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Mestemacher

Soziale Marke Mestemacher

Nachhaltiges Bio-Engagement der Gütersloher Vollkornbäckerei

Backwaren-Hersteller Mestemacher aus Gütersloh in Westfalen wird nach außen über soziales Marketing wahr- genommen. Für Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt sich das Familienunternehmen ein.mFür das soziale Marketing und gesellschaftliche Engagement steht Gesellschafterin und Geschäftsführungsmitglied Ulrike Detmers, Wirtschaftsprofessorin an der FH-Bielefeld.

Die Großbäckerei mit einer Tradition bis zurück ins 19. Jahrhundert stieg früh in die Herstellung von Biobroten ein. Schon 1985, als sie das Unternehmen von der Gründerfamilie übernahmen, begannen die geschäftsführenden Gesellschafter Albert und Fritz Detmers, langhaltbares Bio-Vollkornbrot zu produzieren. Mestemacher kauft Getreide ein, mahlt es in der eigenen Mühle, backt und verpackt das Vollkorn-Roggenbrot, das durch Pasteurisieren haltbar gemacht wird.

Bio-Roggen ist der wichtigste Rohstoff und soll möglichst nah „um den Kirchturm herum“ beschafft werden. „Regionalität spielt eine wichtige Rolle“, bemerkt Ulrike Detmers. Wunsch und Wirklichkeit entfernen sich aber voneinander. „Wir spüren die Flächenkonkurrenz. Wo früher Getreide stand, wachsen heute oftmals Raps und Mais. Das ist die Frage Tank versus Teller“, sagt Ulrike Detmers.

Hier muss die Politik die Weichen anders stellen. Nordrhein-Westfalen hat mit Johannes Remmel wie vier andere Bundesländer einen grünen Agrarminister. „Er spricht unsere Sprache“, gibt sich Detmers optimistisch. Die Länder können es nicht allein regeln. In Brüssel müssten die Subventionen an Großbetriebe stärker zu kleineren Betrieben umgeleitet werden. Die Agrar-Industriellen haben allein durch ihre Größe schon einen Wettbewerbsvorteil, der durch Subventionen noch verstärkt wird, meint die Wirtschaftswissenschaftlerin und Unternehmerin Ulrike Detmers. Das konzentrierte Fördern von Bio-Bäuerinnen und -Bauern wäre ökologisch sinnvoll.

Regional und global handeln

Bei Rohstoffen wie Sonnenblumenkernen und Leinsamen funktioniert regional nicht mehr. Da muss global gehandelt werden. „Den Einkauf in Schwellenländern sehen wir auch als Hilfe zur wirtschaftlichen Entwicklung“, sagt die Unternehmerin Ulrike Detmers.

Mestemacher exportiert 24 Prozent der Produktion. Roggen-Vollkorn ist eine deutsche Brot-Tradition. Der Außenhandel transportiert in diesem Fall deutsche Ess-Kultur. „Das Äquivalenz-Abkommen (wechselseitige Anerkennung der Bio-Standards) mit den USA war für uns ein Segen. Der Export ist viel einfacher geworden, und die Umsätze sind gestiegen“, erklärt die Mestemacher-Managerin. Im Land von Weizen und Mais sind Roggen-Brote aus Deutschland eine Spezialität.

Zehn Bio-Artikel entstehen in der Bäckerei in Gütersloh. Die meisten Brote wiegen 500 Gramm und sind in sieben Scheiben geschnitten. Grundzutaten sind immer Roggenvollkornmehl, -schrot, Wasser, Salz und Hefe. Diese Rezeptur wird durch weitere Zutaten abgewandelt. Zum Sortiment zählen ein Vollwert-Brot nach Dr. Schnitzer und  Roggen Vollkornbrot. Das Dinkel + Grünkern enthält neben Roggen noch acht Prozent Dinkel und zwei Prozent Grünkern. Das Dreikorn wird durch jeweils drei Prozent Hafer- und Gerstenflocken sowie Leinsamen ergänzt. Die Sorten Sonnenblumen, Leinsamen, Mehrkorn, Haferbrot und Hafer + Goldleinsaat Toastbrötchen sind weitere Bio-Produkte.

Das Bio Haferbrot wiegt 250 Gramm in fünf Scheiben. Hafer wird in Form von Grütze, Flocken und Kleie in dem Brot verarbeitet. Die Beta-Glucane des Hafers tragen zu einem normalen Cholesterinspiegel bei. Der Bio-Brotkorb ist mit drei Sorten bestückt und bringt Abwechslung auf den Tisch. Die Brote sind sechs Monate haltbar und sind damit ideal zur Bevorratung.

Preisschwelle bei zwei Euro

Die Preise liegen deutlich unter zwei Euro. „Bei zwei Euro ist die Preisschwelle für uns. Sonst produzieren wir Ladenhüter“, sagt die Managerin. Das wertvolle Brot soll nicht zu Futter oder Bio-Gas werden. Mestemacher setzt seine Bio-Brote in erster Linie im LEH und bei Großverbrauchern ab. Der Naturkostfachhandel ist für den Hersteller ebenfalls ein wachsender Absatzweg.

Die Westfalen stehen gut da auf dem Markt, wie bei der Jahrespressekonferenz Ende Januar deutlich wurde. 145 Millionen Umsatz erwirtschaftete die Gruppe 2014. Der Bio-Anteil beträgt beachtliche 20 Prozent. 7,5 Prozent Wachstum verzeichneten die Westfalen 2014. Bio und konventionell wachsen proportional.

„Bio wird auch weiterhin auf eine weltweit wachsende Nachfrage stoßen. Deshalb fordert Mestemacher von der Politik mehr Anreize für die ökologische Produktionsweise und mehr Gelder in die Förderung der Bio-Landbau-Forschung zu stecken“, teilte das Unternehmen auf der Jahres-Pressekonferenz mit.

Nachhaltige Unternehmensführung

Mestemacher wird nachhaltig geführt. Ein Bio-Sortiment und soziale Projekte sind Pfeiler dieser Strategie. Die Gütersloher vergeben seit 2002 den Preis Managerin des Jahres und würdigen damit die berufliche Leistung von Spitzenfrauen. Seit 2006 wird der Preis Spitzenvater des Jahres verliehen. Er geht an Männer, die sich durch Elternzeit oder Teilzeit neben der Karriere der Kindererziehung und Familie widmen.

Der im Jahre 2013 geplante Bau eines Blockheizkraftwerkes bei Mestemacher in Gütersloh wurde erfolgreich abgeschlossen. Durch die Umstellung der kompletten Energieversorgung am Standort in Gütersloh auf ein hocheffizientes Gasmotorenblockheizkraftwerk wurden der Umwelt ca. 1.700 Tonnen CO2 pro Jahr erspart.

Zudem unterstützt die Großbäckerei die Welthungerhilfe. Von 200.000 Biobroten gehen je fünf Cent an die Aktion Gemeinsam gegen Hunger. Auf der Biofach nahm Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, bereits im dritten Jahr einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro entgegen.

Ulrike Detmers ist die Initiatorin des sozialen Marketings und vertritt das Unternehmen nach außen. Sie ist das Gesicht Mestemachers in den Medien. Ein Teil des hohen einstelligen Wachstums der vergangenen Jahre ist dieser Art des Marketings zu verdanken. Bringt sie doch hohe Präsenz in den Publikumsmedien. Verbunden ist das mit einem Konzept, das Vollkorn mit modernem genussvollen und gesunden Lebensstil verbindet.

Anton Großkinsky

 


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