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Türkei

Anuga international

Partnerland 2009 war die Türkei

Die Türkei war Land des Jahres der Anuga 2009.  Zahlreiche Aussteller und Veranstaltungen machten die Vielfalt der türkischen Lebensmittel schmackhaft. Dem Thema Bio wurde dabei allerdings wenig Raum geboten.
Brasilien exportiert tropische Bio-Fruchtsäfte.

In Halle 5 stieß der Besucher jedoch beispielsweise auf Elite Naturell aus Ankara mit reinem Granatapfel-, Trauben-, Feigen- und anderen Säften und  Extrakten. Ihre Produkte tragen internationale Label wie USDA, AB oder das EU-Siegel. Egesun mit der Marke Morgenland bezieht Haselnüsse und getrocknete Aprikosen aus der Türkei. Auch BioGourmet/Rapunzel bezieht seit mehr als zwanzig Jahren Trockenfrüchte, rote Linsen und getrocknete Tomaten aus der Türkei, stets aus eigenen Anbauprojekten. Seit Oktober tragen getrocknete Feigen, Aprikosen und Sultaninen das Naturland-Zeichen, womit man nach eigenen Angaben der einzige Anbieter von verbandszertifizierten Trockenfrüchten im LEH ist. Auch Bio-Produkte aus anderen Ländern wie Polen, Marokko und Brasilien  sind auf dem europäischen und deutschen Bio-Markt präsent.

Fleisch, Gemüse, Käse, Süßwaren, Obst und Kräutertee aus Polen füllen schon lange die deutschen Regale und Lager der Industrie. Immerhin gehen 85 Prozent aller in Polen hergestellten Lebensmittel in die EU, ein Viertel davon nach Deutschland. Auf der Anuga machten rund 120 Unternehmen deutlich, dass das Land nicht länger vorrangig mit Handelsmarken vertreten sein möchte. Vielmehr will Polen eigene Marken vertreiben, die bald auch unter einer gemeinsamen Dachmarke geführt werden könnten. „In Polen werden Lebensmittel nicht einfach produziert, sondern mit traditionellen Rezepten verar­beitet“, betonte  Landwirtschaftsminister Marek Sawicki.

Als Kleinbetriebe leiden sie jedoch oft unter der Konkurrenz zu großen Unternehmen. Außerdem tragen erst wenige Produkte das EU-Biozeichen, welches den Einstieg in den deutschen Markt erleichtern würde. Die Firma Paula gehört zu denen, die regiert haben. Schon ab November könnten ihre Knabbereien – Chips aus getrockneten Äpfeln, Karotten, Tomaten und Rote Beete – als zertifizierte Bio-Produkte gehandelt werden. Damit ist die Auswahl an interessanten Lebensmitteln jedoch noch lange nicht erschöpft. So bietet etwa auch BioAvena Apfelchips an, daneben Apfelsaft, Müsli sowie Getreideprodukte. Bei Bracia Rudziks wiederum, findet man Maultaschen, Pasteten und Salate, bei EkoLukta Milchprodukte und bei Jasiotka Wurst.

Marokko: Klasse statt Masse

Um den deutschen LEH von der Qualität, Nachhaltigkeit und Verlässlichkeit ihrer Produkte zu überzeugen, präsentierten über 40 marokkanische Unternehmen unter dem Dach der Außenhandelsorganisation Maroc Export ihre Spezialitäten. Große Bedeutung für den Export nach Deutschland haben Zitrusfrüchte, Kapern, Öle, grüne Bohnen, Fertigsaucen und Tajinaden, Sardinen- und andere Fischkonserven. Das Königreich will den Handel jedoch noch weiter stärken und professionalisieren. Daher wurde ein Zehn-Jahres-Plan aufgestellt, welcher auch die Förderung des ökologischen Landbaus umfasst.

Während Anbieter der wichtigen Bio-Exportgüter Orangen, Clementinen und Gemüse diesmal nicht vertreten waren, so stieß man dafür auf Bio-Olivenöl, -Kaktusöl und natürlich -Arganöl. Letzteres avancierte in den letzten Jahren zum Exportschlager, sei es als Speiseöl oder Kosmetikum. Das von Berberfrauen im Biosphären-Reservat Arganeraie nach einem traditionellen Verfahren hergestellte Öl wird von dem deutsch-marokkanischen Unternehmen Argan d’Or vertrieben.

Brasilien lockt mit Kaffee und tropischen Säften

Brasiliens Agrarproduktion boomt, doch gehen Gen-Soja oder Zuckerrohr zur Erzeugung von Agrosprit auf Kosten der Landbevölkerung. Eine Chance auf bessere Lebensbedingungen bieten ihnen Bio-Produkte. Nicht nur die ökologisch bewirtschaftete Fläche nimmt zu, auch führen schon 75.000 Geschäfte in Brasilien Bio-Lebensmittel, ab 2010 höchstwahrscheinlich mit einem brasilianischen Bio-Siegel. Abgesehen von Kaffee waren auf der Anuga nur wenig zu sehen.

In gleich zwei Vorträgen wurde jedoch auf einen wesentlich bedeutendere Exportartikel eingegangen: tropische Fruchtsäfte. Brasilien ist der drittgrößte Obstproduzent der Welt. Hier finden Papaya, Mango, Maracuja und Co. optimale Klimabedingungen vor, ebenso Trendfrüchte wie Acerola, Açaí, Kaschuapfel oder Cupuaçu. Sie werden nicht nur für Säfte bzw. Konzentrate gebraucht, sondern auch  für Smoothies, Vitaldrinks, Marmelade, Riegel und Nahrungsergänzungsmittel. Zu den deutschen Firmen, die solches in Bioqualität anbieten, gehören unter anderem Açaí und BioAmazon. Den BioAmazon Açai Vitaldrink gibt es in drei Sorten, außerdem zwei Fruchtaufstriche. Bio-Acerolapulver findet man dagegen zum Beispiel von Amazonas Naturprodukte und von Fru’Cha!.

Da die Nicht-EU-Länder Brasilien, Marokko und Türkei nicht auf der so genannten Drittlandsliste für Importware stehen, muss für die Vermarktung der Produkte bei der BLE eine Vermarktungsermächtigung eingeholt werden (Art.19 der VO(EG) Nr.1235/2008). In der Regel werden die Waren zur Abgabe an den Endverbraucher hierzulande noch umverpackt oder anders weiterverarbeitet. Dann dürfen sie das für den Kunden vertraute EU- oder das deutsche Bio-Siegel tragen.

Bettina Pabel


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