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, „das sind die wirklichen Zukunftsfragen.“ Die Entwicklung einer solchen Charta ist Ziel eines internationalen Kongresses, der von 7. bis 10. März auf Schloss Kirchberg/Jagst (Kreis Schwäbisch Hall) stattfinden wird.


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