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Wer holt Bio aus der Nische?

Selbst gesteckte Nachhaltigkeitsregeln bringen den Bio-Anbau ins Stocken

Die Produktion des Rohstoffes Kakao für Schokolade, Brotaufstriche, Gebäck und Getränke kann mit der gestiegenen Nachfrage kaum noch Schritt halten. Wegen zu niedriger Abnahmepreise haben konventionell produzierende Bauern nur wenig in ihre Plantagen investiert oder auf andere Früchte umgestellt.

Wer den Kakao-Anbau nicht aufgeben kann, versucht mit Kindern als Erntehelfer über die Runden zu kommen. Ein Imageschaden für die Verarbeiter, die jetzt für Nachhaltigkeit sorgen wollen. Im Blickfeld stehen Ertragssteigerungen auf bestehender Fläche, um die Einkommen der Bauern zu verbessern und das Angebot zu vergrößern. Eine Hinwendung zu Bio und Fair Trade ist nicht in Sicht. Bereits jetzt bestehen dort Überkapazitäten wegen fehlender Nachfrage.

Der Schokoladenhersteller Ritter sorgte vor einigen Monaten für Aufsehen, als er Zweifel an einer erfolgreichen Entwicklung seiner Bio-Range aufkommen ließ. Die nur 65 Gramm schweren Tafeln Bio-Schokolade, die in konventionellen Vertriebsstätten angeboten werden, hatten offenbar nicht die gewünschten Drehzahlen erreicht. Anders ist nicht zu erklären, warum Bauern in Nicaragua keinen Bio-Kakao mehr produzieren sollten.

Dass Bio-Kakao zurzeit schwer absetzbar ist und deshalb konventionell verwertet werden muss, hat auch Friedel Huetz-Adams festgestellt. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Vereins Südwind, der sich für eine gerechtere Weltwirtschaft einsetzt.

Nach einem Boom vor einigen Jahren gebe es nun ein Überangebot. Damals hätten die Bio-Kakaobauern so gut verdient, dass einige konventionell wirtschaftende Kollegen ebenfalls umstellten, um lukrative Aufschläge auf den Weltmarktpreis zu kassieren.

Ertragssteigerungen als Königsweg

Dass Bio, aber auch Fair Trade, bei Kakao-Produkten wohl noch länger wenig gefragt sein werden, liegt in erster Linie daran, dass große Verarbeiter wie Mars (USA), Nestlé (Schweiz)und Ferrero (Italien) aber auch Ritter vorrangig andere Wege gehen. Sie folgen den Organisationen UTZ Certified und Rainforest Alliance.

Diese Zertifizierer haben für die nachhaltige Entwicklung des Kakaomarktes einen anderen Ansatz und setzen auf Steigerung der Erträge auf vorhandener Fläche. Bis 2020 wollen sie ihr Angebot jeweils verdoppeln. Neue Flächen für die empfindliche Kakaopflanze, die nur in Gebieten um den Äquator herum wächst, stehen laut Huetz-Adams kaum noch zur Verfügung.

Die durchschnittlich erwirtschafteten 400 bis 500 Kilogramm Kakao pro Hektar können Experten zufolge durch Professionalisierung der Bauern noch auf bis zu einer Tonne und darüber angehoben werden.

Ein doppelter Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden muss damit nicht zwangsläufig einhergehen, denn bei Baumpflege und -beschnitt, Zwischenpflanzungen sowie fachgerechter Fermentierung und Lagerung der Früchte bzw. Bohnen gibt es nach einhelliger Meinung noch viel Nachholbedarf.

Auch beim Bio-Kakaoanbau ist noch Luft: Friedel Huetz-Adams berichtet von einem Bio-Betrieb in Nigeria, wo es gelungen sei, den Ernteertrag von 500 auf 730 Kilogramm pro Hektar zu steigern. Aber das scheint derzeit wenig Sinn zu machen.

Bio und Fair Trade unter Druck

Für Bio-Kakao und -Kaffee erhalten die Bauern zwar einen höheren Preis als bei der Produktion für UTZ- und Rainforest Alliance-Siegel. Ertragssteigernde Maßnahmen sind jedoch nicht vorrangiger Gegenstand der Zertifizierung.

Das gilt auch für Fair Trade. Der Transfair-Verein gewährt seinen Bauern einen Mindestabnahmepreis, der aber nicht relevant ist, wenn er unter dem Weltmarktpreis liegt: Zurzeit beträgt der Transfair-Mindestpreis 2.000 US Dollar pro Tonne (für Bio 2.300 Euro), der Weltmarktpreis liegt bei 2.700 US Dollar.

Auf die Mindest- oder Weltmarktpreise zahlt Transfair in jedem Fall eine Prämie von 200 Euro pro Tonne für Gemeinschaftsaufgaben. Doch was sonlukrativ aussieht, ist nicht von durchschlagendem Erfolg.

Wie Transfair mitteilt, lag der Absatz von Fairtrade-zertifizierter Schokolade im Jahr 2012 in Deutschland bei knapp 800 Tonnen. Insgesamt verzehrt wurden hierzulande aber etwa 800.000 Tonnen Schokolade (10 kg/Person). Der Marktanteil liegt damit im Promille-Bereich.

Insgesamt lag der Absatz von Fairtrade-Lebensmitteln in Deutschland 2012 bei 47.000 Tonnen, darunter waren auch rund 300 Tonnen Kakao/ Trink­schokolade.

Denn wer als konventioneller Erzeuger mit Hilfe von UTZ und Rainforest Alliance seine Produktion um 25 Prozent steigert, kann von der Einkommensseite her besser dastehen als ein Kollege, der Bio- und Fairtrade-zertifiziert ist.

Die Absatzprobleme bei Bio und Fairtrade verschärfen die Situation. Bereits jetzt können Fairtrade-zertifizierte Kooperativen wegen geringer Nachfrage oft nur unter 30 Prozent ihrer Ernte zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen, der Rest geht in den konventionellen Markt. Weil sich die großen Verarbeiter für UTZ und Rainforest Alliance entschieden haben, dürfte sich daran zunächst wenig ändern.

 „Unser Dachverband Fairtrade International arbeitet derzeit an neuen Programmen für Kakao-, Zucker- und Baumwoll-Bauern, um ihnen neue Marktzugänge bzw. Absatzmöglichkeiten zu öffnen. Wie die Programme konkret aussehen werden, können wir voraussichtlich Anfang 2014 bekannt geben“, heißt es bei Transfair.

Wie die Zahlen in Tabelle 2 zeigen, sind UTZ und Rainforest Alliance erfolgreich mit ihrem Nachhaltigkeitskonzept unterwegs und steigern die Zahl der Zertifizierungen innerhalb von drei Jahren um das drei- bis hundertfache.

Auch die Verkaufszahlen für zertifizierte Lebensmittel steigen ansehnlich. Wenn es UTZ und Rainforest Alliance weiter gelingt, die Kakao-Bauern zu gewinnen und die Erntemenge durch Professionalisierung zu erhöhen, besteht allerdings die Gefahr des Preisverfalls durch ein Überangebot.

Denn ob der weltweit steigende Hunger auf Kakao-Produkte mit einer exponentialen Produktionsausweitung Schritt halten kann, ist ungewiss. Ein Mindestabnahmepreis, den Transfair bietet, ist für diesen Fall eine Sicherheit für die Bauern.

Inflationsbereinigt ist der Kakao-Preis laut International Cocoa Organization (ICCO) seit Anfang der 80er Jahre bereits von rund 5.000 auf 2.700 bis 2.800 US-Dollar im November 2013 gefallen und hat anfangs gut verdienende Bauern dazu gebracht, die Kinderarbeit innerhalb der Familie zu intensivieren, um Lohnkosten zu sparen.

Es gibt auch Berichte über Kinderhandel in den Anbaugebieten Westafrikas, durch den zusätzliche kostengünstige Arbeitskräfte rekrutiert werden.

Um die Jahrtausendwende hatte der Kakao-Preis sogar nur bei etwas über 900 US-Dollar gelegen. Kakao eignet sich als Spekulationsobjekt, weil er lange gelagert werden kann. Der Verein Inkota-Netzwerk spricht von bis zu zehn Jahren, in denen in den Umschlaghäfen Rotterdam, Amsterdam und Hamburg Ware zurückgehalten wird, um sie erst bei hohen Marktpreisen zum Verkauf anzubieten.

Dabei handelt es sich aber offenbar auch um bestimmte Qualitäten, die gelagert werden, bis es dafür Kunden gibt. Die wichtigsten Händler, die über die Hälfte des Marktes kontrollieren, sind Cargill (USA), Barry Callebaut (Schweiz), ADM (USA), Petra Foods (Singapore) und Blommer (USA).

Nur ein halbes Prozent ist Bio-Kakao

Nach Berechnungen der Organisation Südwind belaufen sich die Kosten für Kakao heute nur auf rund acht Prozent des Ladenpreises einer durchschnittlichen Tafel Vollmilch-Schokolade.

Demnach ließe sich die prekäre Einkommenssituation vieler Bauern praktisch über Nacht verbessern: Bei einer Tafel mit einer Preisstellung von 89 Cent würde eine Preiserhöhung um zehn Cent bereits eine Einkommensverdoppelung bedeuten, wenn sieben Cent davon direkt an die Bauern gingen.

Doch damit ist nicht zu rechnen: „Eine nur rein simple Umverteilung innerhalb der Wertschöpfungskette würde an den Gesetzmäßigkeiten einer Marktwirtschaft Schiffbruch erleiden“, heißt es im Geschäftsbericht des deutschen Vereins der am Kakaohandel beteiligten Firmen.

Bislang sind laut Geschäftsbericht des Vereins lediglich acht Prozent (330.000 Tonnen) der Kakao-Welternte in Höhe von rund vier Millionen Tonnen in irgendeiner Weise zertifiziert. Dieser Anteil entspricht in etwa der gesamten Kakao-Menge, die in Deutschland verarbeitet wird. Der Bio-Anteil an der weltweiten Ernte bewegt sich bei etwa 0,5 Prozent.

Der Fall Ritter Sport zeigt, dass Bio-Schokoladenprodukte nicht automatisch Renner werden müssen. Vermutlich wirkt sich hier besonders ungünstig aus, dass die kleinere Bio-Schokolade zwar genauso quadratisch und bunt verpackt ist wie ihr konventionell hergestelltes 100-Gramm-Vorbild, aber bei ebenfalls vergleichbarem Geschmackserlebnis einen zu hohen Preis hat:

Im November 2013 kosteten 65 Gramm Ritter Sport Bio bei Rewe 99 Cent, die 100-Gramm-Tafel aus konventioneller Produktion dagegen nur 89 Cent.

Ein Preis von 1,52 pro 100 Gramm für eine verwechselbare kleinere Schokoladentafel ist schwer vermittelbar, wenn nicht auch der eigentliche Zusatznutzen – die Förderung des ökologischen Land­baus und die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Kakao-Bauern – intensiv kommuniziert wird.

Der Firma Ritter ist immerhin zugute zu halten, dass sie mit ihrer Marke überhaupt ins Bio-Geschäft eingestiegen ist und damit mehr Verantwortung übernommen hat. Stollwerck hatte es mit Sarotti-Bio-Schokolade versucht, diese aber schon vor längerer Zeit wieder vom Markt genommen.

Bei den Riesen der Branche wie Nestlé, Mars und Ferrero tut sich dagegen so gut wie nichts. Mondelez (ehemals Kraft Foods mit Marken wie Milka, Toblerone und Kaba) hatte lediglich das Glück, bei der Übernahme von Cadbury gleich eine Bio-Schokolade (Green&Black’s) für sein Portfolio mitgeliefert zu bekommen.

Bei Fairtrade ist es nicht anders: „In Deutschland gibt es bisher keinen großen Markenartikler, der Fairtrade-Schokolade im Sortiment hat“.

Die höheren Preise für Bio-Schokolade lassen sich damit erklären, dass auch die Kosten für die weiteren Rohstoffe aus biologischer Landwirtschaft wie Milchpulver, Zucker, Nüsse und Mandeln höher sind als bei konventioneller Ware. Allein bei Bio-Rohrohrzucker liegt der Unterschied im Vergleich zu weißem Industriezucker bei etwa 70 Cent pro Kilo.

Hinzu kommt, dass für die verhältnismäßig kleinen Bio-Mengen ein häufiger Chargenwechsel auf den großen Produktionsmaschinen erforderlich ist. Zudem müssen zusätzliche Tanks vorgehalten und Rohrleitungen öfter gereinigt werden.

Bio-Schokolade muss nicht teuer sein

Die Bio-Marke Vivani – vertrieben von EcoFinia und hergestellt auf den Bändern des mittelständischen Schokoladenherstellers Weinrich – hat es dennoch geschafft, zu ei­nem Preis von 1,59 bis 1,99 Euro per 100 Gramm in den Regalen zu stehen. Und das bei der im Facheinzelhandel höheren Handelsspanne und einem etwa 25 Prozent hohen Aufschlag des Großhandels.

Wir sind günstiger als Lindt“, freut sich Geschäftsführer Andreas Meyer. Die Schweizer bieten ihre konventionellen Tafeln allerdings oft zum Probierpreis mit über 20 Prozent Nachlass an. Laut Meyer liegt die Schallgrenze für Schokolade bei 99 Cent bzw. 1,99 Euro. Mit Preisen darüber ließen sich in den jeweiligen Konsumentengruppen keine größeren Umsätze mehr generieren.

Der Marktführer im Bio-Fachhandel bezieht seinen Kakao hauptsächlich aus Ecuador und der Dominikanischen Republik. Die Karibik-Insel habe sehr fruchtbaren Boden und sei vergleichsweise begünstigt, was Schädlinge für Kakaopflanzen anbelangt.

„Es gibt Kleinbauern, die gehen praktisch nur zweimal im Jahr zur Ernte in den Wald, weil der ökologisch angebaute Kakao in seiner natürlichen Umgebung wächst“, berichtet der EcoFinia-Geschäftsführer. Wegen anderer Strukturen sei der Lebensstandard der Kakaobauern in Lateinamerika zumeist besser als in den meisten Teilen Afrikas.

Dort leben laut Cocoa Barometer 2012 die meisten Kakao anbauenden Kleinbauernfamilien weiterhin von Einkommen weit unterhalb der Armutsgrenze.

Weltweit gibt es etwa 5,5 Millionen Kakao-Bauern, meist kleine und Kleinstbetriebe, die für Einkommen von 14 Millionen Beschäftigten und deren Familien sorgen. In der Elfenbeinküste und Ghana werden mehr als 50 Prozent des Kakaos geerntet.

LEH noch im Bio-Schoko-Schlaf

Während der deutsche Naturkostfachhandel durch Bio-Schokoladen-Marken wie Vivani, Naturata und Rapunzel sowie entsprechendem Instant- und Trink-Kakao oder Brotaufstrich einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Kakao-Bauern leistet, setzt der konventionelle Handel fast ausschließlich Ware mit herkömmlichem, nicht zertifizierten Kakao um.

Bislang ist es auch im SEH nicht gelungen, Bio (und Fair Trade) aus der Nische zu verhelfen und damit mehr Verantwortungsbewusstsein zu zeigen. Mit Ritter Sport Bio und Sarotti Bio war es nicht zu schaffen, die für den LEH produzierte Eco Finia-Marke Björnsted ist noch nicht weit genug verbreitet und die Bio-Handelsmarken von Edeka und Rewe scheinen auch nicht dazu beitragen zu können.

Das Björnsted-Sortiment ist im Bereich 1,59 bis 1,99 Euro angesiedelt. „Mit dieser Marke sind wir sehr gut im dänischen LEH unterwegs. Schweden steigt auch gerade ein. In Deutschland ist Björn­sted momentan nur im ausgewählten SEH vertreten“, so Geschäftsführer Andreas Meyer.

Bittervarianten bei Gepa-Schokolade gefragt

Auch die Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt (Gepa), die mit ihren Kakao-Produkten im LEH gut vertreten ist, dominiert die Sortimente noch lange nicht. Immerhin wurden 2012 rund 600 Tonnen Bio-Kakao importiert. Die Preisspanne bei Schokolade reicht von 1,59 Euro für „Vollmilch Pur“ bis 2,49 Euro für Spezialitäten.

„Besonders gefragt sind Bittervarianten, hier können wir seit Jahren Wachstum verzeichnen“, sagt Gepa-Sprecherin Brigitte Frommeyer.

Andere Tafelschokoladen (bio und nicht-bio) seien tendenziell konstant im Absatz und Umsatz. Bei Riegeln sei ein Wachstum im zweistelligen Bereich festzustellen. Schokoladen aus konventionellem Kakao spielen bei Gepa mittlerweile eine untergeordnete Rolle, „denn wir verkaufen zu 90 Prozent Bio-Schokolade an den LEH“. Rund 200 Tonnen konventionellen Kakao hatte die Gepa 2012 noch importiert.

Bei Kakao-Getränken ist bei Gepa die „Feine Bio Trinkschokolade“ gefragt. Ebenfalls beliebt sei „Bio Cacao Amaribe“. Als Nicht-Bio-Produkt komme der „Cacao pur Afrika“ besonders gut an. Er eigne sich gut zum Backen. „Rückläufig ist unser Kakaogetränkepulver ‚Bio Cocoba Instant‘, neu auf dem Markt das Bio-Kakaogetränkepulver ‚Faires Pfund‘ als Einstiegsprodukt zum Kennenlernen“, berichtet Brigitte Frommeyer.

Maestrani will Bio- und Faitrade-Segment ausbauen

Der Schweizer Schokoladen-Hersteller Maestrani bietet dem deutschen Einzelhandel hauptsächlich eine Range von acht Bio-/Fairtrade Tafeln an. Zu den Kunden gehören: Kaufland, Müller, Tegut, Budnikowsky, Wasgau, KaDeWe, Eilles sowie Edeka Driller, Bochum, aber auch Alnatura.

Der übrige Fachhandel wird über den Vertriebspartner in Deutschland, von aristo, beliefert. Je nach Vertriebskanal liegen die Preise zwischen 1,99 und 2,49 Euro.

Maestrani produziert jährlich 3.500 Tonnen Schokolade, davon gut ein Drittel für den Export. Der Anteil der Bio- und Fairtrade-Produktion liegt bei rund 20 Prozent. „In den kommenden Jahren wird der Ausbau des Bio- und Fairtrade-Produktsegments sowie die komplette Umstellung der Bio- und Fairtrade-Schokoladen auf zertifizierte CO2-neutrale Schokoladen angestrebt“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht der AG im Familienbesitz.

Die Zahlen zeigen, dass das Entwicklungspotenzial für Bio-Kakao-Produkte im LEH/ SEH noch sehr hoch ist. Potente Anbieter stehen bereit. Eine Ausweitung des Angebotes im Handel ist möglich, wenn dieser stärker auf Nachhaltigkeit setzen und seine Produktpalette erweitern will. Natürlich darf der Kunde nicht vergessen werden, der schließlich den Bio-Weg mitgehen soll.

Notwendige Produktionskapazitäten stehen jedenfalls auch für jene zur Verfügung, die erstmals als Hersteller im Markt der Bio-Kakao-Produkte auftreten wollen. So bietet zum Beispiel der holländische Importeur Tradin Organic, ein Pionier der Biobranche, seine neue Produktionsanlage bei Amsterdam ab einer Auslastung von acht Tonnen Bio-Kakaobohnen für die Lohnproduktion an. Doch es bleibt die Frage: Wer holt Bio aus der Nische?

Horst Fiedler

 


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